Die Stadt Ludwigslust feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum. Pünktlich zu den Feierlichkeiten Mitte Juni wurde im Heimatstübchen in der Schlossstraße jetzt eine neue Ausstellung eröffnet. „Diesmal haben wir uns zwei Themen besonders gewidmet. Das ist zum einen das Badewesen in Ludwigslust und zum anderen der Radfahrer-Verein-Dreibund“, erklärte Bernd Wollschläger, der sich gemeinsam mit anderen Geschichtsinteressierten um die kleine Galerie kümmert.

Badewesen bewegt die Ludwigsluster

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Anhand von Bildern, Zeitungsartikeln, Briefen sowie Ausstellungsstücken wie zum Beispiel Protokollbüchern, Einladungen oder historischen Fahrrädern können die Besucher im Heimatstübchen in die Geschichte der Stadt eintauchen. „Von der Stadt haben wir als Leihgabe das alte Holzfahrrad aus dem Archiv erhalten. Das passt natürlich sehr gut in unsere neue Ausstellung“, so Bernd Wollschläger. Etwa ein halbes Jahr lang haben er und Gleichgesinnte für die neue Ausstellung recherchiert und diese konzipiert. „Das Badewesen beschäftigt die Ludwigsluster ja schon seit sehr vielen Jahren. Und ist auch bei jeder Bürgermeisterwahl wieder Thema. Deswegen haben wir es passend zum Stadtjubiläum aufgegriffen“, so Bernd Wollschläger.

Über Badehosen und Schülerstreiche

Die Anfänge des Badewesens in Ludwigslust gehen bis 1855 zurück. Zunächst befand sich die Badeanstalt hinter dem Marstall am Schlosspark. Im Juli 1880 wurde die Badeanstalt dank der Initiative engagierter Bürger am Kanal hinter dem Bahnhof eröffnet. Über die Jahre fanden auch der Schwimmunterricht für Schüler oder die Ausbildung der Reiter des Reiter-Regiments 14 in der Badeanstalt statt.

In der Ausstellung erfahren die Besucher aber nicht nur historische Fakten, sondern auch Witziges. So ist ein Brief über die Badehosen von Soldaten von 1934 Teil der Ausstellung genauso wie eine Geschichte über einen Schülerstreich im Jahr 1937. An diesem war unter anderem Erwin Bernien beteiligt, nach dem das Sportforum in der Techentiner Straße benannt wurde.

Fahrradverein im Städtedreieck

Sportlich ist auch der zweite Teil der Ausstellung, der sich mit dem Radfahrer-Verein-Dreibund beschäftigt. Dieser wurde 1892 von Radlern aus Ludwigslust, Grabow und Neustadt-Glewe in der Lindenstadt gegründet. Über die Jahre luden die Vereinsmitglieder zu verschiedenen Veranstaltungen und Ausfahrten ein, wie zum Beispiel zur Pellkartoffeltour nach Groß Laasch 1921. Die historischen Protokollbücher und Einladungen befinden sich im Besitz von Joachim Kalide, der sich ebenfalls im Heimatstübchen engagiert.

Ausgestellt werden unter anderem Protokollbücher und Einladungen vom Radfahrer-Verein-Dreibund.Bild vergrößern

Ausgestellt werden unter anderem Protokollbücher und Einladungen vom Radfahrer-Verein-Dreibund. (Foto: Dénise Kretschmer)

Die Ausstellung zum Stadtjubiläum kann bis Jahresende besucht werden. Außerdem gibt es eine Schaufensterausstellung zum Thema Petroleum, welche mit Stücken von Sammler Roberto Bölter aus Perleberg gestaltet wurde. Jeden 1. Sonntag im Monat ist das Heimatstübchen von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet.

Der nächste Termin ist der 7. Juni. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Obendrein würde sich Bernd Wollschläger über Fotos von der damaligen Badeanstalt freuen. „Bei unseren Recherchen haben wir nur zwei Bilder gefunden, und das kann ich mir gar nicht vorstellen. Vielleicht hat ja jemand noch Aufnahmen zu Hause.“

Das Heimatstübchen in der Schlossstraße 46 in Ludwigslust ist jeden 1. Sonntag im Monat geöffnet.Bild vergrößern

Das Heimatstübchen in der Schlossstraße 46 in Ludwigslust ist jeden 1. Sonntag im Monat geöffnet. (Foto: Dénise Kretschmer)