Norbert Bisky, Treibjagd, 2005,

AUDIO: Neue Ausstellungen in Chemnitz, Jena und Dessau (4 Min)

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Stand: 03.06.2026 16:13 Uhr

In Sachsens Museen gibt es derzeit viel zu entdecken. Das MdbK in Leipzig zeigt Schätze aus seinem Depot und Dresden Kunst von Otto Altenkirch, im Militärhistorischen Museum „Wunderwaffen“ und in der Robotron-Kantine DDR-Staatskunst. In Kamenz sind Werke des Malers Stephan Popella zu sehen. Die Chemnitzer Kunstsammlungen hinterfragen die Herkunft einiger Werke. Hier finden Sie ausgewählte Sonderausstellungen in Sachsen, die Sie nicht verpassen sollten und alle Service-Infos.

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Chemnitz

„Eine unvollendete Geschichte“ – ein Restitutionsfall | bis 4. Oktober 2026

Rahel Szalit (1894–1942): "Selbstbildnis" (1925), Pastell auf Papier: Eine Zeichnung von einer Frauz, sie hält mit einer Hand das Tuch, was ihr um den Schultern liegt, sie trägt gescheiteltes Haar

In der Ausstellung der Chemnitzer Kunstsammlungen sind auch Arbeiten von Rahel Szalit zu sehen.

Es ist ein Thema, über das seit einigen Jahren in Museen sehr intensiv diskutiert wird: Provenienz und Restitution. Denn nachzuvollziehen, wo Kunstwerke und andere Kunstwerke herkommen und durch welche Hände sie gegangen sind, ist eine Kunst für sich. Nicht zuletzt geht es dabei auch um die Frage, ob es dabei immer fair zuging oder ob nicht etwa das Nazi-Regime jüdische Menschen bestohlen hat. In solchen Fällen stellt sich dann die Frage, wie das heute wieder gutgemacht werden kann. In den Kunstsammlungen Chemnitz ist nun so ein Fall aufgetaucht: Das Porträt des Sammlers David Leder von Gustav Schaffer ist auch nach langer Recherche nicht um jeden Zweifel erhaben. David Leder wurde ins KZ Sachsenhausen verschleppt, bevor er aus Deutschland fliehen konnte. Ein Großteil seiner Sammlung ging verloren.

In der neuen Ausstellung „Eine unvollendete Geschichte“ steht sein Porträt im Zentrum und ist umgeben von zahlreichen Dokumenten über das Gemälde. Doch ob das Bild 1933 wirklich verschenkt wurde, lässt sich kaum noch nachvollziehen. Neben diesem Fall werden verschiedene Kunstwerke ausgestellt, die aus jüdischen Sammlungen stammen: von Max Liebermann, Rahel Szalit, Oskar Kokoschka und Otto Theodor Wolfgang Stein.

„Eine unvollendete Geschichte – Die Kunstsammlung von Lola und David Leder in Chemnitz
vom 29. Mai bis 4. Oktober 2026

Adresse:
Kunstsammlungen Chemnitz
Theaterplatz 1
09111 Chemnitz

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, von 11 bis 18 Uhr
Montags geschlossen

Eintrittspreise:
10 Euro, ermäßigt: 6,50 Euro

Ausgewählte Termine:
Kuratorenführungen am 21. Juni 2026, 14:30 Uhr und 29. August 2026, 16:00 Uhr

„Feinkunsthalle“ – Auftakt des Themenjahres „Mahlzeit!“ | bis 14. Juni 2026

Expressionistisches Gemälde: Eine gelbe Kugel auf einem bläulichen Tisch vor rotem Hintergrund.

Auch dieses Bild eines Kohlkopfs von Karl Schmidt-Rottluff hängt in der neuen Ausstellung.

Die Ausstellung macht Appetit auf mehr: Die Kunstsammlungen Chemnitz beziehungsweise das Museum Gunzenhauser starten mit der Schau „Feinkunsthalle“ in das Themenjahr „Mahlzeit!“ über die Darstellung von Essen und Nahrung in der bildenden Kunst. Die Feinkunsthalle ist aufgebaut wie ein Supermarkt: Obst und Gemüse, eine Bäckerei, eine Fleischtheke. Doch in der Auslage gibt es keine echten Lebensmittel, sondern Bilder von Essen.

