Vor dem Anpfiff wurde es ganz still. Eine Schweigeminute für verstorbene Mitglieder des SV Eilendorf zeigte noch einmal, dass es Wichtigeres als Fußball gibt. Nach dem Abpfiff wurde es bei einem Landesligisten sehr laut. Denn mit dem 3:0 (1:0) beim SV Eilendorf sicherte sich der TuS Chlodwig Zülpich endgültig den Aufstieg in die Mittelrheinliga.

„Glückwunsch an Zülpich für eine grandiose Saison. Das war heute ein verdienter Sieg, sie haben zielstrebig nach vorne gespielt mit viel Durchschlagskraft. Wir konnten nicht an die Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen. Trotzdem bin ich mit der Rückrunde sehr zufrieden“, sagte SVE-Trainer Jasmin Muhovic fair.

Den einen noch benötigten Punkt zum Aufstieg schienen die Gäste nicht einfach nur verteidigen zu wollen. Zülpich kam besser in die Partie; der SVE agierte zu fehlerhaft. „In Halbzeit eins haben wir im letzten Drittel mehr Fehler gemacht als in allen acht Spielen zuvor“, bemängelte Muhovic.

Eilendorfs Torwart Fabian Radermacher reagierte per Fußabwehr gut gegen Luca Ohrem (9.). Knapp zehn Minuten später war er aber machtlos: Bei einem Einwurf stimmte die Zuordnung in der SVE-Abwehr nicht. Der Ball wurde per Kopf verlängert an den zweiten Pfosten. Marvin Iskra musste nur noch einschieben (18.). „Wir waren eigentlich auf Standards vorbereitet, haben es die Woche trainiert. Aber bei Michael Olise weiß man eigentlich auch, was kommt. Trotzdem trifft er“, seufzte Muhovic.

Der Gastgeber verbesserte sich zwar. Auch in Zülpichs Strafraum wurde es gefährlich. Eingreifen musste Gästetorwart Jan Beyers aber nicht. Das musste dafür sein Gegenüber: Gegen den sehr auffälligen Tim Birkenheuer parierte Radermacher zweimal stark (29., 45.+1).

Muhovic wechselte zweimal, Durchgang zwei begann aber nicht besser: Erst vergab Iskra die Riesenchance zum 2:0 (48.). Nach dem Abstoß verlor der SVE aber nach einem bösen Fehler im Aufbau schnell den Ball. Ohrem erzielte den zweiten Treffer für Zülpich (49.). „Wir haben eigentlich besprochen, dass wir den Ball im Zentrum mit ein, zwei Kontakten weiterleiten wollen. Stattdessen fummeln wir da rum. Das hätte nicht passieren dürfen“, kritisierte Muhovic.

Viel passierte zunächst nicht mehr in den Strafräumen, auch wenn es weiter hitzig zwischen beiden Teams zuging. Nach einem Weitschuss des eingewechselten Dino Avdic rettete Beyer mit den Fingerspitzen (65.). Zülpichs Marlon Große versuchte es mit einem frechen Weitschuss (79.); Pascal Schiffer verpasste die Entscheidung im direkten Duell mit Radermacher (81.).

Tobias Knoben vergab im direkten Duell mit Zülpichs Torwart die größte Chance zum Anschlusstreffer, im Gegenzug machte Ohrem den berühmten Deckel drauf mit dem 3:0 (82.). „Du machst natürlich auf. Ob du jetzt 0:2 oder 0:3 verlierst, ist dann auch egal“, meinte Muhovic. Es blieb beim 3:0, die Gäste skandierten nach Abpfiff „Nie mehr Landesliga“, bevor die Party begann.

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