Bewerbung um die Olympischen Spiele

Stand: 30.05.2026 20:15 Uhr

Hamburg will Ausrichterstadt für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 werden. Am Sonntag stimmen die Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt darüber ab, ob sich Hamburg bewirbt. Alle Informationen, Videos, Stimmen und Einschätzungen zum Referendum im Newsblog.

30.05.2026 20:14 Uhr

Kein klares Bild in den Umfragen

Vor fast genau einem Jahr präsentierte der rot-grüne Senat offiziell sein Olympia-Konzept. Die Olympia-Gegner formierten sich schnell, warnten vor unkalkulierbaren finanziellen Risiken, hohen Mieten, sozialer Schieflage und negativen Folgen für die Umwelt. Im März legte der Senat sein Finanzkonzept vor, demzufolge würde die Durchführung der Spiele 4,8 Milliarden Euro kosten. Auf der Einnahmenseite stünden 4,9 Milliarden Euro.

Video:
Olympia: Der lange Weg zum Referendum (2 Min)

Eckart Maudrich von NOlympia sprach von „riesengroßen Löchern“ im Finanzkonzept und davon, dass sich die „Hamburger nicht veräppeln“ ließen. Die Umfragen zum Referendum in Hamburg haben bisher kein klares Bild geliefert. Am Sonntag fällt die Entscheidung, ob die Hansestadt neben München, Rhein-Ruhr und Berlin bei der Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele weiter im Rennen bleibt.

30.05.2026 14:01 Uhr

Promi-Plakat-Palette: Von Zverev über Udo bis Aale-Dieter

Der Wahlkampf ist in Hamburgs Straßen überall sichtbar. Schon seit Wochen ist die Stadt voll von Plakaten, Aufstellern und Werbebannern von Befürwortern und Gegnern einer Kandidatur der Nord-Metropole. Vor allem die Initiatoren und Unterstützer der Bewerbung haben groß aufgefahren. Von Tennisstar Alexander Zverev über Sänger und Udo Lindenberg bis hin zu Fischmarkt-Legende Aale-Dieter reicht die Promi-Palette auf den Plakaten.

Video:
Hamburgs Olympia-Kampagne: Erst nüchtern, dann emotional (3 Min)

Die Gegner der Hamburger Bewerbung kommen bescheidener daher. Die Aufsteller der Initiative „NOlympia“ und der Linken gehen beinahe etwas unter in der Farbenflut des Logos der Hamburger Olympia-Kampagne.

Hinter der oberflächlichen Plakat-Fassade steht allerdings die nüchterne Frage: Was spricht für und was spricht gegen Olympia in Hamburg?

Die olympische Fahne vor dem Volksparkstadion in Hamburg

In einem Streitgespräch im Hamburg Journal tauschen Befürworter Matthias Onken und Gegner Eckart Maudrich ihre Argumente aus.

30.05.2026 11:11 Uhr

Der Olympia-Countdown in Hamburg läuft

Bis Freitag hatten rund 550.000 Menschen abgestimmt. Das sind 41,8 Prozent der rund 1,3 Millionen Stimmberechtigten.

Plakate für und gegen die Hamburger Olympia-Bewerbung.

In insgesamt 178 Abstimmungsstellen können die Hamburgerinnen und Hamburger ihre Stimme abgeben, ob sich die Stadt für Olympia bewerben soll.

29.05.2026 20:30 Uhr

Geht Olympia auch eine Nummer kleiner?

Höher, schneller, weiter: In den vergangenen Jahren sind die Spiele mächtig gewachsen und die Zahl der olympischen Sportarten stetig gestiegen. In Los Angeles 2028 stehen mehr als 353 Medaillen-Entscheidungen in 36 Sportarten auf dem Programm. Geht es nach IOC-Präsidentin Kirsty Coventry sind das zu viele. In London 2012 waren es nur 26 Sportarten.

Die Olympischen Spiele der Zukunft sollen für die Gastgeberstädte einfacher und im besten Fall dadurch günstiger werden. Endgültig beschlossen ist die Reduzierung des Programms allerdings noch nicht.

Die Flagge mit den olympischen Ringen weht über der Alster in Hamburg.