Darunter befinden sich klassische Stillleben aus dem 19. Jahrhundert, aber auch Werke aus der Klassischen Moderne, etwa von Karl Schmidt-Rottluff, Paula Modersohn-Becker oder Otto Dix, sowie zeitgenössische Positionen wie von Jan Kummer. Zahlreiche der Werke sind Teil der Kunstsammlungen, die nun in einem neuen Kontext präsentiert werden. Dabei geht es aber nicht nur darum, die Ästhetik von Lebensmitteln zu zeigen, sondern auch darum, was die Darstellung über die gesellschaftliche Bedeutung aussagt. Es geht um Überfluss und Armut. Fast schon nebenbei entstehen dabei witzige Verbindungen, wenn beispielsweise verschiedene Bilder von Kohl nebeneinander hängen.

Ein klassisches Stillleben mit Blumen und Früchten.

„Mahlzeit! Feinkunsthalle“
Sonderausstellung vom 7. März bis 14. Juni 2026

Adresse:
Museum Gunzenhauser
Falkeplatz
09112 Chemnitz

Öffnungszeiten:
bis Mai 2026: Mittwoch bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr
ab Juni 2026: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr

Eintrittspreise:
10 Euro, ermäßigt: 6,50 Euro

Begleitende Veranstaltungen (Auswahl):
Workshop rund ums Fermentieren: 18. April, 14 Uhr
Workshop „Vom Lebensmittel zur Farbe“: 25. April, 13 Uhr
„Expert:innen diskutieren über Armut, Ernährung und gesellschaftliche Verantwortung“: 21. Mai, 19 Uhr

Dresden

„Otto Altenkirch: Landschaft – Alla Prima“ I bis 27. September 2026

Gemälde von Otto Altenkirch, Birkenweg am Hellergut, 1930: Eine Allee mit Birken

Otto Altenkirchs enormer Schaffenskraft widmet die Städtische Galerie Dresden 2026 eine Ausstellung.

Geprägt von seiner Ausbildung bei Eugen Bracht und den Jahren zwischen Berlin und Dresden, entwickelte Altenkirch früh eine eigene Handschrift in der Landschaftsmalerei. Ab 1910 sicherte ihm seine Tätigkeit als Hoftheatermaler die Grundlage für ein erstaunlich produktives Schaffen: Über 2.300 Gemälde entstanden, meist direkt vor der Natur rund um Ziesar, den Dresdner Heller und Siebenlehn.

Mit sicherem Gespür für Licht, Wetter und Stimmung hielt Altenkirch flüchtige Eindrücke fest und setzte sie mit lebendigem Farbauftrag um. Zeitgenossen nannten ihn nicht ohne Grund den „sächsischen Liebermann“. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Dresden lädt dazu ein, sein Werk neu zu entdecken und die Landschaften kennenzulernen, die ihn inspirierten.

„Otto Altenkirch: Landschaft – Alla Prima“
28. März bis 27. September 2026

Adresse:
Städtische Galerie Dresden
Wilsdruffer Straße 2
01067 Dresden

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, Feiertage: 10 bis 18 Uhr
24., 25., 31. Dezember: geschlossen
1. Januar: 14 bis 18 Uhr

Eintritt:
8 Euro, ermäßigt 6 Euro, Freitag ab 12 Uhr freier Eintritt

Zwei Männer stehen in einer Ausstellung vor einem Bild

„Otto Altenkirch: Landschaft – Alla Prima“

Neuer Blick auf DDR-Staatskunst I bis 26. Juli 2026

Die Ausstellung „Produktive Unruhe“ in der Robotron-Kantine in Dresden zeigt Werke der Kunstausstellungen der DDR. Denn Dresden war seit 1946 Austragungsort der alle fünf Jahre stattfindenden großen Kunstschauen, die Staatskunst der DDR präsentierten. Die Dresdner Schau zeigt nun, wie vielfältig die dort gezeigte Kunst, insbesondere ab den 80er Jahren, war.

Sabine Slatosch - Mensch und Umwelt II,  1987/88

Teil der Ausstellung in Dresden: Sabine Slatosch: „Mensch und Umwelt II“ von 1987/88.

Die Ausstellung zeigt Werke und Leihgaben von insgesamt mehr als 50 Künstler*innen. Aktuelle künstlerische Positionen werden den Werken aus DDR-Zeiten gegenübergestellt.

Blick in einen Ausstellungsraum mit einem großen Foto hinter einem Podest mit Skulpturen.

