Die beschädigte Eisenbahnbrücke über die Hunte bei Elsfleth von einem Ufer aus betrachtet.

Stand: 01.06.2026 15:19 Uhr

Die Bauarbeiten für die neue Eisenbahnbrücke bei Elsfleth (Landkreis Wesermarsch) haben offiziell begonnen. Ein Schiff hatte die alte Brücke im Jahr 2024 gerammt und beschädigt. Die Verbindung ist für die Häfen wichtig.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) gaben am Montag den Startschuss für den Neubau. In Betrieb nehmen will die zuständige Deutsche Bahn (DB) die neue Brücke über die Hunte eigenen Angaben zufolge bis zum Jahresende 2027 oder Anfang 2028. Bis der Neubau fertig ist, werden die Güter an der Stelle weiterhin über eine Hilfsbrücke transportiert. Die Kosten für den Neubau tragen laut Bahn unter anderem der Bund, das Land Niedersachsen, die DB sowie die Wasserstraßenverwaltung. Zu den Gesamtkosten will ein Sprecher der Bahn erst nach Projektabschluss Angaben machen.

Friesenbrücke bei Weener dient als Vorbild

Laut Bahn ist eine sogenannte Hub-Drehbrücke geplant. Die neue Brücke soll den Angaben nach 8,40 Meter hoch sein und kann bei Bedarf gedreht werden. Als Vorbild für den Bau diene die Friesenbrücke bei Weener (Landkreis Leer). Durch die Übertragung der Technik und der Planungen ließen sich rund drei Jahre Vorbereitungszeit sparen. Die bauvorbereitenden Arbeiten für die neue Brücke laufen der Bahn zufolge seit Juni 2025. Die Baugruben für die Brückenpfeiler seien inzwischen ausgehoben, Zugangsbrücken und Arbeitsplattformen errichtet worden und der Unterwasser-Beton härte jetzt.

Kapitän nach Schiffsunfall 2024 verurteilt

Eine Karte zeigt den Ort einer Kollision eines Binnenschiffs mit der Huntebrücke.

Das ist der Standort der Huntebrücke in Elsfleth – hier kam es 2024 zur Kollision.

Die Elsflether Brücke wurde bei einer Kollision im Jahr 2024 so stark beschädigt, dass sie über Wochen gesperrt werden musste. Durch den Aufprall wurden Stahlträger der Brücke schwer beschädigt, Gleise verschoben und das Brückenlager verformt. Der damalige Kapitän des Binnenschiffs wurde ein Jahr später zu einer Geldstrafe verurteilt. Die im Nachgang errichtete Hilfsbrücke über die Hunte ist im Gegensatz zur ursprünglichen Brücke nicht klapp- oder drehbar. Dadurch kann vor allem der Oldenburger Hafen aktuell nicht mehr von Seeschiffen angelaufen werden. Um die Umschlagszahlen im Hafen dennoch stabil zu halten, werden die Güter deswegen seit zwei Jahren mit flachen Binnenschiffen, Lastwagen und per Zug transportiert. Der Neubau soll laut Bahn schnellstmöglich die uneingeschränkte Befahrbarkeit der Hunte und die Anbindung an den Oldenburger Hafen für Binnen- und Seeschiffe wieder herstellen.

Die Huntebrücke ist nach einer Kollision mit einem Binnenschiff beschädigt.

Das Vergabeverfahren muss nicht erneut geprüft werden. Ein Bieter hat einen Antrag auf erneute Prüfung zurückgenommen.

Ein Mann sitzt in einem Gerichtssaal zwischen seinen Anwälten.

Die Staatsanwaltschaft hatte 120 Tagessätze à 50 Euro gefordert. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch unter Auflagen.