
Die Baskets Bonn gehen als klarer Außenseiter ins BBL-Halbfinale gegen Bayern München. Ganz chancenlos sind sie aber nicht.
Wenn am Samstag die Telekom Baskets Bonn auf Bayern München treffen, sind die Vorzeichen im Halbfinale der Basketball-Bundesliga eindeutig: München ist der Favorit, Bonn der Außenseiter. Für die Baskets ist das erstmalige Erreichen des Halbfinales seit 2023 schon ein Erfolg.
Nun aber wartet die schwerste Aufgabe der BBL auf Bonn, denn niemand agierte so beständig wie Titelfavorit Bayern München in der Hauptrunde mit nur fünf Niederlagen und dem „Sweep“, also der Serie ohne Niederlage, im Viertelfinale gegen Trier.
Bayern ausgeruhter als Bonn
Die Baskets Bonn dagegen haben ein Auf und Ab gegen Würzburg hinter sich. Im Gegensatz zu den Bayern ging es für Bonn bis fast zur letzten Sekunde im Entscheidungsspiel fünf gegen Würzburg noch um alles. „Manchmal ist es ein Vorteil, manchmal ein Nachteil mit der größeren Pause“, erklärte Bayerns Trainer Svetislav Pesic und ließ dabei nicht durchblicken, wie seine Präferenz zum Thema ist.
Der wertvollste Spieler der BBL-Hauptrunde, Andreas Obst, hat schon eher eine klare Meinung: „Wir hatten eine lange Saison mit vielen Spielen, deswegen war es ganz gut, dass wir die erste Runde schnell beenden konnten“. Reichlich Zeit für die Münchner also, nicht nur zu regenerieren, sondern auch den Gegner zu analysieren.
Baskets bestes Rebound-Team der Liga
„Bonn ist eine ernstzunehmende Mannschaft, die durch die Teamdefense ihren eigenen Stil hat. Sie sind die beste Mannschaft der Bundesliga im offensiven Rebound. Diese Second Offense bringt nicht nur eine neue Möglichkeit, sondern auch neues Selbstbewusstsein“, lobte Pesiv den kommenden Gegner für sein physisches Auftreten.
Die Stärken der Bonner belegen dabei auch die Statistiken: Fast 16 Offensiv-Rebounds und 40 insgesamt pro Spiel bringt das beste Team der BBL in dieser Statistik auf. Auch in Sachen Steals gehört Bonn zur Elite der Liga, acht Stück sind es pro Partie.
Dreier sind Bonns Schwäche
Wo Stärken sind, gibt es allerdings auch Schwächen. Athletik und Teamdefense seien gut, aber Dreier von außen nicht Bonns Spiel, so Pesic. Recht hat er damit: In der Hauptrunde verzeichneten die Baskets mit nur 27 Prozent die schwächste Dreierquote der gesamten Liga.
Für die Baskets wird es also darauf ankommen, ihr physisches Defensivspiel durchzusetzen und sich nicht auf die Würfe von außen verlassen zu müssen. Einmal hat das in der Hauptrunde relativ gut funktioniert: Im Januar unterlag Bonn den Bayern nur hauchdünn mit 63:66, vergab dabei sogar noch den möglichen Sieg in den Schlussminuten.
Bonn braucht Überraschung in München
Einen Monat zuvor, beim großen Eventspiel in der Kölner Arena vor knapp 19.000 Zuschauern, erhielten die Baskets dagegen eine Lehrstunde vom Titelfavoriten. Mit 55:83 gingen die Bonner damals gegen bärenstarke Münchner unter und zeigten selbst, vor allem offensiv, eine indiskutable Leistung.
So einen Ausrutscher sollten sich die Baskets in Spiel eins möglichst nicht leisten, denn sonst könnte die Serie schneller vorbei sein als den Baskets lieb ist. Andererseits dürfte eine Leistung wie im Janaur durchaus auch mal für eine Überraschung reichen. Und mit einem Sieg in München lebt sich das in Spiel drei und vier vor heimischen Fans ganz sicher leichter.
Unsere Quellen:
- Eigenrecherche des Autors
- BBL-Statistikseite
- Webseite der Baskets Bonn
- Webseite des FC Bayern Basketball
Sendung: WDR.de, „Basketball – Bonn vor schwerer Aufgabe gegen Favorit München“, 29.05.2026 22:51 Uhr