„Produktive Unruhe“
Kunst, Publikum und Alternativkultur im Spannungsfeld der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in den 80er-Jahren.
21. Mai bis zum 26. Juli 2026

Robotron-Kantine
Lingnerallee am Skatepark
01069 Dresden

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Freitag, von 16 bis 19 Uhr
Samstag und Sonntag, von 12 bis 18 Uhr

Eintritt: frei

„Wunderwaffen“ I bis 9. März 2027

Kriegstechnik dient nicht nur dem Kampf, sondern auch der Propaganda, das zeigt die Ausstellung im Militärhistorischen Museum. Im 20. Jahrhundert inszenierten die Nazis Tiger-Panzer, „Stuka“, insbesondere ihre V 1 und V 2, Vorläufer heutiger Marschflugkörper bzw. ballistischer Raketen, als sogenannte Vergeltungs- bzw. Wunderwaffen. Namen, die bis heute bekannt sind. Gerade auch in Großbritannien und Belgien, wo die „fliegenden Bomben“ tausende Todesopfer forderten.

Ein Plakat mit Panzer und Flugkreisel-Objekt, das auf die Ausstellung "Wunderwaffen" in Dresden hinweist.

Das Militärhistorische Museum in Dresden beleuchtet, wie Kriegstechnik und Propaganda zusammenspielen.

Die Ausstellung beleuchtet die Manipulation der öffentlichen Wahrnehmung damals, das Fortleben in Verschwörungstheorien, Technikmythen und Popkultur heute. Zumal die Propaganda um Waffen im Angesicht des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine aus Sicht der Kuratoren auch in der Gegenwart weiter ungebrochene Bedeutung besitzt.

Kampfpanzer Tiger der Wehrmacht in der Ausstellung

Wunderwaffen – Propaganda und Kriegstechnik im Nationalsozialismus“
bis 9. März 2027

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2
01099 Dresden

Öffnungszeiten:
Montag: 10 bis 21 Uhr
Dienstag, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag: 10 bis18 Uhr
Mittwoch geschlossen

Eintritt: frei

Ausstellung über mentale Gesundheit im Hygiene-Museum I bis 4. April 2027

Das Dresdner Hygiene-Museum widmet sich in der Ausstellung „Wie geht’s?“ dem komplexen Thema mentale Gesundheit. Dabei stehen psychische Erkrankungen ebenso im Fokus wie die vielfältigen Herausforderungen im Alltag.

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Menschen liegen auf einem riesigen Bett mit bunten Kissen.

Die Schau verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse zu mentaler Gesundheit mit persönlichen Geschichten von Menschen, die über ihren persönlichen Umgang mit psychischen Herausforderungen sprechen. Die Besucherinnen und Besucher können sich an interaktiven und künstlerischen Stationen selbt einbringen.

Wie geht’s?“
Ausstellung über mentale Gesundheit
7. März 2026 bis 4. April 2027

Deutsches Hygiene-Museum
Lingnerplatz 1, 01069 Dresden

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
montags geschlossen (geöffnet Ostermontag & Pfingstmontag)

Eintritt:
Regulär 12 Euro, ermäßig 9 Euro

„Kein Freischütz für Dresden. Carl Maria von Weber und die deutsche Oper“ I bis 6. Juni 2026

Blick in den Ausstellungsraum eines Museums.

Die SLUB Dresden zeigt die Ausstellung „Kein Freischütz für Dresden. Carl Maria von Weber und die deutsche Oper“.

Zum 200. Todestag von Carl Maria von Weber im Jahr 2026 widmet sich eine Ausstellung in der Zentralbibliothek (SLUB) dem Komponisten und seiner entscheidenden Rolle in der Entwicklung der deutschen Oper. „Kein Freischütz für Dresden. Carl Maria von Weber und die deutsche Oper“ beleuchtet Webers Wirken in Dresden, wo er von 1817 bis 1826 als Kapellmeister tätig war.

Die Ausstellung geht der Frage nach, was die „deutsche“ Oper für Weber ausmachte: ob in Sprache, Stoff, Klang oder dem Verhältnis zum Publikum. Zudem wird der Frage nachgegangen, warum ausgerechnet Webers bekanntestes Werk „Der Freischütz“ nicht in Dresden seine Premiere feierte.

Nahaufnahme einer braunen Büste (die den Komponisten Carl Maria von Weber darstellt).

