Die Umbenennung des »John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts« in der Hauptstadt Washington, D.C. nach US-Präsident Donald Trump ist illegal. Das entschied ein Bundesgericht in Washington am Freitag. Der Aufsichtsrat der prestigeträchtigen Kultureinrichtung habe laut dem Richterspruch mit der Namensänderung seine Befugnisse überschritten. Der US-Kongress habe die Kultureinrichtung nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy benannt und nur der Kongress habe das Recht, den Namen zu ändern. Auch die Entscheidung des Leitungsgremiums der Einrichtung, dem Trump vorsteht, das Zentrum für zwei Jahre zu schließen, um Renovierungsarbeiten durchzuführen, sei nicht rechtmäßig.

Als Reaktion auf das Urteil kündigte Trump an, die Verantwortung für das Kennedy Center vollumfänglich an den US-Kongress übertragen zu wollen und die Renovierungspläne nicht weiter zu verfolgen. Wenn er nicht uneingeschränkt über die Zukunft des Kennedy Centers verfügen könne, habe er »kein Interesse« mehr daran, schrieb Trump auf Truth Social. Noch nie sei ein US-Präsident von den Gerichten so »unfair« behandelt worden, jammerte er.

Kurz nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr das Kennedy Center unter seine Kontrolle gebracht und einen Kampf gegen »anti-amerikanische Propaganda« in der Kulturwelt angekündigt. Er entließ mehrere Mitglieder des Kuratoriums, übernahm den Vorsitz und beauftragte seinen Vertrauten und ehemaligen US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, die Institution neu auszurichten. Im Dezember wurde das Kennedy Center in Trump Kennedy Center umbenannt. Trumps Name wurde an der Fassade des Gebäudes überhalb dem John F. Kennedys angebracht und muss laut Gerichtsurteil wieder entfernt werden.

Rat will in Berufung gehen

Die Leitung der Kultureinrichtung, die als eine der bekanntesten und wichtigsten in den USA gilt, hatte vor Trumps Äußerungen angekündigt, in Berufung gegen das Urteil gehen zu wollen. Roma Daravi, eine Sprecherin des Kennedy Centers, teilte in einer Reaktion auf das Urteil mit, man sei »zuversichtlich, dass das Gericht im Berufungsverfahren den Willen des Rats bestätigen wird, die historischen Beiträge von Präsident Trump zum Kulturzentrum unserer Nation zu würdigen«.

© Lea Dohle

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Die Übernahme des Zentrums durch Trump hatte zu großem Protest geführt und etliche namhafte Künstler, Gruppen und Produktionen sagten ihre geplanten Vorstellungen dort ab. Im Kennedy Center am Potomac-Fluss in Washington werden traditionell alle Genres von Theater, Tanz und Musik gezeigt. Das Kennedy Center wurde 1971 eröffnet und nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy (1917-1963) benannt.

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