00:48 Uhr | IAEA fordert Zugang nach möglichem Drohnentreffer im AKW Saporischschja
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat nach Berichten über einen möglichen Drohneneinschlag im von Russland besetzten Atomkraftwerk Saporischschja Zugang zu dem betroffenen Bereich verlangt. Nach Angaben der Behörde soll eine Drohne die Turbinenhalle von Reaktorblock 6 getroffen und dabei ein Loch in die Außenwand gerissen haben.
IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi zeigte sich besorgt. Sollte sich der Vorfall bestätigen, wäre es der erste Drohnenangriff auf dem Kraftwerksgelände seit April 2024. Angriffe auf Atomanlagen seien „ein Spiel mit dem Feuer“, warnte er.
Die russische Kraftwerksverwaltung und Rosatom-Chef Alexey Likhachev machten die Ukraine für den Angriff verantwortlich. Das ukrainische Militär wies dies zurück und bezeichnete die Vorwürfe als russischen „Propagandatrick“ beziehungsweise als Versuch „atomarer Erpressung“.
Das Kraftwerk bei Enerhodar ist das größte Kernkraftwerk Europas. Alle sechs Reaktoren sind seit längerem abgeschaltet, die Anlage steht aber weiterhin unter besonderer internationaler Beobachtung. (Quellen: dpa, Reuters)
00:26 Uhr | Selenskyj warnt erneut vor möglichem Großangriff Russlands
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Warnung vor einem möglichen großangelegten russischen Luftangriff bekräftigt. Nach Geheimdienstinformationen bleibe die Gefahr eines massiven Angriffs bestehen, sagte Selenskyj in einer Videoansprache.
Die Bevölkerung rief er dazu auf, Luftalarm ernst zu nehmen. Zugleich verwies er auf Probleme beim westlichen Nachschub für die Abwehr ballistischer Raketen und Marschflugkörper. Die ukrainische Flugabwehr sei jedoch in erhöhter Bereitschaft. (Quelle: dpa)
00:05 Uhr | Die Ereignisse gestern – 30. Mai 2026
Der Militäranalyst Franz-Stefan Gady sieht weiterhin kein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs. Gegenüber der ARD erklärte er, dass der Krieg voraussichtlich noch länger andauern werde. Ein Waffenstillstand noch in diesem Jahr sei aus seiner Sicht unwahrscheinlich. Zudem warnte Gady vor einer zunehmenden Verlagerung russischer Angriffe auf Ziele tief im ukrainischen Hinterland. Die wachsende Zahl von Drohnen-, Raketen- und Marschflugkörperangriffen könne die ukrainische Luftverteidigung langfristig überlasten.
Russische Behörden meldeten mehrere ukrainische Drohnenangriffe. In der Grenzregion Belgorod kamen nach offiziellen Angaben drei Männer ums Leben. Zudem wurden Brände auf einem Öllager in Armawir sowie auf dem Hafengelände von Taganrog gemeldet. Dort wurden ein Tanker, ein Treibstofftank und ein Verwaltungsgebäude beschädigt; zwei Menschen wurden verletzt. Der russische Atomkonzern Rosatom berichtete außerdem von einem Drohneneinschlag am von Russland kontrollierten Kernkraftwerk Saporischschja. Wichtige Anlagen seien nicht beschädigt worden.