„Kein Freischütz für Dresden. Carl Maria von Weber und die deutsche Oper“

Kein Freischütz für Dresden. Carl Maria von Weber und die deutsche Oper“
3. Februar bis 6. Juni 2026

Zentralbibliothek
Zellescher Weg 18
01069 Dresden

Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag: 12 bis 18 Uhr

Eintritt:
frei

Mit Glanz und Gloria: Sachsen-Trilogie und Filmgeschichte I bis 25. Oktober 2026

Als die DEFA 1983 den Mehrteiler über Aufstieg und Fall des sächischen Königshauses drehte, war das Dresdner Residenzschloss noch eine Ruine. Schwer, da barocken Zauber einzufangen. Regisseur Hans-Joachim Kasprzik scheute mit seinem Riesenstab weder Kosten noch Mühen. Dietrich Körner und Rolf Hoppe spielten die Sachsenkönige, bis in die Nebenrollen war das Epos hochkarätig besetzt. Es war die teuerste DEFA-Produktion aller Zeiten, ein Exportschlager – und eine Filmlegende. Zum 40. Jubiläum der Erstausstrahlung zeigt das Kraszewski-Museum Dresden jetzt eine Ausstellung, die sich der Verfilmung und der literarischen Vorlage von Józef Ignacy Kraszewski (1812-1887) widmet.

Dietrich Körner (König August II. von Sachsen) (li), Marzena Trybala (Anna Constantina von Hoym, spätere Gräfin Cosel) (re)

Dietrich Körner spielt König August II. von Sachsen (l.), Marzena Trybala war in „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“ Anna Constantina von Hoym, die spätere Gräfin Cosel.

Die Schau soll vor Augen führen, wie unterschiedlich der Blick auf Geschichte ausfallen kann, in den Fokus nimmt sie auch die Zeit des Barock selbst, mit dem höfischen Leben samt seiner Festkultur, der Jagd, aber auch Ereignissen wie der Erfindung des Porzellans. Das TV-Epos beruht auf Kraszewskis sogenannter „Sachsen-Triologie“ – „Gräfin Kosel“, „Brühl“ und „Aus dem Siebenjährigen Krieg“. Das Museum wurde 1960 im ehemaligen Wohnhaus des polnischen Schriftstellers eingerichtet und dient dem kulturellen Austausch.

Louis de Silvestre, König August III. von Polen (1696–1763) in polnischer Tracht. Um 1737

Mit Glanz und Gloria“
Von J. I. Kraszewskis Sachsen-Trilogie zur Film-Geschichte
10. Dezember 2025 bis 25. Oktober 2026

Kraszewski-Museum Dresden
Nordstraße 28
01099 Dresden

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag und Feiertage: 12 bis 17 Uhr

Eintritt:
4 Euro, ermäßigt 3 Euro, Familienkarte 9 Euro
Freitags ab 13 Uhr ist der Eintritt für alle Besucher frei (außer an Feiertagen).

„Herkules – Held und Antiheld“ I bis 28. Juni 2026

Blick in einen Raum im Museum auf eine dunkelgrüne Wand, an der ein großes Ölgemälde mit goldenem Rahmen hängt. Eine Frau steht davor und schaut es an. Es zeigt einen nackten muskulösen Mann mit Vollbart, neben ihm Engel und Teufel

Engel oder Teufel? Die Ausstellung in Dresden zeigt Herkules auch von seiner weniger heldenhaften Seite.

Die Gemäldegalerie Alte Meister rückt den griechischen Helden Herkules in ein neues Licht. Die Ausstellung „Herkules – Held und Antiheld“ zeigt den Halbgott in seiner Vielschichtigkeit. Zum Beispiel im Gemälde „Der trunkene Herkules“ des barocken Malers Peter Paul Rubens: Betrunken, fast nackt und alles andere als ruhmreich wird Herkules von einer Faunin und einem Satyr nach Hause getragen.

In der Schau sind 135 Objekte mit Darstellungen des Herkulesmythos zu sehen. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden vereinen dafür Werke aus dem eigenen Bestand, wie dem Grünen Gewölbe, der Rüstkammer oder dem Kupferstichkabinett mit kostbaren Leihgaben aus den Vatikanischen Museen in Rom, dem Prado in Madrid und dem Pariser Louvre.

