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Eindeutiger waren die Kräfteverhältnisse bei einem Aufstiegsspiel zur 3. Liga selten verteilt. Lok Leipzig wirkte im Hinspiel gegen die Würzburger Kickers (0:1) teils komplett abgemeldet. Damit es am Montag für den Nordost-Meister doch noch zum großen Wurf reicht, braucht es gefühlt ein Wunder. Und dafür könnte vor allem einer sorgen…

Ayodele Adetula (28) hat nach seinem Wechsel vom SV Rödinghausen im letzten Sommer eine herausragende Premierensaison mit 17 Treffern und sechs Vorlagen für den FCL gespielt. Der Linksaußen ist neben Dorian Cevis einer der zwei letzten offensiven Stammkräfte, die bei den personell gebeutelten Leipzigern noch fit sind. Fakt: Immer wenn keiner mehr mit Lok rechnete, war Adetula da.

Drittliga-Traum ade oder Lok-Halleluja? Jetzt hoffen alle Blau-Gelben auf Adetula!

Im Hinspiel kam Adetula zu selten zu solch gefährlichen Aktionen wie hier

Im Hinspiel kam Adetula zu selten zu solch gefährlichen Aktionen

Foto: Michael Taeger/Jan Huebner

Der gebürtige Bremer nährt die Wunder-Wünsche der Fans: „Wir haben nichts mehr zu verlieren und oft genug bewiesen, dass wir Spiele drehen können – so wie gegen Magdeburg II am letzten Spieltag (5:2 nach 1:2, d. Red.). Gerade auswärts sind wir auch stark. Wir glauben an uns und freuen uns extrem auf das Spiel.“

Aber wie will er die Wende hinbekommen? „Wir haben einmal richtig gepennt. Aber ich denke, wir müssen unser Spiel mehr durchziehen, dann kommen wir auch zu mehr Chancen“, sagt Adetula. Heißt: Es geht vor allem um mehr Mut und Risiko, sprich: Volldampf ohne mentale Handbremse!

Ziane: „Das Gerede macht was mit uns“

Das meint auch Djamal Ziane (34): „Am besten den Kopf ausschalten. Es wurde vorher so viel darüber geredet und nachgedacht. Das macht was mit uns Spielern. Wir machen uns natürlich auch Gedanken, das müssen wir jetzt beenden und das Ding noch umbiegen.“

Trainer Jochen Seitz und Djamal Ziane diskutierten direkt nach Abpfiff noch über Ideen für die Wende

Trainer Jochen Seitz und Djamal Ziane diskutierten direkt nach Abpfiff noch über Ideen für die Wende

Foto: Michael Taeger/Jan Huebner

Der Stürmer-Oldie hing im Hinspiel viel zu sehr in der Luft. „Das war schon etwas ideenlos, das ärgert mich“, gab Ziane zu. „Es war kein schönes Spiel. Würzburg und wir haben beide keine feine Klinge gespielt. Mit dem Gegentor haben wir den Faden verloren, das zieht uns den Stecker. Spielerisch und fußballerisch war das zu wenig, nicht vom Willen und Engagement her. Aber wir hatten da zu wenig Zugriff.“

Trainer Jochen Seitz (49) wird also insbesondere daran arbeiten, wie er seine Restoffensive nochmal taktisch besser in Szene gesetzt bekommt. Irgendeinen Schachzug wird es wohl brauchen, um Adetula für Hereingaben oder Abschlüsse besser in Position zu bringen.

„Alles oder nichts“ für Lok Leipzig

Ziane: „Würzburg stand sehr kompakt. Uns hat in der zweiten Halbzeit die Fortsetzung nach dem langen Ball gefehlt. Wir haben zu wenig Fußball gespielt. Es war wirklich schwer vorn. Wir können mehr über Außen kommen, mehr Flanken bringen.“ Und er weiß besser als alle anderen: „Es ist jetzt alles oder nichts.“

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Fakt: Nach 26 Jahren trennen Lok Leipzig dennoch nur 90 Minuten von der Rückkehr auf die große Fußballbühne. Der Verein hat dabei extreme Rückschläge im wahrsten Sinne des Wortes geMEISTERT. Gibt es jetzt ein Halleluja – vielleicht mit Adetula?