Polizei stürmt Anarchisten-Treffs

Großrazzia nach Stromanschlag in Berlin

Aktualisiert am 24.03.2026Lesedauer: 2 Min.

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Polizisten im Einsatz: An mehreren Orten kamen die Beamten gleichzeitig zu Razzien. (Quelle: Sven Käuler/dpa)

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Hunderte Polizisten sind in Berlin im Einsatz. Das Ziel sind mutmaßliche Drahtzieher eines Anschlags auf das Stromnetz der Hauptstadt.

In Berlin und anderen Bundesländern sind am Dienstagmorgen Hunderte Beamte zu einer Großrazzia an mehreren Orten ausgerückt. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge steht eine Gruppe im Visier, die im September 2025 einen Anschlag auf die Strominfrastruktur der Hauptstadt verübt haben soll.

Laut der Berliner Zeitung „B.Z.“ stürmten Einsatzkräfte unter anderem die „Anarchistische Bibliothek“ an der Reichenberger Straße in Berlin-Kreuzberg. Insgesamt durchsuchten 17 Polizisten 17 Wohnungen und andere Räume in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kyritz in Brandenburg, wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mitteilte.

Nach Angaben eines Sprechers der Generalstaatsanwaltschaft richtet sich der Einsatz gegen namentlich bekannte Beschuldigte. Vier Personen im Alter von 28, 31, 35 und 36 Jahren wird verfassungsfeindliche Sabotage vorgeworfen. Festgenommen wurden die Verdächtigen aber nicht. Haftbefehle können nur bei dringendem Tatverdacht und entsprechenden Beweisen erlassen werden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) berichtete über den Einsatz mit Schwerpunkt in Berlin: „Die Sicherheitsbehörden kennen die Protagonisten des harten Kerns“, erklärte die GdP. „Aber nach wie vor ist es unglaublich schwer, ihnen Brandanschläge wie den in Johannisthal oder Zehlendorf nachzuweisen.“ Das Landeskriminalamt (LKA) habe erfolgreich ermittelt, „um die heutigen Durchsuchungsbeschlüsse zu erwirken“.

Anschlag im September: „Angriff auf militärisch-industriellen Komplex“

Im September 2025 hatte ein Feuer mehrere Starkstromleitungen am Fuß von zwei Strommasten in Berlin-Johannisthal zerstört, woraufhin für rund 60 Stunden der Strom ausfiel. Betroffen waren rund 45.000 Haushalte und Firmen.

Der teilweise beschädigte Strommast im Berliner Südosten.Vergrößern des BildesEin teilweise beschädigter Strommast im Berliner Südosten. (Quelle: Jens Kalaene/dpa)