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Das wird heute heftig: Experten warnen vor einer Gewitterfront, die aus dem Westen kommend mit Starkregen, Sturm und Hagel durch Deutschland fegt. Auch schwere Unwetter sind möglich.
Der meteorologische Sommerbeginn am 1. Juni ist vielerorts bereits buchstäblich ins Wasser gefallen. Statt Sonne dominiert Regen das Bild – und ein Ende ist nicht in Sicht. Auf BILD-Anfrage erklärt Klimatologe Dr. Karsten Brandt: „Das Tief Nesrin beschäftigt uns ordentlich: Es hat fünf Milliarden Kubikmeter Wasser im Schlepptau!“ Neben Regen blühen deshalb in Deutschland auch heute erneut stellenweise kräftige Gewitter: „Richtig Remmidemmi mit ordentlichen Wassermengen!“
Meteorologischer Sommer: Erst Gewitter-Walze, dann kehrt die Sonne zurück
Quelle: BILD, donnerwetter.de01.06.2026
Wetterdienst warnt vor großen Hagelkörnern
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von „Gewittern mit Unwetterpotenzial“. „In Gewitternähe besteht die Gefahr von Sturmböen“, heißt es. Starkregen und Unwetter ziehen laut DWD ab dem Mittag von Westen her vor allem durch Nordrhein-Westfalen. Dabei seien lokal heftige Starkregenfälle mit bis zu 40 Litern pro Quadratmeter und Hagel mit zwei Zentimetern Korngröße möglich. Die Temperaturen sollen im Schnitt nur um die 20 Grad betragen.

Trotz Unwettergefahr wird heute tagsüber vielerorts die 20-Grad-Marke geknackt
Foto: donnerwetter.de
Wo in Deutschland am meisten Regen fällt
Heftig wird es laut Dr. Brandt heute auch in Baden-Württemberg und im südlichen Rheinland-Pfalz: „Da sind in drei Stunden schon mal bis zu 30 Liter pro Quadratmeter möglich.“ Ursache: eine klassische Kaltfront, die über dem Atlantik Wasser aufgenommen hat und sich nun über Deutschland entlädt. „Ab dem frühen Nachmittag wird’s richtig kriminell – dann auch über Bayern, Hessen, Thüringen bis nach Hamburg.“

Die Wetterkarte zeigt die Niederschläge, die uns in der Nacht auf Mittwoch erwarten
Foto: donnerwetter.de
„Die höchste Temperatur wird im Laufe des Tages mit 27 Grad heute wohl Berlin bekommen“, tippt der Wetterexperte. „In München könnten es bis zu 25 Grad werden.“ Weil der überwiegende Rest am Mittag schon im Regen steckt, gibt es andernorts wohl nur um die 20 Grad – oder kühler. Dr. Brandt warnt: „Nicht vergessen, die Fenster zu schließen.“
Wann kommt die Sommerhitze?
Die gute Nachricht: „Es bleibt zwar in den nächsten Tagen wechselhaft, aber das Azorenhoch versucht reinzukommen. Am Samstag könnte es dann schöner werden. Und am Sonntag klettert das Thermometer dann vielleicht sogar wieder bis auf 28 Grad.“ Ob das dann von Dauer ist und der Sommer in die Gänge kommt, bleibt aber abzuwarten. „Da kommt bestimmt noch was nach. Aber es sieht trotzdem nicht schlecht für die nächste Woche aus. Das Hoch von den Azoren mischt dann wieder mit.“

Im Laufe des morgigen Tages zieht die Gewitterfront weiter in Richtung Osten
Foto: donnerwetter.de
Warum uns die Gewitter länger begleiten
Auch die Prognose von Diplom-Meteorologe Dominik Jung für Dienstag lässt Sonnenanbeter aktuell nicht jubeln: „Von Westen schiebt sich tagsüber ein zusammenhängendes Gewitterband über die Republik, das sich am Nachmittag zunächst über den westlichen Landesteilen entlädt und dann Stunde um Stunde weiter nach Osten zieht. Mit dabei ist alles, was eine ordentliche Gewitterlage hergibt: kräftige Sturmböen, Hagel und intensiver Starkregen!“

Wenn sich Gewitterzellen geballt über einem Ort entladen, kann es wie hier am Wochenende im Erzgebirge zu Überschwemmungen kommen
Foto: NEWS5
Lokal könne alles das sogar in den Unwetterbereich kippen – mit größeren Hagelkörnern und orkanartigen Böen! Das Problem: „Die Gewitter ziehen nicht zügig durch, sondern trödeln.“ Die üble Folge: Wenn eine kräftige Zelle nur langsam vorankommt oder gar an Ort und Stelle stehen bleibt, dann lädt sie ihren ganzen Wasservorrat über einer einzigen Region ab.
Foto: BILD
Gegenüber BILD warnt Jung: „In wenigen Minuten können dann enorme Mengen herunterkommen.“ Eine unberechenbare Kiste: Denn leider könne kein Wettermodell solch kleinräumige Zellen exakt vorhersagen.
EXPERTEN IN DIESEM TEXT
Dr. Karsten Brandt promovierte an der Universität Duisburg-Essen im Bereich der Klimatologie zum Doktor der Naturwissenschaften. Er verfasste mehrere Bücher zum Thema Wetter und ist außerdem Gründer und Geschäftsführer des Portals Donnerwetter.de.
Dominik Jung ist Diplom-Meteorologe und Klimaexperte beim Online-Portal und der App wetter.net. Er ist Geschäftsführer bei Q-met und betreibt einen YouTube-Kanal, auf dem er täglich das aktuelle Wetter vorstellt.