Eine Gruppe von nackten muskulösen Männerskulpturen in verschiedenen größen auf Sockeln in einer Ausstellung

„Herkules – Held und Antiheld“

„Herkules – Held und Antiheld“
22. November 2025 bis 28. Juni 2026

Winckelmann-Forum / Gemäldegalerie Alte Meister
Zwinger
Theaterplatz 1
01067 Dresden

Öffnungszeiten:
täglich 10 bis 17 Uhr
Montag geschlossen
verlängerte Öffnungszeit: 28.11.2025 bis 03.01.2026, Freitag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr

Eintritt:
regulär 16 Euro, ermäßigt 12 Euro
Kinder unter 17 Jahre kostenfrei

William Kentridge. Listen to the Echo I bis 28. Juni 2026

Anlässlich seines 70. Geburtstags widmen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dem südafrikanischen Künstler William Kentridge ein großes Ausstellungsfestival.

William Kentridge (geb. 1955), Ohne Titel (Selbstporträt), 1992 (gerahmt)

William Kentridge (geb. 1955), Ohne Titel (Selbstporträt), 1992 (gerahmt)

Kentridge, bekannt für seine Zeichnungen, Animationsfilme, Druckgrafiken, Collagen und Puppentheaterarbeiten, thematisiert in seinem vielseitigen Werk gesellschaftliche Veränderungen, Unterdrückung, Aufbegehren und die Ambivalenz von Triumphen und Klagen.

Das Bild zeigt einen Mann in einem weißen Hemd. Er stützt die Hände auf einen Tisch und blickt in die Kamera.

„William Kentridge. Listen to the Echo“

„William Kentridge. Listen to the Echo“
6. September 2025 bis 28. Juni 2026

Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Die Ausstellung „William Kentridge. Listen to the Echo“ präsentiert seine Arbeiten an mehreren Standorten in Dresden – vom Kupferstich-Kabinett über das Albertinum bis zur Puppentheatersammlung im Kraftwerk Mitte.

Kamenz

Stephan Popella: Blick hinter die „heile“ Welt | 20. September 2026

Mit „Ende–Neu. Bilder einer ‚heilen Welt'“ zeigt das Museum der Westlausitz in Kamenz eine eindrucksvolle Werkschau des aus Bautzen stammenden Malers Stephan Popella. In rund 50 Gemälden verbindet er altmeisterliche Präzision mit zeitgenössischen Motiven und entlarvt vermeintliche Idylle als fragile Konstruktion. Popellas fast fotorealistische Bilder zitieren Filmstills, historische Figuren und archetypische Rollenbilder, die er mit Ironie und feinen Brüchen auflädt. Thematische Kapitel wie „Arcadia“ oder „Kinderspiel“ laden dazu ein, die vielschichtigen Erzählungen selbst zu entschlüsseln.

Gemälde mit zwei sitzenden jungen Personen auf einem Stuhl, eine hält ein Gewehr. Über der Lehne hängt eine Flagge der USA.

Stephan Popellas Ausstellung „Ende – Neu“

„Ende–Neu. Bilder einer ‚heilen Welt'“
10. Mai bis 20. September 2026

Museum der Westlausitz – Elementarium
Pulsnitzer Straße 16
01917 Kamenz

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen, 10 bis 18 Uhr
montags geschlossen

Eintritt:
5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro

Leipzig

Emotionale Foto-Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum | bis 4. April 2027

Abraham Mittelmann kam um 1900 nach Leipzig. Er stammte aus einer Stadt im heutigen Belarus. Um seine Familie zu ernähren, gründete er ein Fotostudio. Ab 1909 sind die meisten seiner heute noch erhaltenen Bilder entstanden, beziehungsweise deren Negative – wertvolle, lichtempfindliche Glasplatten.

Schwarz-Weißbild von einem Mann und einer Frauudn

Selbstporträt von Abram Mittelmann und Alma Goliner als Liebespaar, vermutlich 1933/1938

Seine Bilder zeigen Menschen als Künstler, beim Lesen einer Zeitung, mit verschmitztem oder konzentriertem Blick, mit verstohlenem Lächeln oder auch gezeichnet vom harten Leben. Wer damals ein Porträtfoto wünschte, ob Künstler, Arbeiter, Hochzeitspaare, ließ es im Fotoatelier Mittelmann in Leipzigs Süden fertigen.

Über fünf Jahrzehnte verstaubte das Foto-Archiv Mittelmanns auf einem Leipziger Dachboden. 1939 war der Fotograf vor den Nazis geflohen. Erst in den 1980er-Jahren erinnerte man sich an ihn und seine Fotos, erkannte deren dokumentarischen Wert. Heute lassen sich dank einer digitalen Datenbank auch viele der Geschichten und Namen hinter den Porträts rekonstruieren. Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig zeigt dies in einer Ausstellung zum jüdischen Themenjahr „Tacheles“.

