Brüninghoff Ausbildung und Beruf
Unterstützer aus Überzeugung: (v.l.) Frank Steffens (CEO der Brüninghoff Group), Franziska Struck (Projektleiterin Innovation bei der Brüninghoff Group und Nachwuchsprofessorin an der FH Münster) und Jan Wenker (Brüninghoff Group Director Sustainability & Innovation) treiben das zirkuläre Bauen voran. Projekte wie die kreisl Kiste sind für sie wichtige Praxistests.

Foto: Brüninghoff

Die kreisl Kiste besteht nach Angaben der Projektbeteiligten überwiegend aus gebrauchten Bauteilen und Materialien. Der Pavillon wurde rückbaubar konzipiert und soll nach seiner Nutzung an einem anderen Standort erneut aufgebaut werden.

Das zugrunde liegende kreisl Projekt wurde von den Masterstudentinnen Sophie Weber und Laura Krieger angestoßen. Fachlich begleitet wird es von der Münster School of Architecture (MSA) unter Leitung von Prof. Dr. Anja Rosen. Im Mittelpunkt steht dabei die Wiederverwendung vorhandener Ressourcen sowie die Planung und Umsetzung von Bauwerken in Materialkreisläufen.

Der Entwurf der kreisl Kiste entstand laut FH Münster im Rahmen der Lehre an der Münster School of Architecture und wurde vollständig von Studierenden entwickelt. Sie erarbeiteten verschiedene Fassadenvarianten aus gebrauchten Materialien und waren an der Fertigung in den Werkstätten der Hochschule sowie an der Umsetzung auf der Baustelle beteiligt.

Die Brüninghoff Group übernahm nach eigenen Angaben die Ausführungs-, Werk- und Montageplanung sowie die Vorfertigung und Montage des Pavillons. Dabei wurden insbesondere das Tragwerk und die Gebäudehülle aus wiederverwendeten Materialien umgesetzt.

Erkenntnisse für künftige Projekte

»Die kreisl Kiste ist für uns mehr als ein einzelnes Re-Use-Projekt. Sie zeigt sehr konkret, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit wiederverwendete Baustoffe zuverlässig geplant, geprüft, vorgefertigt und montiert werden können. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt werden für unsere künftigen Bauvorhaben eine wichtige Rolle spielen. Denn zirkuläres Bauen wird nur dann skalierbar, wenn wir es aus der Praxis heraus weiterentwickeln«, sagt Frank Steffens, CEO der Brüninghoff Group.

Für die Konstruktion wurden nach Angaben der Beteiligten unter anderem gebrauchte Stahlprofile, wiederverwendete Hölzer, Schalplatten sowie Fenster und eine Tür aus einer ehemaligen Schule eingesetzt. Darüber hinaus flossen Restbestände aus dem Unternehmen in das Bauwerk ein. Nach dem Ende der Nutzung auf dem Domplatz soll der Pavillon zurückgebaut und erneut verwendet werden.

Nachwuchskräfte eingebunden

Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung übernahm laut Unternehmen die Brüninghoff Future Force. Auszubildende und Berufseinsteiger wirkten an der Planung mit, übernahmen Aufgaben in der Vorfertigung und waren am Aufbau des Pavillons beteiligt. Das Projekt diente dabei zugleich als Lernumgebung für den Fachkräftenachwuchs, insbesondere im Umgang mit gebrauchten Bauteilen, lösbaren Verbindungen und der Qualitätssicherung auf der Baustelle.

An dem Vorhaben beteiligen sich neben der FH Münster und der Brüninghoff Group weitere regionale Handwerksbetriebe und Projektpartner. Nach Angaben der Beteiligten sollen durch das Zusammenwirken von Hochschule, Planung, Handwerk und Baupraxis Erfahrungen für künftige Re-Use-Projekte gewonnen werden.

In den kommenden rund vier Monaten wird die kreisl Kiste als öffentlicher Ausstellungs- und Veranstaltungsort zum Thema zirkuläre Wertschöpfung genutzt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nach Angaben von Brüninghoff in zukünftige Bauprojekte einfließen.

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