
AUDIO: Olympia-Referendum: Gegner der Bewerbung in Hamburg jubeln (1 Min)
Stand: 01.06.2026 07:34 Uhr
Beim Olympia-Referendum hat sich am Sonntag eine Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger gegen eine Bewerbung ihrer Stadt um Olympische und Paralympische Spiele ausgesprochen. Hamburg zieht seine Olympia-Bewerbung zurück.
Für die Gegner der Olympia-Bewerbung war es ein unerwartet deutlicher Erfolg. Um 20.31 Uhr war die Auszählung abgeschlossen. 54,9 Prozent (357.911) der teilnehmenden Wahlberechtigten stimmten gegen eine Kandidatur Hamburgs für die Olympischen Spiele – 45,1 Prozent (293.819) stimmten dafür. Insgesamt nahmen 651.730 Hamburgerinnen und Hamburger an der Abstimmung teil. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,6 Prozent.
Olympia-Referendum: Ergebnis der Auszählung
Das amtliche Endergebnis des Olympia-Referendums soll spätestens am 25. Juni vorliegen.
Bewerbungschef Steffen Rülke sprach davon, dass man im Sport auch in Würde verlieren können müsse. Er wünsche den anderen deutschen Bewerberstädten nun viel Erfolg. Der Deutsche Olympische Sportbund setzt die Bewerbung um Sommerspiele mit Berlin, München und Köln Rhein-Ruhr fort – aber ohne Hamburg.
Sport und Wirtschaft enttäuscht vom Referendums-Ergebnis
Für Norbert Aust, Präses der Handelskammer, hängt die Zukunft der Stadt zwar nicht von Olympia ab – Im Wettbewerb um Bundesgelder für wichtige Projekte wie eine neue Köhlbrandtquerung im Hafen oder für die Modernisierung des Hauptbahnhofs, werde es nun aber schwer, sich gegen die künftige deutsche Olympiastadt durchzusetzen.
Tschentscher: Olympia-Bewerbung zurückgezogen
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte in einer ersten Stellungnahme, viele Bürgerinnen und Bürger, die sich auf die Spiele gefreut hätten, seien jetzt enttäuscht und fügte hinzu: „Auch ich bedaure das Votum sehr.“ Er habe dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mitgeteilt, das Hamburg seine Bewerbung für die Olympischen Spiele zurückziehe.
„NOlympia“: Menschen wollten kein Leuchtturmprojekt
Eckart Maudrich, Sprecher der Initiative „NOlympia“ sagte, mit dem zweiten Nein habe Hamburg ein Zeichen für Fair Play und Teamgeist bei den Spielregeln der Olympischen Spiele gestimmt. Die Versprechungen des Senats seien zu unglaubwürdig gewesen. Ebenso das Finanzkonzept, bei dem die milliardenschweren Kosten für Sicherheit und den Bau eines Leichtathletikstadions einfach weggelassen worden seien. „Dieses Votum sollte der Hamburger Politik eine Lehre sein: Die Menschen in der Stadt wollen kein weiteres Leuchtturmprojekt“, sagte er.

Waren Ihre Nachbarinnen und Nachbarn für oder gegen eine Olympia-Bewerbung? Sehen Sie hier, wie Ihr Stadtteil abgestimmt hat.
Bereits 2015 scheiterte Olympia-Referendum in Hamburg
Beim Referendum 2015 – damals ging es um eine mögliche Olympia-Bewerbung für 2024 – hatten sich 51,6 Prozent gegen eine Bewerbung um das größte Sportereignis der Welt entschieden. 48,4 Prozent votierten dafür. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 50,2 Prozent.
Video:
NDR Info extra: Olympia-Entscheidung in Hamburg (10 Min)
DOSB entscheidet im September
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 26. September, mit welcher Stadt oder Region er in das internationale Rennen zieht. Die verbliebenen Bewerber sind München, die Rhein-Ruhr-Region und Berlin. Beim Bürgerentscheid von Hamburgs Partner Kiel hatten am 19. April 63,5 Prozent dafür gestimmt, dass sich die Stadt als Segelstandort empfiehlt. Kiel muss nun hoffen, auch bei den anderen Bewerbern zum Zuge zu kommen.

Eine Mehrheit sich am Sonntag gegen eine Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele ausgesprochen. Die Stadt wäre ein fantastischer Gastgeber gewesen, findet Lars Pegelow.

Am 31. Mai hat sich beim Olympia-Referendum in Hamburg eine Mehrheit gegen Olympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 in der Hansestadt ausgesprochen.

Hamburg hat sich in einem Referendum gegen eine Bewerbung für die Olympischen Spiele entschieden. Wie Regierung und Opposition die Entscheidung bewerten.

Die Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt haben abgestimmt und sich gegen Olympia entschieden. Ergebnisse, Stimmen, Videos und Einschätzungen zum Referendum im Blog zum Nachlesen.