Porträt Siegfried Mittelmann um 1922, Fotoatelier Mittelmann. Ein junge in einem zu großen Anzug und mit Schiebermütze, er schaut grimmig zum Fotografen. Die Ränder des Bildes wirken angefressen.

Momentaufnahme. Das Fotoarchiv Mittelmann“
03.06.2026 – 04.04.2027

Eröffnung am 3. Juni um 14 Uhr mit Gespräch: „Der Schatz vom Dachboden“
Mit Nadia Vergne (Enkelin von Abraham Mittelmann) und Johanna Sänger (Kuratorin)

Öffnungszeiten:
Dienstag–Sonntag, Feiertage 10–18 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene: 8 €, ermäßigt: 4 €, Abendkarte (1h vor Schließung): 4 €
Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18 Lebensjahr frei
An jedem 1. Mittwoch im Monat 3 €.

Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Haus Böttchergäßchen
Böttchergäßchen 3
04109 Leipzig

Zum Fotoarchiv Mittelmann

„Bilderkosmos #3“: MdbK zeigt Schätze aus dem Depot | bis 25. April 2027

Das Museum der bildenden Künste Leipzig (MdbK) zeigt unter dem Titel „Bilderkosmos“ Highlights aus der eigenen Sammlung, darunter lange nicht gezeigte oder erstmals präsentierte Werke. Der Fokus der Schau liegt auf Kunst der DDR. In einem chronologisch aufgebauten Rundgang können die Besucherinnen und Besucher Arbeiten des Malers Max Beckmann, Werke der Leipziger Schule und auch zeitgenössische Positionen betrachten.

Norbert Bisky, Treibjagd, 2005,

Neben Kunst der DDR sind in der Ausstellung in Leipzig auch zeitgenössische Werke zu sehen – so etwa Norbert Biskys „Treibjagd“ (2005).

Auch Werke von Künstlerinnen der DDR sind Teil der Ausstellung. Zu sehen sind etwa Arbeiten von Monika Geilsdorf, ein Werk der früh verstorbenen Malerin Petra Flemming, sowie mehrere Frauenbilder von Doris Ziegler. Auch Gudrun Brüne und die Ostberliner Malerin Cornelia Schleime, die 1984 ausgebürgert wurde, sind in der Schau vertreten.

Max Schwimmer, Colombine

Bilderkosmos #3 Leipzig im Dialog“
23. April 2026 bis 25. April 2027

Museum der bildenden Künste
Katharinenstraße 10
04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr
Mittwoch, 12 bis 20 Uhr
Montag geschlossen

Botenstoffe: Textilien als politische Erzähler | bis 9. August 2026

Textilien sind allgegenwärtig – doch kaum jemand liest ihre verborgenen Geschichten. Die internationale Gruppenausstellung „Botenstoffe“ macht Stoffe, Kleidung und Gewebe als Träger sozialer, ökologischer und historischer Bedeutungen sichtbar. Im Fokus stehen globale Produktionsketten, koloniale Verflechtungen und verloren gehendes handwerkliches Wissen ebenso wie textile Erzähltraditionen und ihre politische Kraft.

Das Werk "Alle Kleider einer Frau" zeigt einen Frauenkörper von Hinten in einem roten Trägerkleid, aber ohne Kopf, umgeben von zahlreichen bunten Kleidungsstücken.

In der Ausstellung „Botenstoffe“ dreht sich alles um Textilien.

Von alter Handwerkskunst über Industrialisierung bis zur Digitalisierung zeigen zeitgenössische künstlerische Positionen, wie Knüpfen, Weben und Nähen zu gesellschaftskritischen Werkzeugen werden. Die Ausstellung lädt dazu ein, Stoffe neu zu betrachten – und wieder lesen zu lernen.

„Botenstoffe“
25. April bis 9. August 2026

Halle 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst Leipzig
Spinnereistraße 7
04179 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag, 11 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung

Eintritt:
Erwachsen 6 Euro/ermäßigt 3 Euro
mittwochs freier Eintritt

Auf den Spuren jüdischer Geschichte in Thessaloniki | bis 9. August

Thessaloniki war über Jahrhunderte ein multi-ethnischer Ort, geprägt von einer großen jüdischen Gemeinschaft. Mit der deutschen Besatzung ab 1941 wurde dieses Leben systematisch ausgelöscht: Raubzüge, Ghettoisierung, Deportationen und die Zerstörung des jahrhundertealten jüdischen Friedhofs stehen sinnbildlich dafür. In „Das Gedächtnis der Steine“ nähern sich Margret Hoppe und Karoline Mueller-Stahl in Fotografien und Texten den Spuren des Abwesenden. Sie fragen nach Erinnerungsfähigkeit, nach den unscheinbaren Orten des Alltags und nach Fragmenten, die noch Zeugnis ablegen können – leise, eindringlich und historisch präzise.