IOC-Präsidentin Coventry kündigt schlankere Sommerspiele an. Hamburgs Olympia-Gegner loben die Ansage – wenige Tage vor dem Referendum.

29.05.2026 16:43 Uhr

Olympische Spiele in Hamburg? Ein Pro & Contra

Video:
Pro & Kontra: Olympische Spiele in Hamburg (1 Min)

29.05.2026 09:53 Uhr

1,3 Millionen Menschen können abstimmen

Die Hamburgerinnen und Hamburger haben das Wort. Bis Sonntag um 18 Uhr können sie bei folgender Referendums-Frage mit „Ja“ oder „Nein“ votieren: „Ich bin dafür, dass sich der Deutsche Olympische Sportbund mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Austragungsort um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 bewirbt“.

Eine Flagge mit den olympischen Ringen hängt an einem Laternenpfahl vor dem Hamburger Rathaus.

Am Sonntag stimmen die Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt darüber ab, ob Hamburg sich für die Olympischen Spiele bewirbt.

Rund 1,3 Millionen Menschen können abstimmen. Per Briefwahl läuft das Referendum schon seit Wochen, knapp 500.000 Menschen haben ihre Stimme auf diesem Weg bereits abgegeben. Eine Wahl ist seit dem 5. Mai und auch am Tag selbst zudem in 178 Abstimmungsstellen möglich. Das Statistikamt Nord will am Sonntag gegen 18.30 Uhr die ersten Ergebnisse präsentieren.
Hier im Newsblog zum Olympia-Referendum können Sie am Sonntag die Auszählung der Stimmen live verfolgen.

So funktioniert die Abstimmung:

Video:
Hamburg als Olympia-Bewerber? So funktioniert die Abstimmung (1 Min)

29.05.2026 09:00 Uhr

So sieht das Hamburger Konzept aus

Hamburg wirbt in seinem Konzept vor allem mit Olympischen Spielen der kurzen Wege und mit Nachhaltigkeit. Hauptsächlich sollen – neben temporär errichteten – bereits bestehende Sportstätten genutzt werden.

Übersicht der geplanten Sportstätten für Olympia und die Paralympics in Hamburg

Neben dem Volksparkstadion des HSV soll auch ohne Olympia-Zuschlag eine neue Multifunktionsarena gebaut werden, die deutlich mehr Zuschauer als das Volksparkstadion fassen soll und bei den Spielen als Leichtathletik-Stadion genutzt werden könnte. Das Olympische Dorf soll in Altona entstehen und danach als ohnehin geplante „Science City“ sowie Wohnraum genutzt werden.

Visualisierung der Olympia-Eröffnungsfeier auf der Binnenalster

Drei Sportarten auf der Alster

Ein Großteil der Wettkämpfe sind im Hamburger Stadtgebiet geplant. Drei Sportarten sollen auf schwimmenden Pontons auf der Alster ausgetragen werden.

Kiel ist als Partnerstadt fester Bestandteil im Hamburger Olympiakonzept. Segeln, Handball und Rugby würden bei einer erfolgreichen Bewerbung der Hansestadt in Kiel stattfinden. Beim Bürgerentscheid in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt stimmten 63,5 Prozent für eine Olympia-Bewerbung.

29.05.2026 08:00 Uhr

Wie geht es weiter, wenn Hamburg mit „Ja“ stimmt?

Der DOSB will erst am 26. September im Rahmen einer Mitgliederversammlung über den deutschen Bewerber beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) entscheiden. Hamburgs Konkurrenten im nationalen Auswahlverfahren sind München, die Region Rhein-Ruhr und Berlin.

Eine Evaluierungskommission des DOSB wird die finalen Konzepte der deutschen Bewerber, die noch bis zum 4. Juni angepasst werden können, anhand einer sogenannten Bewertungsmatrix beurteilen. Dabei werden in verschiedenen Kategorien Punkte vergeben. Eine Kategorie ist dabei das Ergebnis eines Referendums. Je höher die Zustimmung, desto mehr Punkte gibt es.

Mit einer Vergabe der Sommerspiele 2036 durch das IOC rechnet der DOSB nicht vor 2027.