
Stand: 31.05.2026 17:09 Uhr
Die Zahl der Fälle von Betrug im Internet geht nach Einschätzung des Landeskriminalamts (LKA) Niedersachsen zurück. Es gibt laut LKA mittlerweile insgesamt eher professionellere Betrüger und weniger laienhafte Betrugsversuche.
„Klassische Fälle wie früher mit Rechtschreibfehlern oder unplausiblen Verhaltensweisen sind spürbar weniger geworden“, sagte LKA-Präsident Thorsten Massinger. Die Betrügerinnen und Betrüger konzentrierten sich auf spezifische Begehungsformen und agierten oft international sowie arbeitsteilig. „Das stellt uns vor größere Herausforderungen“, so Massinger. Die Täter agierten als Hintermänner aus dem Ausland und hätten hier vor Ort wenig bis gar keine Bezugspunkte. „Das macht es für die Sicherheitsbehörden in Deutschland und auch für uns in Niedersachsen sehr schwierig“, erklärte er.
Internetbetrug: 18.300 Fälle in Niedersachsen in 2025
Die Fallzahlen sind dem LKA-Präsidenten zufolge in Niedersachen aber eher rückläufig. Im vergangenen Jahr kam es ihm zufolge landesweit zu 18.304 Fällen, darunter gut 2.000 Versuche. 2021 lag die Zahl hingegen noch bei 29.361, darunter 2.716 Versuche.
Ins Ausland transferiertes Geld aufspüren? „Hochgradig schwierig“
Massinger hob hervor, dass es in den vergangenen Jahren bei der länderübergreifenden Arbeit unter anderem zusammen mit Europol immer wieder Ermittlungserfolge gegeben habe. Aber an das Geld zu gelangen, wenn es im Ausland gelandet ist, ist dem LKA-Chef zufolge allerdings noch „hochgradig schwierig“. Allerdings seien die Geldströme zugleich der beste Ermittlungsansatz. Am Ende lebten die Täterinnen und Täter von dem Geld und müssten daher irgendwo drankommen. „Man kann also nicht pauschal sagen, dass dann die Hoffnung verloren ist, sondern für uns ist es ein guter Ermittlungsansatz, um weiter vorzugehen“, sagte er. Allerdings gebe es Grenzen, vor allem, wenn es um das außereuropäische Ausland geht.

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LKA-Chef: „Sehr viel“ für Prävention getan
Massinger betonte außerdem, dass „sehr viel“ für Prävention getan worden sei. „Es gibt kaum etwas, für das die Bevölkerung stärker sensibilisiert ist als für diese Begehungsformen.“ Darin einbezogen seien auch Enkeltrick- und Schockanrufe. Schon bei aufkommenden Phänomenen weisen die Behörden Massinger zufolge sofort darauf hin, mit welchen Maschen die Täter unterwegs seien und was Betroffene tun könnten. Es gehe nicht nur darum, „gute Ermittlungsverfahren zu führen, sondern vor allem Taten nicht weiter geschehen zu lassen“, betonte der LKA-Präsident.

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