Sicherheitsgefühl in der Stadt

Mitarbeiter vom Amtsgericht haben Angst, zur Arbeit zu gehen

Aktualisiert am 29.05.2026Lesedauer: 2 Min.

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Amtsgericht in Hannover: Die Drogenszene hat sich vom Raschplatz zum Amtsgericht verlagert. (Quelle: Rust/imago)

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Die Politik will das Sicherheitsgefühl der Bürger verbessern. Doch wie schafft man das? Olaf Lies und Belit Onay sprechen im ZDF-Morgenmagazin darüber.

Viele Menschen in Hannover fühlen sich unsicher. Die Politik will das ändern. So hat sich Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) für mehr Polizei an öffentlichen Plätzen Plätzen ausgesprochen. Die Präsenz könne das Sicherheitsgefühl stärken. „Da müssen wir ran“, sagte er im ZDF-„Morgenmagazin“, das vom Raschplatz am Hauptbahnhof Hannover gesendet wurde – ein Platz, der von einigen Menschen als unsicher empfunden wird.

Bei der Polizei habe es in den vergangenen Jahren einen erheblichen Zuwachs gegeben, so Lies. Es sei wichtig, dass die Beamten und Beamtinnen sichtbar seien. Er nehme es ernst, dass sich Menschen auf öffentlichen Plätzen wie Bahnhöfen unsicher fühlten. „Das müssen wir angehen, indem wir auch wieder ein Gefühl von Sicherheit vermitteln.“ Vor allem abends und nachts fühlen sich viele Menschen in Hannover nicht sicher, wie eine Umfrage ergab.

Soziale Angebote für Suchtkranke und hell gestaltete Plätze

Der Ministerpräsident verwies darauf, dass an Bahnhöfen Quattro-Streifen aus Landespolizei, Bundespolizei, DB Sicherheit und Ordnungsamt unterwegs sind. Zudem sollen Maßnahmen wie Kameras und Waffenverbotszonen helfen, die Kriminalität zu reduzieren.

Wichtig sei aber auch zu schauen, wer sich an den Plätzen, die als unsicher empfunden werden, aufhalte. Menschen, die arbeiten könnten, sollten Perspektiven bekommen. Menschen, die nicht in der Lage sind, ein geregeltes Leben zu führen, bräuchten entsprechende Anlaufpunkte. „Wir müssen uns darum kümmern“, so der Ministerpräsident.

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) erklärte in der Sendung, dass die Stadt mit verschiedenen Maßnahmen versuche, die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl zu verbessern. Dabei seien auch soziale Angebote etwa zur Unterstützung von Suchtkranken und die Gestaltung von öffentlichen Räumen wichtig. In einer dunklen Unterführung fühlten sich Menschen unsicherer als auf hellen Plätzen.

Probleme nur „zusammengekehrt“?

Die Präsidentin des Amtsgerichts Hannover, Christiane Hölscher, kritisierte, dass sich die Drogenszene vom Hauptbahnhof in Richtung des Gerichts verlagert habe. Direkt vor dem Gebäude würden Drogen konsumiert, berichtete sie.

„Das Sicherheitsgefühl ist erheblich beeinträchtigt“, sagte sie. Einige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hätten wegen der Drogenabhängigen Angst, zur Arbeit zu gehen, Menschen wollten nicht zu Terminen kommen.

Hölscher verwies darauf, dass Anlaufpunkte für Drogenabhängige früher verteilt über die Stadt gewesen seien. Nun seien Drogenkonsumräume an wenigen Orten konzentriert. Die Probleme seien damit „zusammengekehrt“ und nicht gelöst worden.