Bei fast allen betroffenen Spielern schmerzt das sehr, sowohl die Verantwortlichen als auch die Fans. Und im Fall von King Manu ist das Unverständnis besonders groß. Denn eigentlich sind Talente wie Manu oder der zuletzt ebenfalls verliehene Torhüter Ben Zich genau jene Akteure, die durch den Drittliga-Abstieg und den damit verbundenen Neuaufbau schneller als ursprünglich vermutet heiße Anwärter auf Spielzeit gewesen wären. Bei den jungen Spielern, die zuletzt bei anderen Vereinen wertvolle Spielpraxis sammeln konnten, wäre das Motto „Abstieg als Chance“ wohl zutreffender gewesen als in vielen anderen Bereichen.
Allerdings: Auch Manu und Zich können nun selbst über ihre Zukunft entscheiden, sind ab Juli ebenfalls nicht mehr an Fortuna gebunden. Diese Chance will Energie Cottbus, dorthin war Manu in der vergangenen Saison ausgeliehen, nach dem Aufstieg schnellstmöglich ergreifen und den gebürtigen Kölner fest unter Vertrag nehmen. Wie der „Kicker“ berichtet, laufen die Verhandlungen zwischen Spieler und Verein bereits. Die Lausitzer stellen sich derzeit für die erste Zweitliga-Spielzeit seit 2014 auf. Dabei kann Manu nicht nur zu einem wichtigen Faktor werden, sondern auch zu einem Schnäppchen.
Der Marktwert des 22-Jährigen wird vom Portal „transfermarkt.de“ aktuell auf 500.000 Euro taxiert. Ohne die spezielle Konstellation durch den Fortuna-Abstieg hätte Energie wohl eine hohe sechsstellige oder vielleicht sogar siebenstellige Ablöse bieten müssen, um den Deutsch-Ghanaer aus Düsseldorf loseisen zu können – ob Fortuna daran überhaupt interessiert gewesen wäre, lässt sich aber durchaus anzweifeln. Die Vertragskonstellation entpuppt sich nicht nur bei der Manu-Personalie als ein Geschenk für die Cottbusser.
In der abgelaufenen Saison kam Manu in 28 Drittliga-Spielen für Energie zum Einsatz, war über weite Strecken der Saison absoluter Stammspieler und wurde nach seinem Wechsel im September nur in vier Partien von Verletzungen sowie einmal von einer Gelbsperre ausgebremst. Rund um die Aufstiegsfeierlichkeiten wurde deutlich: Manu passt auch menschlich ideal in das Cottbusser Teamgefüge. Nun versuchen die Verantwortlichen in der Lausitz, möglichst schnell Nägel mit Köpfen zu machen – denn das Paket für Manu, der unerwartet ablösefrei auf dem Markt ist, dürfte auch für andere Klubs eine interessante Option darstellen.