Bielefeld. Wenn sich Porsche-Fans treffen, dann ist das von gegenseitiger Wertschätzung und von tollen Geschichten geprägt. Beim 12. Porsche Day am Lenkwerk war das wieder zu spüren. Besitzer, Fans und Fachleute tummelten sich am Sonntag, 31. Mai, rund um das Bielefelder Fahrzeug-Mekka und tauschten sich aus. Ralf (51) aus Hannover gehörte dabei zu den am meisten interviewten Porsche-Fahrern. Er präsentierte seinen 1964er Porsche 356 SC. Ein kalifornischer Re-Import ohne Rost und mit ganz viel Liebe unter der Motorhaube.

Wer sich lieber auf die Suche nach einem seltenen Supersportwagen machen wollte, musste drinnen im Showroom suchen: Dort war ein Porsche 918 Spyder zu bestaunen. Nur 918 Exemplare existieren von dem 887-PS-Boliden mit Hybridantrieb. Der Wagen gilt als eines der bedeutendsten Fahrzeuge der Porsche-Geschichte. Und wegen seiner strengen Limitierung kosten diese Fahrzeuge inzwischen 1,5 bis 3 Millionen Euro.

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Porsche-Day am Bielefelder Lenkwerk

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Ralf wiederum ist mit seinem 356er Schätzchen quasi aufgewachsen. Er war 17 Jahre als, als sein Vater den Oldtimer 1992 in San Francisco kaufte. Die Besitzerin hatte den Wagen in Kalifornien als normales Nutzfahrzeug verwendet. Nach ihrem Tod stand der Porsche vier Jahre herum. Seit 1992 arbeiten Vater und Sohn in Hannover an der Optimierung des 150-PS-Wagens.

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Porsche-Motor mit einer eigenen Handschrift

„Mein Vater hat den Originalmotor ausgebaut und von Manfred Stegemann einen 914er-Motor mit viel Liebe einbauen lassen.“ Damit sei die Leistung des Wagens deutlich verbessert, obwohl auch der Motor von 1971 sei. Der inzwischen verstorbene Motorbauer habe einen Ruf in der Szene. „Seine Motoren haben eine eigene Handschrift. Experten erkennen sofort, wenn sie einen Stegemann-Motor vor sich sehen“, erklärt Ralf.


Der Blick in das Herzstück des Oldtimers, ein typisches Ergebnis von Motorbauer Manfred Stegemann. - © Jens Reichenbach

Der Blick in das Herzstück des Oldtimers, ein typisches Ergebnis von Motorbauer Manfred Stegemann.
| © Jens Reichenbach

Der ideelle Wert seines Wagens sei „unersetzlich“, sagt der 51-jährige Hannoveraner. „Das ist schließlich ein Erbstück.“ Auch die grenzenlose Liebe zu dem Fahrzeug hat der Sohn von seinem Vater geerbt. 70 verschiedene Porsche-Treffen steuere er inzwischen pro Jahr an. Kleine und größere.

Diebe stehlen Prosche bei großen Treffen auf Bestellung

Aber aus den Augen geben, werde er den 356er nicht. Kriminelle hätten längst gemerkt, welches Potenzial bei Porschetreffen herrsche. „Beim größten Treffen in Dinslaken wurden zuletzt immer wieder Porsche gestohlen – vermutlich auf Bestellung.“ Das heißt, dass Hintermänner konkrete Wünsche äußern und die Täter dann genau nach diesen Wünschen Ausschau halten. Das passiere nicht unbedingt auf dem zentralen Gelände des Treffens, aber im Umfeld. Dort, wo die anderen Porsche-Fahrer ihre Wagen abstellen.“ Früher sei er mit dem SC noch gerne nach Hamburg gefahren und sei in Ruhe auf den Fischmarkt gegangen. „Das mache ich inzwischen nicht mehr. Ich lasse den Wagen nicht mehr unbeobachtet stehen.“

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