Das Gedächtnis der Steine – Spuren jüdischer Geschichte und deutscher Besatzung in Thessaloniki
25. April bis 9. August 2026

Halle 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst Leipzig
Spinnereistraße 7
04179 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag, 11 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung

Eintritt:
Erwachsen 6 Euro/ermäßigt 3 Euro
mittwochs freier Eintritt

Zwischen Exil und Großstadt: Fotografien von Fred Stein | bis 31. Juli 2026

Der jüdische Fotograf Fred Stein hielt mit seiner Kamera Flucht, Exil und Kriegserfahrungen des 20. Jahrhunderts fest. Zwei Ausstellungen in Leipzig widmen sich nun seinem Werk: Im Capa-Haus stehen Fotografien zum Spanischen Bürgerkrieg im Mittelpunkt, eindringliche Porträts von Kindern, die vor dem Krieg nach Frankreich fliehen mussten, aber auch Aufnahmen aus dem Exil in Paris. Die Deutsche Nationalbibliothek zeigt Arbeiten aus seiner Zeit in den USA, darunter Porträts von Hannah Arendt, Albert Einstein und anderen Exilanten. Zusammen zeichnen die beiden Ausstellungen das bewegte Leben eines Fotografen nach, der selbst Flucht und Neubeginn erfahren musste.

Schwarz-weiß-Fotografie einer größeren Gruppe von Kindern, die auf der Stufe einer Veranda sitzen.

Eine der Fotografien von Fred Stein, die in der Ausstellung im Capa-Haus Leipzig gezeigt wird.

„Fred Stein und der Spanische Bürgerkrieg“
Bis 31. Juli 2026

Capa-Haus
Jahnallee 61
04177 Leipzig

„Out of Exile. The Photography of Fred Stein“
Bis 4. Juli 2026

Deutsche Nationalbibliothek
Deutsches Exilarchiv 1933–1945
Deutscher Platz 1
04103 Leipzig

Wandern in Geschichte: Fotokunst von Ulrich Wüst | bis 14. Juni 2026

Spuren des Zweiten Weltkrieges und Verfall von historischer Bausubstanz: Mit seinen „scheinbar lapidaren, höchst präzise komponierten“ Stadtbildern machte sich der Fotograf Ulrich Wüst in den 80er- und 90er-Jahren einen Namen. Die Ausstellung „Wandern in Geschichte“ in der Galerie für Zeitgenössische Kunst (GfZK) zeigt laut Kurator Matthias Flügge, wie Wüst eine „ganz eigene visuelle Form der Architekturkritik“ entwickelte, „die bis heute nichts an ihrer Eindringlichkeit verloren hat“.

DDR-Hochhausblocks, davor eine Wiese mit aufsteigenden Treppen und Geländer in geometrischen Formen. Schwarz-Weiß-Foto

Die Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig zeigt in der Ausstellung „Wandern in Geschichte“ Fotokunst von Ulrich Wüst: Berlin 1982, aus der Serie Stadtbilder 1979–1985.

Zugleich untersuchte Wüst auch den manipulativen Gebrauch von Bildern, indem er DDR-Pressefotos genauer unter die Lupe nahm. Einem breiten internationalen Publikum wurden die Fotografien von Ulrich Wüst durch seine Einladung zur documenta 14 nach Kassel 2017 bekannt.

Wandern in Geschichte: Die Fotografie von Ulrich Wüst“
bis 14. Juni 2026

Galerie für Zeitgenössische Kunst (gzfk)
Karl-Tauchnitz-Str. 9-11
04107 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 14 bis19 Uhr
Samstag/Sonntag, Feiertage: 12 bis 18 Uhr

Eintritt:
Einzelticket 7 / ermäßigt 5 Euro
Kombiticket 10 / ermäßigt 6 Euro
Mittwoch freier Eintritt

Gärten als Spiegel der Gesellschaft | bis 31. Januar 2027

Eine Frau schaut lächelnd in eine Museumsvitrine mit einem Schuh.

