Stand: 01.06.2026 18:57 Uhr

Olympia in Hamburg ist vom Tisch – und damit auch rein Norddeutsche Olympische Spiele. Mit München und NRW bleiben aber Bewerber im Rennen, die mit Kiel als Segelstandort planen. Die Entscheidung fällt im September.

Die Hansestadt scheidet aus dem Bewerbungsprozess für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 aus. Knapp 55 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger stimmten am Sonntag (31.5.) gegen eine Bewerbung. Im Konzept der Hanseaten war Kiel unter anderem als Segelstandort vorgesehen.

Olympia-Traum für Kiel noch nicht beendet

Für die „Sailing City“ an der Ostsee bedeutet das jedoch nicht das Ende aller Olympia-Hoffnungen. Zwei der insgesamt drei verbleibenden Olympia-Bewerber ziehen die Landeshauptstadt weiter als Austragungsort der Segelwettkämpfe in Betracht.

Kiel weiterhin als olympischer Segelstandort denkbar

Der Hafen von Kiel-Schilksee

Das Olympiazentrum Schilksee in Kiel ist offizieller Bundesstützpunkt des Deutschen Segler-Verbands. Schon 1972 wurden hier die olympischen Segelwettbewerbe ausgetragen.

„Für Kiel und Schleswig-Holstein, die als Segelstandort auch für alle weiteren Bewerberstädte als Partner bereitstehen, ist die Bewerbung weiterhin eine große Chance“, teilt die Präsidentin des Landessportverbandes Schleswig-Holstein Barbara Ostmeier am Montag mit.

Bis Donnerstag (4.6.) müssen die Olympia-Kandidaten ihre finalen Bewerbungen beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) einreichen. Über den deutschen Olympia-Kandidaten entscheidet dann am 26. September die DOSB-Mitgliederversammlung in Baden-Baden.

München und NRW planen mit Kiel – Berlin mit Rostock

Einer der Bewerber für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele ab 2036 ist München. Aus dem Referat für Bildung und Sport der Bayerischen Landeshauptstadt heißt es: „Kiel hat sich 1972 schon mal mit uns beworben – das passt also.“

Im Konzept der Bayern ist allerdings neben Kiel auch Rostock als potenzieller Austragungsort für die Sportart Segeln aufgelistet. „Wir freuen uns, dass wir zwei starke Partner haben mit Kiel und Rostock“, erklärt Sprecher Lukas Schauer. Doch er betont, dass die Entscheidung beim DOSB liege.

Keine klare Aussage aus NRW

Auch die Rhein-Ruhr-Region zieht sowohl Kiel als auch Rostock/Warnemünde in Erwägung: „Kiel und Warnemünde bieten perfekte Bedingungen für die olympischen Segelwettbewerbe“, heißt es auf der Website zur Olympiabewerbung aus NRW.

Laut Sebastian Groß-Olbermann, Sprecher der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen, fordert der DOSB von den Bewerbern (noch) keine finale Entscheidung für einen Segelpartner. Zu einem späteren Zeitpunkt werde man sich aber festlegen müssen. Groß-Obermann zufolge wird also der Zuschlag für einen deutschen Bewerber zugleich die Entscheidung über den Segelstandort bedeuten.

Berlin gegen Kiel als Segelstandort

Das würde heißen: Sollte sich der DOSB im September für den Kandidaten Berlin entscheiden, wäre Kiel automatisch aus dem Rennen. In der Bewerbung aus der Hauptstadt wird Rostock-Warnemünde nämlich explizit als Partner für Segelwettkämpfe auf dem Wasser genannt.

Das Logo vom DOSB.

Die finale Entscheidung über den Olympia-Standort fällt die DOSB-Mitgliederversammlung am 26. September.

Die Bürgerinnen und Bürger Münchens sowie die 17 Kommunen der Rhein/Ruhr-Bewerbung hatten sich – ebenso wie Kiel – mit einer klaren Zweidrittelmehrheit für Olympia ausgesprochen. Berlin bewirbt sich hingegen ohne Einbindung der Bevölkerung – ein Faktor, der bei der finalen Entscheidung des DOSB eine Rolle spielen dürfte.

Kiel kämpft weiter um Olympia

Ob die Segelwettbewerbe an die Kieler Förde zurückkehren könnten, dürfte also maßgeblich von den Vorlieben der großen Bewerber abhängen. „Unsere Drähte nach München und nach Rhein-Ruhr glühen schon“, erklärt Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke (CDU) auf Nachfrage von NDR Schleswig-Holstein. Man befinde sich in intensiven Gesprächen mit den Kandidaten, so Finke, und hoffe, dass auch das klare Votum der Kielerinnen und Kieler eine entscheidende Rolle spielen wird.

Fans des FC St. Pauli mit einem Plakat gegen die Olympia-Bewerbung Hamburgs

Zum zweiten Mal nach 2015 sagen die Bürger der Hansestadt „Nein“ zu einer Bewerbung für Olympische Spiele. 54,9 Prozent sprachen sich gegen die Pläne des Senats aus.

Olympia-Segeln in Kiel 1972

Olympische Spiele im Blick: In Kiel-Schilksee teilen sich ab sofort fünf Segelverbände gemeinsame Ressourcen

Die Olympischen Ringe auf einem Gebäude an der Kiellinie in Kiel

Mehr als 60 Prozent haben dafür gestimmt, dass sich die Stadt mit einem Hauptaustragungsort für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll.