Mehrere große britische Pensionsfonds haben am Dienstag zugesagt, in den kommenden Jahren zusätzliche Milliardenbeträge in britische Unternehmen und Infrastrukturen zu investieren. Damit folgt die Branche dem Appell der Regierung, private Investoren stärker in die Finanzierung öffentlicher Projekte und zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums einzubinden.
Laut einer Mitteilung der Regierung erklärten siebzehn Investmentfirmen, bis 2030 bis zu 10 % ihrer Pensionsportfolios in Infrastruktur, Immobilien und Private Equity zu investieren. Die Hälfte dieser Summe soll speziell für britische Vermögenswerte reserviert werden.
Zu den Unterstützern des Abkommens gehören Investmentunternehmen wie Aviva, Legal & General sowie M&G. Nach Schätzungen der Regierung könnten so bis zu 50 Milliarden Pfund (etwa 66 Milliarden US-Dollar) an zusätzlichen Investitionen mobilisiert werden.
Das sogenannte Mansion House Accord, das auf einer Vereinbarung aus dem Jahr 2023 aufbaut, ist derzeit freiwillig. Die Regierung kündigte jedoch an, die Fortschritte bei der Umsetzung zu überwachen und das Abkommen im Rahmen einer bevorstehenden Überprüfung der Altersvorsorge durch weitere Maßnahmen zu untermauern.
Wie die Financial Times und andere Medien berichten, erwägt die Regierung, sich das Recht einzuräumen, Pensionsfonds zu verpflichten, verstärkt in britische Projekte zu investieren. Dies sorgt bei einigen Branchenvertretern für Bedenken, da sie befürchten, dass dies nicht im besten Interesse der Kunden sei.
„Wir halten es für richtig, mehr inländische Investitionen zu fördern, sind aber überzeugt, dass nachhaltige Lösungen vor allem durch geeignete Anreize und nicht durch Verpflichtungen entstehen,“ sagte ein Sprecher von Phoenix, einem der Unterzeichner.
Das britische Finanzministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.
Finanzministerin Rachel Reeves erklärte, das Abkommen werde dazu beitragen, Milliardenbeträge in bedeutende Infrastrukturprojekte, erneuerbare Energien und Start-ups zu lenken.
Das neue Abkommen verdoppelt das bisherige Ziel des Mansion House Accords, fünf Prozent der Pensionsvermögen in produktive Anlagen zu investieren, und erweitert zugleich die Bandbreite der einbezogenen Vermögenswerte.
Weitere Unterzeichner sind einige der größten britischen Pensionsfonds, darunter das Universities Superannuation Scheme, der National Employment Savings Trust sowie The People’s Pension.
(1 US-Dollar = 0,7575 Pfund)