Streit ums Geld

Frankenschnellweg: Grüne zweifeln an Finanzierung

Aktualisiert am 01.06.2026 – 13:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Frankenschnellweg: Vor dem Bürgerentscheid machen die Nürnberger Grünen gegen die aktuellen Ausbaupläne mobil.Vergrößern des Bildes

Vor dem Bürgerentscheid machen die Grünen gegen die Ausbaupläne mobil. Wolfgang Klemm, Verena Osgyan und Stadtrat Alexander Kahl (von links). (Quelle: Meike Kreil/t-online)

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Die Grünen machen vor dem Bürgerentscheid zum Frankenschnellweg Druck: Sie bezweifeln, dass die Ausbaupläne der wichtigen Verkehrsader finanziell zu stemmen wären.

Der Streit über Nürnbergs vielleicht wichtigste Verkehrsader geht weiter: Wenige Wochen vor dem Bürgerentscheid am 28. Juni haben die Nürnberger Grünen ihre Argumente gegen den Frankenschnellweg-Ausbau bekräftigt. Sie rufen dazu auf, mit „Ja“ beim Bürgerentscheid zu stimmen, also gegen die aktuellen Pläne. Es geht um Kosten von mittlerweile über einer Milliarde Euro. Zwar hat der Freistaat eine Förderung von 80 Prozent zugesagt, doch die Stadt müsste dennoch einen erheblichen Teil selbst tragen.

Aus Sicht der Grünen braucht es eine Neuplanung des Frankenschnellweg-Ausbaus. An den derzeitigen Plänen kritisieren die Nürnberger Politiker die massiv gestiegenen Kosten, die lange Baudauer sowie die ihrer Meinung nach negativen Folgen für die Lebensqualität und die Stadtentwicklung.

Die Ausbaupläne zum Frankenschnellweg lösen seit beinahe Jahrzehnten Diskussionen aus.Vergrößern des BildesDie Ausbaupläne zum Frankenschnellweg lösen seit beinahe Jahrzehnten Diskussionen aus. (Quelle: Meike Kreil)

Ausbau Frankenschnellweg: Grüne stellen „Plan B“ vor

Bei einem Pressetermin stellt der Fraktions-Co-Vorsitzende Alexander Kahl einen „Plan B“ vor. Bemerkenswert sei, dass die Stadtverwaltung diesen Alternativplan zuletzt selbst ins Spiel gebracht habe, erklärt er.

Kahl erinnert daran, dass die Stadtverwaltung 2025 im Verkehrsausschuss selbst eine Alternative vorgestellt habe – den sogenannten „Plan B“, siehe hier. Dieser Alternativplan sieht eine Bündelung der Fahrbahnen vor, was mehr Grün schaffen könnte. Und das ganz ohne den Bau eines Tunnels, den die aktuellen Pläne zum Ausbau vorsehen.

Dabei sei die Verwaltung selbst zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Variante aufgrund der erheblich gesunkenen Verkehrsbelastungen eine technisch und finanziell deutlich einfachere und schneller umsetzbare Alternative sei. „Für den städtischen Eigenanteil am Tunnelprojekt könnte man diesen ‚Plan B‘ gleich mehrfach selbst finanzieren“, so Kahl. Allerdings, so heißt es im Dokument des Verkehrsausschusses: Die Planungen seien noch nicht weit vorangeschritten.

Eine Visualisierung des Tunnels.Eine Visualisierung des Tunnels, verbreitet von der Stadt. (Quelle: Stadt Nürnberg)Das plant die Stadt

Die Stadt möchte den Frankenschnellweg (A73) in zwei Abschnitten ausbauen. Zwischen der Anschlussstelle Nürnberg/Fürth und der Jansenbrücke soll in Fahrtrichtung Hafen eine dritte Spur angebaut werden. Von der Rothenburger Straße bis zur Otto-Brenner-Brücke soll ein 1.800 Meter langer Tunnel gebaut werden, der eine kreuzungsfreie Durchfahrt ermöglicht. Oberhalb des Tunnels soll der Verteilerverkehr zu den einzelnen Stadtteilen fließen. Auf dem südlichen Tunneldeckel soll Platz für einen Stadtteilpark sein.

Haushaltssperre wirft neue Fragen auf

Besonders brisant: Bei der Genehmigung des Haushalts 2026 hat die Bezirksregierung Mittelfranken verfügt, dass die Stadt keine neuen Kreditermächtigungen mehr erhält. Eingeplant waren insgesamt 170 Millionen Euro – die fallen nun weg. Eine entsprechende Mitteilung der Stadt erklärte dazu im Mai noch, dass deshalb keine neuen Investitionen finanziert werden dürften.