Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Schattenflotte, Öllager, Hafen: Ukraine greift 23 russische Ziele an

Aktualisiert am 30.05.2026 – 12:06 UhrLesedauer: 23 Min.

Ukrainischer Angriff auf Tanker der Schattenflotte in Taganrog: Der Kommandeur der ukrainischen Drohneneinheiten teilte ein Video der Attacke in sozialen Netzwerken.Vergrößern des Bildes

Ukrainischer Angriff auf Tanker der Schattenflotte in Taganrog: Der Kommandeur der ukrainischen Drohneneinheiten teilte ein Video der Attacke in sozialen Netzwerken. (Quelle: Robert Brovdi / Facebook)

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Die Ukraine setzt ihre Drohnenkampagne gegen Russland unvermindert fort. Der Einschlag einer russischen Drohne in Rumänien beschäftigt die Nato. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Schattenflotte, Öllager, Hafen: Ukraine überzieht Russland mit Drohnen

Die Ukraine hat in der Nacht zu Samstag nach eigenen Angaben 23 militärische und strategische Ziele in Russland und den besetzten Gebieten mit Drohnen angegriffen. Das teilte der Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme, Robert „Madyar“ Brovdi, auf Facebook mit.

Demnach trafen die Angriffe einen Tanker der russischen Schattenflotte sowie zwei Ölanlagen in der südrussischen Hafenstadt Taganrog. Dabei sei auch das Öldepot „Kurgannefteprodukt“ beschädigt worden. Russische Behörden bestätigten laut ukrainischen Angaben einen Brand auf dem Tanker. Zudem soll ein Ölterminal in der im Hafen von Feodossija auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim getroffen worden sein. Das Terminal gilt als wichtiger Umschlag- und Versorgungsstandort für die russischen Streitkräfte in der Region.

Brovdi erklärte, die Angriffe seien vom neu geschaffenen ukrainischen Zentrum für Tiefenschläge koordiniert worden. Die Operation habe neben den Angriffen auf die Ölinfrastruktur auch weitere militärische Ziele umfasst. Unabhängig überprüfen lassen sich die ukrainischen Angaben bislang nicht.

Ukraine: Ein Toter und mehrere Verletzte bei russischem Angriff

Die ukrainischen Luftstreitkräfte haben mitgeteilt, dass Russland in der Nacht mit einer Rakete, sechs Marschflugkörpern und 290 Drohnen angegriffen habe. Davon seien 284 Flugkörper abgewehrt worden. Es habe neun Einschläge an sieben Orten gegeben. An zehn Orten seien Trümmer abgestürzt. In Saporischschja wurde Gebietsgouverneur Iwan Fedorow zufolge ein Mensch durch einen russischen Drohnenangriff getötet. Zwei weitere seien verletzt worden. Behörden meldeten außerdem drei Verletzte nach einem russischen Angriff in Cherson.

Szenario für Nato-Ostflanke: Binnen weniger Tage wäre die Bundeswehr fast überrannt

Eine neue Kriegssimulation zeichnet ein düsteres Bild für die Nato-Verteidigung der baltischen Staaten. Allerdings zeigt das Planspiel auch, wie Drohnentechnologie das Kräfteverhältnis verändern könnte.

imago images 0261663681Vergrößern des BildesEin Leopard-Kampfpanzer 2A6 bei der Übung „Griffin Storm“ auf dem litauischen Truppenübungsplatz Pabrade (Archivbild): Bis Ende 2027 soll eine deutsche Panzerbrigade in Litauen voll einsatzbereit sein. (Quelle: IMAGO/Thomas Imo/imago)

Russland: Tote und Schäden nach ukrainischen Angriffen

Russische Behörden haben nach ukrainischen Drohnenangriffen Tote und Schäden gemeldet. In der Grenzregion Belgorod kamen nach Angaben des regionalen Krisenstabs drei Männer ums Leben. Sie wurden demnach in der Ortschaft Oktjabrski nur wenige Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt bei zwei Angriffen getötet.

In Armawir im südrussischen Gebiet Krasnodar brach laut Behörden ein Feuer auf dem Gelände eines Öllagers aus. Verletzte gebe es nicht. Das Öllager war schon in der Vergangenheit Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Auf dem Gelände des Hafens von Taganrog in der ebenfalls im Süden Russlands gelegenen Region Rostow kam es laut Gouverneur Juri Sljussar zu einem Brand eines Tankers, eines Treibstofftanks und eines Verwaltungsgebäudes. Zwei Menschen seien verletzt worden.