„Rewild the Run“: Der Schuh von Designerin Kiki Grammatopoulos ist vom Bisonhuf inspiriert. Schlaufen an der Schuhsohle wirken wie Klettverschlüsse, an denen Pflanzensamen haften bleiben und sich beim Laufen weiterverteilen.

Von „Gärten und Menschen“ erzählt die neue Sonderausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Rund 400 Objekte und Medienstationen zeigen Gärten als Spiegel der Gesellschaft, der zeitliche Bogen wird gespannt vom Kriegsende 1945 bis ins Heute. Mitmachen ist erwünscht: ob beim Voting zu bestimmten Themen oder beim Teilen von Fotos unter den Motto „Mein Glück im Grünen“.

Präsentiert werden zudem die Preisträger der Mitmach-Aktion „Gärtnern mit Zukunft“. Gemeinsam mit dem Ökolöwen – Umweltbund Leipzig e. V. und der Redaktion von MDR Garten hatte das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig nach kreativen Lösungen und praktischen Ideen zu Klimawandel, Energieknappheit und schwindender Biodiversität aus Perspektive von Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern gefragt.

Übern Zaun – Von Gärten und Menschen“
09. März2025 bis 31. Januar 2027

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
Grimmaische Straße 6
04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag sowie Feiertage: 10 bis 18 Uhr
montags geschlossen

Eintritt frei

„Ausgrenzung, Arbeitszwang und Abweichung“ – Gewaltgeschichte in der Riebeckstraße

Über die Veränderungen in der Geschichte hinweg war das Unrecht in der Leipziger Riebeckstraße seltsam konstant. 1892 wurde dort die Leipziger Arbeitsanstalt gegründet „und war über Jahrzehnte hinweg Inbegriff von repressiver Sozialpolitik, Stigmatisierung, Ausgrenzung und Arbeitszwang“, heißt es von Initiative Riebeckstraße 63 e.V.

„Ausgrenzung, Arbeitszwang und Abweichung“

Auf dem Gelände waren Betriebe ansässig, die von Zwangsarbeit profitierten, und Verwahrungseinrichtungen. Der Verein will diese Geschichte vor Ort erzählen. Mit Fördermitteln des Landes Sachsen aus dem Vermögen der SED wurde das ehemalige Pförtnerhaus saniert, wo nun die Werkstattausstellung „Ausgrenzung, Arbeitszwang und Abweichung“ wechselhafte Geschichte des Ortes und von den verfolgten Gruppen erzählt.

Werkstattausstellung „Ausgrenzung, Arbeitszwang und Abweichung

Riebeckstraße 63 e.V.
Riebeckstraße 63, 04317 Leipzig

Öffnungszeiten:
Donnerstags, von 14 bis 18 Uhr
Weitere Termine nach Vereinbarung

Der Eintritt ist frei.

Riesa

Werke von Sighard Gille in der Elbland Kunsthalle | bis 14. Juni 2026

Zweimal jährlich lädt die Elbland Kunsthalle nach Riesa ein – in diesem Frühjahr mit einer Jubiläumsausstellung des Leipziger Malers Sighard Gille. Unter dem Titel „Zeitbilder“ zeigt die Schau einen Querschnitt durch das vielseitige Werk des 1941 geborenen Künstlers, der zur zweiten Generation der Leipziger Schule zählt und durch das Gewandhaus-Gemälde „Gesang vom Leben“ bekannt wurde.

Elbland Kunsthalle: "Zeitläufe", Ausstellung zu Sieghard Gille

„Sighard Gille – Zeitbilder/ Gerhard Weber – Lebenszeiten“

Die Schau beleuchtet die unterschiedlichen Schaffensphasen des Künstlers. Die Doppelausstellung präsentiert Gille zusammen mit dem Fotografen Gerhard Weber, der 1940 in Berlin geboren wurde und ebenfalls ein Schüler HGB ist. Auch der Besuch der noch jungen Kunsthalle selbst lohnt.

„Sighard Gille – Zeitbilder/ Gerhard Weber – Lebenszeiten“
11. April bis 14. Juni 2026

Adresse:
Elbland Kunsthalle
Breite Straße 1
01587 Riesa

Öffnungszeiten:
Donnerstag: 16 bis 18 Uhr
Freitags und Samstags: 15 bis 18 Uhr
Sonntags und an Feiertagen: 14 bis 17 Uhr
sowie nach Vereinbarung

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