Viele Anlagen noch trocken

Dresden fehlen Hunderttausende Euro für seine Brunnen

30.05.2026 – 10:56 UhrLesedauer: 2 Min.

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In Dresden sind noch nicht alle Brunnen in Betrieb. Die Stadt verweist auf fehlende Mittel und Reparaturen. Gleichzeitig gibt es Streit über die Verantwortung für die Anlagen.

Zum Start der Brunnensaison streiten Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) und Stadtrat Holger Zastrow über Geld und Zuständigkeiten. Von 82 Spring- und Trinkbrunnen sollen in diesem Jahr 73 in Betrieb gehen.

Noch laufen nicht alle Anlagen. Die letzten Brunnen sollen nach Angaben der Stadt bis Ende kommender Woche folgen. Die Eröffnung der Brunnensaison dauere grundsätzlich vier bis sechs Wochen. Zudem müsse geprüft werden, ob während des Winters Schäden entstanden seien und repariert werden müssten.

Zastrow greift Bürgermeisterin an

Zastrow fordert, Jähnigen die Zuständigkeit für die Brunnen zu entziehen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) solle das Thema zur Chefsache machen. Die Stadt habe auf der Hauptstraße eine Nebeldusche für fast 50.000 Euro aufgestellt, für Brunnen fehle dagegen angeblich das Geld.

Jähnigen weist die Kritik zurück. Die Haushaltslage der Stadt und der zunehmende Reparaturbedarf würden sich durch andere Zuständigkeiten nicht ändern. Notwendig seien zusätzliche Finanzmittel, ein Nachtragshaushalt und ein Ende der Haushaltssperre. Die Nebeldüsen würden zudem aus anderen Budgets finanziert als die Brunnen.

Bis zu 700.000 Euro pro Saison nötig

Für eine Brunnensaison von April bis Oktober veranschlagt die Stadt Kosten zwischen 390.000 und 700.000 Euro. Das Geld wird unter anderem für Instandhaltung, Reparaturen, Reinigung sowie Strom, Wasser und Abwasser benötigt. Im aktuellen Haushalt sind dafür maximal 350.000 Euro eingeplant.

Wegen der Haushaltssperre ist zunächst nur die Hälfte dieses Betrags freigegeben. Sollte der Nachtragshaushalt beschlossen werden, könnte die Freigabe auf 80 Prozent steigen.

In Dresden gibt es insgesamt 102 wassertechnische Anlagen, darunter 71 Springbrunnen und 11 Trinkbrunnen. Die Stadt rechnet damit, dass die meisten davon in den kommenden Tagen wieder in Betrieb gehen.

Bereits im vergangenen Jahr gab es Streit über die Brunnen. Damals wollte die Verwaltung aus Kostengründen einen Großteil der Anlagen nicht anschalten. Die Linke forderte dagegen, möglichst viele Brunnen in Betrieb zu nehmen. Sie verwies auf deren Bedeutung für die Lebensqualität in der Stadt.