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Diese Konstellation konnte sich vor der Saison keiner ausdenken und sie ist wohl einmalig verrückt. In der Daikin Handball-Bundesliga treffen am Donnerstag die MT Melsungen auf die Füchse Berlin (20 Uhr, Dyn). Die Liga steht zwei Spieltage vor ihrem Finale, doch für einen Klub (und das steht vor der Partie schon fest) ist es besser, wenn er verliert …
Die komplizierten und komplexen Regeländerungen der EHF sorgen für ein Kuriosum. Melsungen darf als frisch gebackener European-League-Sieger in der neuen Saison nur in der Champions League spielen, wenn es eine bestimmte Tabellenkonstellation in der Bundesliga gibt – und die sieht für Melsungen vor, dass die Füchse Zweiter werden müssen. Jetzt spielen ausgerechnet beide Klubs gegeneinander. Die Füchse brauchen noch einen Sieg, um Platz 2 und den Vizemeistertitel hinter dem SC Magdeburg klarzumachen. Die Melsunger können diese Niederlage sehr gut gebrauchen, um sicher in die Champions League zu kommen. Hinter den Füchsen lauern aber noch Flensburg und Gummersbach auf den zweiten Platz.
Foto: BILD
Füchse-Coach Krickau über Regel-Chaos-Spiel: „Melsungen hat die gleichen Fragezeichen wie wir“
Füchse-Trainer Nicolej Krickau (39), der sich die Champions League nicht schenken lassen will, erklärt zum Regel-Chaos-Spiel, auf SPORT BILD-Nachfrage: „Also das habe ich auch so noch nie erlebt. Klar, in Dänemark hatte ich durch das Play-off-System schon Spiele, wo Teams nicht gegen den oder den spielen wollten. Aber hier geht es um richtig viel, um den Champions-League-Platz und einen finanziellen Unterschied für die Klubs. Ich habe keine Ahnung, was das für ein Typ Spiel wird. Melsungen hat sicher die gleichen Fragezeichen wie wir.“
Und Krickau ergänzt: „Sportfachlich macht das für mich in der Vorbereitung keinen Unterschied. Wir kommen mit vollem Feuer, spielen ein Finale, wollen gewinnen und die Saison mit Platz 2 abschließen. Mit dieser Mentalität werden wir da antreten. Aber mental werde ich die Mannschaft auf alle möglichen Szenarien vorbereiten, denn wenn wir nicht besprechen, was da im Spielverlauf passieren könnte, kriegen wir unsere Schwierigkeiten. Wir wissen eben nicht, ob Melsungen noch im Feiermodus ist, oder es mit Lockerheit angeht, das ist außerhalb unserer Kontrolle – bedeutet das plötzlich mehr Risiko in Melsungens Spiel? Wir wissen es nicht. Deswegen ist es ein Faktor. Deshalb will ich, dass wir das Spiel unter Kontrolle haben. Denn keiner von uns wollte diesen Vorteil mit Niederlage. Dass es jetzt so ist, hat die EHF sicher nicht mit Absicht gemacht.“
