Ein 35-jähriger Düsseldorfer wurde bei einem Straßenbahnunfall am frühen Sonntagmorgen schwer verletzt. Laut Polizei Düsseldorf stand der Mann um 3.30 Uhr zwischen zwei Waggons der Rheinbahn-Linie U72, als diese an der Haltestelle Wehrhahn S in Richtung Ratingen losfuhr. „Der Mann wurde mitgeschleift“, sagt ein Polizeisprecher. Nachdem die Bahn abbremste, geriet der Mann unter einen Waggon und musste schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden.
Der Unfall hatte einen Großeinsatz ausgelöst. Die Feuerwehr Düsseldorf war laut einem Sprecher mit 13 Fahrzeugen, 20 Feuerwehrleuten und zwölf Rettungskräften im Einsatz. „Für solche Unfälle gibt es bei uns eine feste Alarm- und Ausrückeordnung“, hieß es von der Feuerwehr. Demnach gehört auch ein Wagen mit Feuerwehrkran dazu – eines der größten und teuersten Fahrzeuge im Einsatz. Diese Spezialmaschinen können einen Rheinbahn-Waggon anheben, der mehr als 40 Tonnen wiegt.
Als die Einsatzkräfte eintrafen, war das Unfallopfer „wach und ansprechbar“, berichtet ein Feuerwehrsprecher. Eingeklemmt war der 35-Jährige demnach nicht, auch ein Anheben der Bahn war nicht nötig. „Wir konnten ihn mit dem Einsatz technischer Mittel herausziehen und an die Rettungskräfte übergeben, damit er ins Krankenhaus kommt.“ Nach 50 Minuten war der Einsatz für die Feuerwehr beendet.
Rheinbahn-Unfälle in Düsseldorf häufen sich seit November 2025
Für Polizei und Rheinbahn dagegen hatte der Unfall noch stundenlang Folgen. Laut einer Rheinbahn-Sprecherin konnten die Wehrhahn-Linien U71, U72 und U73 zwischen 3.34 und 7.15 Uhr die Haltestelle Wehrhahn S nicht anfahren. Das Verkehrsunfallaufnahmeteam der Polizei war bis 7.30 Uhr am Unfallort, um Spuren zu sichern und den Hergang zu ermitteln.
Warum der 35-jährige Düsseldorfer im Kupplungsbereich zweier Waggons am Gleis stand, ist noch nicht geklärt. „Wir können Alkoholeinfluss nicht ausschließen“, sagt ein Polizeisprecher. In jedem Fall bestehe kein Fremdverschulden.
Aus Sicht der Rheinbahn reiht sich der Vorfall ein in eine Serie von Unfällen.Kostenpflichtiger Inhalt Zwischen November 2025 und Mai 2026 kollidierten oder entgleisten vier Bahnen. Und am vergangenen Donnerstag, Freitag und Samstag kam es an der Grafenberger Allee sowie in Stockum an drei aufeinanderfolgenden Tagen zu Unfällen zwischen Autos und Straßenbahnen. Dass Fußgänger – wie jetzt am Wehrhahn – bei einem Straßenbahn-Unfall verletzt werden, passiert statistisch betrachtet selten. 2025 kam es laut polizeilichem Verkehrsbericht zu 15 solchen Fällen in Düsseldorf.