Oberbürgermeisterin Miriam Scherff möchte jedoch mehr anbieten als reine Symbolik und hat daher am Montagabend zum Empfang ins Rathaus eingeladen.
„Eigentlich wollten wir gemeinsam die Regenbogenfahne hissen, aber an den Fahnenmast vor dem Rathaus kommt man nur mit einer langen Leiter. Das wäre zu gefährlich gewesen.”, erklärte Scherff gleich zu Beginn des Empfangs, den sie ab jetzt als Tradition etablieren möchte. Gemeinsam mit dem Verein „Inside:Out”, der das queere Zentrum an der Hochstraße betreibt, wurde die Idee eines jährlichen Empfangs für alle Interessierten zum Start des Pride Months geboren.
Miriam Scherff richtete ihre Rede an die Anwesenden im 1. Sitzungszimmer des Rathauses. „Das Hissen der Regenbogenfahne ist weit mehr als eine symbolische Geste. Es ist ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Respekt, Menschenwürde und Solidarität. Ein Zeichen dafür, dass unsere Stadt für ein offenes und friedliches Miteinander steht, unabhängig von sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität, Herkunft, Religion oder Lebensweise. Die Regenbogenfahne steht weltweit für die Hoffnung auf eine Gesellschaft, in der alle Menschen frei und ohne Angst leben können.” Queere Menschen kämpfen seit Jahrzehnten dafür, dass ihre Liebe, ihre Lebensrealität und somit ihre Identität in der Gesellschaft anerkannt werden. Dass wir noch immer nicht so weit sind, belegen die kontinuierlich hohen Zahlen der verbalen wie körperlichen Angriffe, denen sich queere Menschen auch heute noch beinahe täglich stellen müssen. „Der Einsatz dieser Menschen verdient Respekt und Anerkennung. Der Pride Month erinnert an den Mut vieler Menschen, die für ihre Rechte eintreten.”
Viel zu viele Menschen verstehen dabei nicht, dass es queer lebenden Menschen nicht um Sonderrechte geht – sie verlangen lediglich die gleichen Rechte. Christiane Freyer, 1. Vorsitzende des Vereins „Inside:Out” bedankte sich im Namen des Vereins bei Miriam Scherff. „Ich persönlich freue mich über die Möglichkeit, dass wir hier mit dir gemeinsam gesehen werden. Viele setzen sich täglich für Sichtbarkeit ein und arbeiten ehrenamtlich bei „Inside:Out” mit. Das finde ich besonders erwähnenswert. Ich bin froh, dass wir mittlerweile Orte haben, an denen wir uns austauschen und voneinander lernen können.”
Max Guder, stellvertretender Vorsitzende des im Jahr 2022 gegründeten Vereins, stimmt Freyer zu. „Aus dem Bürgerbudget entstand die Idee eines queeren Zentrums, woraus dann als Basis unser Verein gegründet wurde. Wenn Unternehmen, oder in diesem Fall die Stadt mit der Oberbürgermeisterin, beim Pride Month mitmachen, signalisieren sie eine Haltung und machen deutlich, dass das hier völlig in Ordnung ist. Uns ist wichtig, dass wir mit der Regenbogenfahne ein Symbol für Vielfalt sehen. Und das wirkt.”