
AUDIO: Prozess um Schüsse bei Hausräumung in Hamburg-Lurup (1 Min)
Stand: 02.06.2026 16:15 Uhr
Im Dezember hatte ein Mann in Lurup auf Polizisten und eine Gerichtsvollzieherin geschossen, die sein Haus zwangsräumen wollten. Seit Dienstag ist der 74-Jährige vor dem Hamburger Landgericht wegen versuchten Mordes angeklagt.
Der Angeklagte ist Rentner. Mehrere Jahrzehnte seines Lebens hat er in seinem Eigenheim in der Jevenstedter Straße gewohnt. Im Dezember sollte Schluss damit sein, er hatte hohe Schulden angehäuft, sein Haus sollte zwangsgeräumt werden.
Die Gerichtsvollzieherin hatte sich zur Absicherung extra Polizei mitgenommen. Als sie ankamen, holte der Angeklagte eine Pistole hervor und schoss auf die Polizistinnen und Polizisten. Die schossen zurück, der 74-Jährige wurde verletzt. Da zeigte sich, dass seine Waffe verrostet und unbrauchbar war.
Staatsanwaltschaft geht nicht von Verzweiflungstat aus
Die Staatsanwaltschaft geht nicht von einem Verzweiflungsakt wegen des drohenden Verlusts des Hauses aus. Nach Überzeugung der Anklage soll der Senior der sogenannten Reichsbürgerszene angehören. Demnach soll er geschossen haben, weil er den Staat nicht anerkennt – und damit auch keine Polizistinnen und Polizisten, die diesen Staat repräsentieren. Kommende Woche will der Angeklagte im Landgericht aussagen.

Polizisten hatten am Freitag einen Mann niedergeschossen, der sie bedroht haben soll. Gehört er zur Reichsbürgerszene?