Wer heute mit einem Budget von 350.000 Euro eine Wohnung kaufen will, bekommt in den meisten deutschen Großstädten wieder deutlich mehr Quadratmeter für sein Geld als vor vier Jahren. So gibt es laut einer aktuellen Analyse des Online-Immobilienportals Immowelt derzeit in der Spitze mehr als 20 Quadratmeter mehr Wohnfläche für die gleiche Summe.

Demnach hat sich in Moers die für 350.000 Euro leistbare Wohnfläche binnen vier Jahren von 121 auf 131 Quadratmeter erhöht. Das entspricht einem Anstieg von 8,3 Prozent. Damit liegt die Grafenstadt in etwa gleichauf mit der Nachbarstadt Krefeld: Dort vergrößerten sich Wohnungskäufer mit 350.000 Euro Budget in den vergangenen vier Jahren ebenfalls um zehn Quadratmeter: von 118 auf 128.

Wenig Entwicklung in Nachbarstadt Duisburg

Nur wenig nach oben entwickelt hat sich diesbezüglich hingegen in Duisburg. Wohlgemerkt: Die für 350.000 Euro verfügbare Quadratmeterzahl war dort bereits vor vier Jahren vergleichsweise hoch. Laut der Immowelt-Experten bekamen Käufer in Duisburg im Juni 2022 für 350.000 Euro 151 Quadratmeter Wohnfläche. Im Juni 2026 ist es mit 152 genau ein Quadratmeter mehr.

Zum Vergleich: In München kann man sich mit einem Budget von 350.000 Euro heute durchschnittlich 40 Quadratmeter leisten – das sind sechs Quadratmeter mehr als 2022. In Hamburg hat sich die leistbare Wohnfläche um drei Quadratmeter erhöht (auf 52 Quadratmeter), in Frankfurt um fünf Quadratmeter (auf 56 Quadratmeter).

Käufer profitieren auch von gestiegenen Reallöhnen

Ein komplett anderes Bild zeigt sich in Städten, in denen die Immobilienpreise das Niveau von 2022 bereits wieder übertroffen haben. In 18 der 80 Großstädte gibt es heute für das gleiche Geld weniger Wohnfläche als vor vier Jahren. Die größten Einbußen verzeichnet Gelsenkirchen: Das feste Budget von 350.000 Euro ermöglicht dort aktuell 22 Quadratmeter weniger Wohnfläche als vor vier Jahren. Auch in Recklinghausen (minus 16 Quadratmeter) müssen Käufer deutliche Abstriche machen.

Für Kaufinteressenten, die eine Finanzierung benötigten, sei das gestiegene Zinsniveau derzeit zwar herausfordernd, heißt es in der Mitteilung von Immowelt. Auf der anderen Seite profitierten Käufer jedoch nicht nur von niedrigeren Immobilienpreisen, sondern auch von den in den vergangenen Jahren gestiegenen Reallöhnen.

Für die Analyse wurde die jeweils leistbare Wohnfläche beim Kauf einer Bestandswohnung im Juni 2022 und Juni 2026 mit einem festen Budget von 350.000 Euro verglichen. Kaufnebenkosten wurden in der Berechnung berücksichtigt.