Der mobile Laderoboter während einer Präsentation in der VW-Manufaktur Dresden. Foto: Jan Rieger für „Mobilities for EU“ via LHD
Im „Sportpark Ostra“ baut Dresden ein Testareal für neue Roboter auf
Dresden, 02.06.26. Wenn Elektroauto weit und breit keinen freien Ladepunkt finden, muss der Ladepunkt eben zum Stromer kommen – haben sich Volkswagen und das sächsische Fraunhofer-Verkehrsinstitut IVI gedacht. In Dresden haben die Partner deshalb nun – neben anderen Modellen – den Prototypen eines mobilen Laderoboters vorgestellt, der E-Autos mit niedrigem Akku-Stand selbstständig ansteuern kann. Das geht aus einer Mitteilung der Stadt Dresden hervor.
„Eine der Voraussetzungen für die Marktreife ist unter anderem die Car-to-X-Kommunikation, die den autonomen Ladevorgang ermöglicht.“
Aus einer Laderoboter-Präsentation von VW aus dem Jahr 2020
Vorstellen kann man sich den Laderoboter als Vehikel auf sechs Rädern, das selbstständig Elektroautos ansteuert und dann mit einem ausfahrbaren Roboterarm eine Ladeverbindung herstellt. Als Einsatzszenario stellt sich VW enge Parkhäuser vor oder auch offene Parkplätze, die noch keine Ladesäulen haben. Volkswagen arbeitet schon seit Jahren an solchen Prototypen. Bisher haben sich solche mobilen Laderoboter aber noch nicht breit durchsetzen können. Das mag auch daran liegen, dass sich bisher erst wenige Autos mit Verkehrsleitsystemen, Robotern und anderen Infrastrukturen automatisch und digital vernetzen können. Diese „Car2X“-Fähigkeit ist aber nach VW-Einschätzung eine zentrale Voraussetzung, damit der automatische Ladevorgang reibungslos angestoßen wird und funktioniert – erst dann ist mit marktreifen Laderobotern zu rechnen.
Weil zu wenig Autos „Car2X“-fähig sind, spannt Fraunhofer Dresden nun einen eigenen Datenraum für Roboterauf
Die Landeshauptstadt Dresden und die IVI-Ingenieure nutzen deshalb den Sportpark Ostra als eine Art Testareal für neue Robotiklösungen. Fraunhofer hat dort unter anderem einen „Mobility Data Space“ aufgespannt, der die Roboter dort koordiniert. Letztlich soll der Prototyp dabei helfen, ein „Ökosystem für nutzerfreundliche Ladeinfrastruktur und Elektromobilität im Sportpark Ostra zu bilden und die bisher begrenzte Anzahl an Ladepunkten zu ergänzen“, heißt es von der Stadt Dresden.
„Turrob“ pflegt den Rasen im Sportpark Ostra in Dresden. Foto: LHD
Rasenpflege-Roboter und ferngesteuerte Fahrzeuge
In diesem Testareal setzt die Stadt parallel dazu die Rasenpflegeroboter „Turfrob“ und „Evobot“ ein. Außerdem ermöglicht das Fraunhofer-IVI im Sportpark Fahrten mit einem Auto, das von einem Kontrollzentrum in der Dresdner Südvorstadt aus gesteuert wird. Diese und weitere Roboter-Erprobungen sind Teil der Projekte „Smart City Dresden“ und „Mobilities for EU“. Diese Vorhaben sind als Teil eines innovativen Mobilitätskonzeptes gedacht, „das später auf weitere Stadtteile und Städte übertragen werden soll“, heißt es aus dem Rathaus. „Im Rahmen eines internationalen Projekttreffens in Dresden haben die Projektpartner aus Wirtschaft und Wissenschaft ihre neuesten Roboter und Konzepte vorgestellt“, informiert die Stadtverwaltung. „Durch den fachlichen Austausch mit den beteiligten Städten Madrid, Espoo, Gdansk, Trencin, Sarajevo und Ioannina konnten wichtige Erfahrungen geteilt werden.“
Dresden will sich als Robotik-Vorreiter profilieren
Die Stadt Dresden versucht sich bereits seit einigen Jahren, als „Robot Valley“ eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung und beim Einsatz neuer Roboterkonzepte einzunehmen. Nach dem Weggang des Initiators und Wirtschaftsamtsleiters Robert Franke nach Magdeburg hatte dieser Anlauf etwas an Schwung verloren. Inzwischen bemüht sich der „Smart Systems Hub“ in Dresden aber um einen Neustart. Zudem erwägt inzwischen auch der Freistaat Sachsen eine großangelegte Robotik-Offensive.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: LHD, VW, Oiger-Achiv

Ihre Unterstützung für Oiger.de!
Ohne hinreichende Finanzierung ist unabhängiger Journalismus nach professionellen Maßstäben nicht dauerhaft möglich. Bitte unterstützen Sie daher unsere Arbeit! Wenn Sie helfen wollen, Oiger.de aufrecht zu erhalten, senden Sie Ihren Beitrag mit dem Betreff „freiwilliges Honorar“ via Paypal an:
Vielen Dank!