Konflikte mit Beteiligung des Iran und Störungen in der Straße von Hormus verändern die europäische Energielandschaft erheblich und treiben den Kontinent in eine zunehmende Abhängigkeit von Flüssigerdgas (LNG) aus den Vereinigten Staaten, da er nach der Ukraine-Krise nach Energiesicherheit strebt.
Nach dem Ausbruch des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine im Jahr 2022 setzte die Europäische Union (EU) eine Strategie zur Verringerung ihrer Abhängigkeit von russischer Energie um.
Die Importe von russischem Gas über Pipelines sind von rund 137 Milliarden Kubikmetern im Jahr 2021 auf nur noch 18 Milliarden Kubikmeter im Jahr 2025 eingebrochen (ein Rückgang um 87 %), während der Anteil der EU an den gesamten Gasimporten von 45 % auf 12 % gesunken ist.
Ende 2025 wird das Europäische Parlament Regelungen verabschieden, die ab Ende 2026 ein vollständiges Verbot von russischem LNG und bis Ende 2027 ein Ende der Pipelinegasimporte aus Russland vorsehen, sowie eine Geldstrafe von 40 Millionen Euro für jede Umgehung der Regeln.
Um die Lieferungen aus Russland zu ersetzen, erhöht Europa seine Energieimporte aus Norwegen, Algerien, Aserbaidschan, Katar und den Golfstaaten und baut gleichzeitig den Einsatz von US-amerikanischem Flüssigerdgas (LNG) aus. Erneuerbare Energien tragen zur Senkung des Energiebedarfs bei, und US-amerikanisches LNG ist nur ein Teil dieses Systems.
Ziel war es, sicherzustellen, dass kein einzelnes Land die einst von Russland innegehabte dominante Stellung wiedererlangt. Die Spannungen im Nahen Osten seit Anfang 2026 haben diesen Diversifizierungsplan jedoch durchkreuzt.
Die Störung der Straße von Hormuz – einer Schifffahrtsroute, über die etwa 20 % des weltweiten Öls und LNG transportiert werden – führte dazu, dass die Gaspreise in Europa an einem einzigen Handelstag um rund 25 % in die Höhe schnellten, während die Ölpreise zeitweise die Marke von 126 US-Dollar pro Barrel überschritten.
Die europäischen Gasvorräte sind auf nur noch 35 bis 40 Prozent der Kapazität gesunken und nehmen rapide ab, was Besorgnis über mögliche Energieengpässe im kommenden Winter auslöst.
Angesichts der Schwierigkeiten bei der Lieferung von LNG aus Katar aufgrund der Transportrisiken über die Hormuz-Route spielt US-amerikanisches LNG eine zunehmend wichtige Rolle auf dem europäischen Markt.
Europas Erdgasreserven schrumpfen wöchentlich, wodurch der Druck steigt, langfristige Verträge mit den USA abzuschließen. Der Anteil von US-amerikanischem LNG an den gesamten LNG-Importen der EU ist von 24 % vor dem Ukraine-Konflikt auf 56 % bis Ende 2025 gestiegen und wird Prognosen zufolge im ersten Quartal 2026 etwa 63 % erreichen.
Energieforschungsorganisationen prognostizieren, dass Europa bis 2030 jährlich etwa 115 Milliarden Kubikmeter LNG aus den USA importieren könnte, was etwa 80 % der gesamten LNG-Importe der Region und etwa 40 % des gesamten Gasverbrauchs Europas entspräche.
Dies bedeutet, dass die USA in der Zeit nach Russland zunehmend zu Europas wichtigstem Energiepartner werden, unabhängig vom endgültigen Ergebnis der Verhandlungen über den Iran und die Straße von Hormus.
Quelle: https://www.vietnamplus.vn/chau-au-gia-tang-phu-thuoc-vao-nguon-khi-thien-nhien-hoa-long-cua-my-post1113637.vnp