Sie gehören zu den 12.000 deutschen Soldaten jüdischen Glaubens, die im Ersten Weltkrieg starben: Berthold Seligmann, 1892 in Wangen auf der Halbinsel Höri geboren und im November 1914 in Nordfrankreich gefallen, Karl Hasgall aus Konstanz, der im Oktober ebenfalls dort mit 24 Jahren sein Leben verlor, und Heinrich Picard aus Wangen, der im Mai 1918 an der Aisne fiel, nur 29 Jahre alt. Allein die israelitische Gemeinde Konstanz verzeichnete nach Kriegsende 28 Tote, die jüdische Gemeinde im viel kleineren Wangen vier. Von den meisten lässt sich keine eigene Grabstätte mehr ermitteln. Seligmann, Hasgall und Picard sind eine Ausnahme: Sie haben nicht nur ein Einzelgrab auf einer Kriegsgräberstätte, sondern sind auch als jüdische Gefallene kenntlich. Sie liegen nicht unter einem Kreuz wie die meisten Kriegsteilnehmer, sondern unter einer Gedenkstele begraben, in die ein Davidstern eingraviert ist.