Ein wenig erinnert die Sache an diesen Fußballverein aus dem Süden der Republik, der in fast jedem Wettbewerb siegt, an dem er teilnimmt. Denn tatsächlich hat das vielfach ausgezeichnete Weingut Wöhrwag nun zum zweiten Mal die Edition Rosé der Württemberger Weinmeisterschaft von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten gewonnen. Und wenn man alle Titel zusammenzählt, die der Traditionsbetrieb aus Untertürkheim innerhalb des nach wie vor einzigen Publikumspreises in der Weinlandschaft eingeheimst hat, kommt man sogar auf die stolze Zahl fünf. Damit ist Wöhrwag eindeutig Rekordmeister. Chapeau!
Vergleiche mit dem FC Bayern
Nun könnte man mutmaßen, dass der sehr gute Name des Weinguts und ein bisschen Lokalpatriotismus vielleicht zum Ausgang der Wahl unserer Leserinnen und Leser beigetragen haben. Auf keinen Fall aber war dies auf dem Weg ins Finale der sechs Rosé-Weine so, denn die Vorkoster mit unseren Weinkolumnisten und dem Direktor der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg, Dieter Blankenhorn, wussten ja nicht, was sie da im Glas hatten.
Das Prinzip der Blindprobe führte in der vergangenen Saison sogar dazu, dass die Jury nicht einmal merkte, wie ihnen die Genossen vom Lembergerland erneut ihren Siegerwein des Vorjahres unterjubelten – nur eben mit dem Jahrgang 2023 statt 2022. Es wäre ja schlimm, wenn der FC Bayern nach dem Gewinn der Meisterschaft in der nächsten Saison nicht mehr antreten dürfte, so damals der Geschäftsführer der Genossenschaft, Christian Kaiser. Gewonnen hatte dann allerdings der Blaue Zweigelt aus der Remstalkellerei.
„Wir machen die Weine so, wie sie uns selbst schmecken, und freuen uns, wenn das andere auch so sehen.“
Hans-Peter Wöhrwag, Chef des Weinguts Wöhrwag
Das Weingut Wöhrwag ist aber mit einem neu eingereichten Wein zum zweiten Mal Rosé-Meister geworden. 2023 wurde der Titel mit einem 2021er Spätburgunder Rosé geholt, der laut Hans-Peter Wöhrwag komplexer ist. Nun machte die etwas leichtere 2025 Rosa Cuvée trocken das Rennen. „Wir haben damit gerechnet, dass er ins Finale durchkommt“, sagt der Chef selbstbewusst über seinen Wein, zumal damit im Vorjahr schon der zweite Platz in einem internationalen Wettbewerb erzielt wurde.
Holger Gayer, Moderator und Weinkolumnist unserer Zeitung, zeigte sich in der Runde begeistert vom „mega-klassischen Lachs-Rosé“. Hans-Peter Wöhrwag stellte dazu fest: „Es gibt keine Idealfarbe, die anzustreben ist, aber der Wein sollte immer zur Farbe passen.“
Merlot und Lemberger stecken zu ungefähr gleichen Anteilen in der Cuvée, dazu an die zehn Prozent Trollinger, der im Weingut Wöhrwag auf nur noch zehn Ar angebaut wird und hier für die Leichtigkeit und Frische sorgt. „Wir machen die Weine so, wie sie uns selbst schmecken, und freuen uns, wenn das andere auch so sehen“, sagte Hans-Peter Wöhrwag über den mit 10,20 Euro teuersten Kandidaten im Finale.
Einen ähnlichen Anspruch hat man im Weingut Graf Neipperg, dem zweiten Mitglied des ehrwürdigen Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) in der Rosé-Runde. „P.+P. Rosé“ heißt die Cuvée, die „für jedes Sommerfest ein Hauptgewinn“ ist, wie unsere Weinkolumnisten sagen. Der „Schwarze Rappe“ aus der Felsengartenkellerei Besigheim ist zwar auch lachsfarben beziehungsweise erinnert fast schon an einen Blanc de Noirs, hatte aber als feinherber Vertreter in der Endrunde mit 16 Gramm am meisten Restsüße. Das krasse Gegenteil ist „Hermanns Rosé“ vom kleinen Weingut Wissmann-Stilz in Schnait: ziegelsteinrot, unfiltriert und mit 1,8 Gramm Restzucker sehr, sehr trocken.
Wöhrwag lobt alle Finalisten
Die „Rosa“ von der Weinkultur Kirchheim erinnert nicht nur Holger Gayer an die Provence. Mit diesem Wein kann man also vom Süden träumen – und so ganz nebenbei bei uns zum Erhalt der Steillagen am Neckar beitragen. Für noch mehr Süden stehen einerseits die Winzer vom Weinberger Tal, deren zweiter Kellermeister Luis Carlos Reyes aus Kolumbien stammt und lange Zeit Weinbau auf Mallorca betrieb. Andererseits war der „Mia Rosé Otto Freyer“ als einziger rebsortenreiner Wein im Finale eine Hommage an den Pinot Meunier, wie der Schwarzriesling bei unseren französischen Nachbarn heißt.
Der nun fünffache Weinmeister (zweimal Rosé, zweimal Rot ab 12 Euro und einmal Weiß bis 12 Euro) Hans-Peter Wöhrwag fand im Finale anerkennende Worte für alle Weine der Runde, „die hier und somit schon mal Sieger sind“. Bei den Weingütern sind sie noch erhältlich. Unser exklusives Paket mit den sechs Finalisten der Edition Rosé ist allerdings bereits ausverkauft. Nun freuen wir uns auf das Siegerpaket aus dem Hause Wöhrwag, das wir demnächst bei einem Besuch auf dem Weingut in Stuttgart-Untertürkheim verkosten und vorstellen dürfen.
Verkostung
Inhalt
Das Paket mit sechs Weinen vom Weingut Wöhrwag ist ab sofort unter www.shop711.de zum exklusiven Preis von 74,40 Euro plus Versandkosten bestellbar. Darin enthalten sind: 2025 Riesling, Alte Reben, VDP-Gutswein; 2025 Kreiden.Stein Riesling Goldkapsel; 2025 Kreiden.Stein Muskateller; 2025 Rosa Rosé, VDP-Gutswein; 2025 Kreiden.Stein Spätburgunder Rosé; 2023 Lemberger VDP-Gutswein. Dazu gibt es im Nachgang einen Gutschein für eine Kiste Aqua Römer Mineralwasser.
Termin
Die Verkostung beim Rekordmeister ist ab Freitag, 26. Juni, 19 Uhr, unter dem Link https://zeitung-im-dialog.de/genuss/rose-meister-2026 abrufbar.