Christoph Maria Herbst (r.) und Mala Emde sitzen im Dunkeln vor einem Hochhaus - Szene aus "Sommer auf Asphalt"

AUDIO: Das Filmfest Emden-Norderney: Nahbar und international (4 Min)

Stand: 03.06.2026 23:30 Uhr

Am Mittwoch ist das Filmfest Emden-Norderney gestartet. Zu Gast sind prominente Schauspielstars, darunter Christoph Maria Herbst im Eröffnungsfilm „Sommer auf Asphalt“. Am letzten Festival-Tag kommt Nora Tschirner nach Emden.

von Florian Schmidt

Das Filmfest Emden-Norderney versteht sich seit Jahren als „Festival am Meer“ – nahbar, publikumsfreundlich und trotzdem international. Mehr als 30 Premieren und Erstaufführungen stehen diesmal auf dem Programm.

Nora Tschirner und Florian Lukas werden geehrt

Nach einem Talk im Festspielhaus am Wall wird Nora Tschirner am Abend des 10. Juni nachträglich mit dem Emder Schauspielpreis 2025 ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr war sie krank geworden und konnte die Auszeichnung nicht entgegennehmen. Anschließend wird ihr jüngster Film „No Hit Wonder“ von Regisseur Florian Dietrich gezeigt.

Der Emder Schauspielpreis ist mit 10.000 Euro dotiert. Preisträger in diesem Jahr ist Florian Lukas: Er sei ein „versierter, sehr wandlungsfähiger Schauspieler“, sagte der künstlerische Leiter des Festivals, Edzard Wagenaar. Lukas habe weit mehr als 140 Rollen gespielt. Gezeigt werden insgesamt fünf seiner Filme, unter anderem „Absolute Giganten“, „Nordwand“ und „Rosenthal“.

Florian Lukas bei allen seinen Filmen vor Ort

Der Schauspieler hat angekündigt, bei allen fünf Filmvorführungen persönlich dabei zu sein. Wagenaar erzählt: „Florian Lukas mit dem Emder Schauspielpreis auszuzeichnen, ist eigentlich längst überfällig. Er ist einer der ganz großen deutschen Charakterdarsteller. Ein Ausnahmetalent, wandlungsfähig, intensiv und ein absolut netter und zugewandter Mensch, der sich total freut, nach Jahren, wo er nicht mehr hier gewesen ist, wieder mal an die Küste zu kommen.“

Video:
Trailer: „Sommer auf Asphalt“ mit Mala Emde und Christoph Maria Herbst (1 Min)

Zum Auftakt: Christoph Maria Herbst und „Sommer auf Asphalt“

Eröffnet wurde das 36. Internationale Filmfest Emden-Norderney von Schauspieler Christoph Maria Herbst und Schauspielerin Mala Emde. Zum Auftakt am 3. Juni zeigte das Festival die Premiere der NDR Koproduktion „Sommer auf Asphalt„, in dem die beiden die Hauptrollen spielen. Der Film ist eine warmherzige Vater-Tochter-Komödie über Selbstbestimmung, Familie und Zugehörigkeit. Regie führte Simon Ostermann nach dem Drehbuch von Brix Vinzent Koethe.

Zum weiteren Ensemble gehören etwa Moritz Führmann, Aaron Hilmer und als Gäste Heinz Strunk und Jan Ullrich. Die Komödie soll im Herbst 2026 in der ARD-Mediathek gezeigt werden.

Dreh Menschen sitzen für ein Drehstartfoto auf einem Sofa vor einer Garage.

Die NDR Ko-Produktion hat heute Abend Weltpremiere – Hauptdarsteller Christoph Maria Herbst im Gespräch über die Dreharbeiten.

„Der Heimatlose“: Deutschlandpremiere auf Norderney

Viele Menschen in historischen Kostümen sitzen in einem Kreis auf Norderney - Szene aus dem Film "Der Heimatlose"

In Kai Stännickes Drama, zum Teil auf Norderney gedreht, geht es um einen ehemaligen Insulaner, der in seiner Heimat nicht erkannt wird.

Festivalleiter Edzard Wagenaar setzt dabei auf große Emotionen und auf Filme mit regionaler Verbindung: „‚Der Heimatlose‘ ist in weiten Teilen auf Norderney gedreht worden und mit Unterstützung der Insel und vielen, vielen, vielen Norderneyern, die dort als Statisten in diesem Film mitgewirkt haben.“

Das düstere Heimkehr-Drama zwischen Nordsee, Erinnerung und Identität erzählt von einem Mann, der nach Jahren zurückkehrt – und plötzlich um seine eigene Identität kämpfen muss.

Das bei der Berlinale ausgezeichnete Drama wird auf Norderney am Samstag vorgeführt: in Anwesenheit des Regisseurs Kai Stänicke und des Filmteams. Für Wagenaar ist die Vorführung auf der Insel ein Heimspiel im besten Sinne: „Der Heimatlose kehrt heim und Cast und Crew-Mitglieder sind am Samstagabend, also an einem der Haupttag im Inselkino auf Norderney. Das wird eine Riesenparty werden.“

Schwerpunkt auf Inklusion

Zwei ältere Männer schrauben an einem Pappschild mit der Aufschrift "the Golden Spurtle" (Filmfest Emden-Norderney)

In „The Golden Spurtle“ geht es um eine Porridge-Meisterschaft in Schottland.

Neben großen Premieren und internationalen Produktionen setzt das Festival im Kurzfilmprogramm einen Schwerpunkt auf Inklusion: „Da geht es um Autismus, um Sehbehinderung, da geht es um Down-Syndrom und am Ende sogar um einen Film, der komplett ohne Worte tatsächlich in Gebärdensprache inszeniert wird“, kündigt Wagenaar an.

Außerdem laufen internationale Produktionen über Klimawandel, künstliche Intelligenz oder gesellschaftliche Konflikte – von der Arktis-Dokumentation „Frost Without Snow and Ice“ bis zum Social-Media-Film „Molly vs THE MACHINES“. Und es wird einen Schwerpunkt zum Thema „Film & Food“ geben – unter anderem in einem schottischen Beitrag über Porridge.

Christoph Maria Herbst blickt mit Grimasse in die Kamera.

Der Film „Sommer auf Asphalt“ eröffnet das 36. Internationale Filmfest Emden-Norderney. In einer der Hauptrollen: Christoph Maria Herbst.

In einem kleineren Museum stehen zwei historische Fahrräder auf einem Holzpodest.

Dinus Voß brennt für historische Motor- und Fahrräder. Sein Museum im ostfriesischen Emden öffnet er immer auf Anfrage.

Zwei Autorinnen (Rabeah Rahimi und Leonore Lukschy) freuen sich bei der Preisverleihung beim Filmfest Emden über den Emder Drehbuchpreis:

Traditionell werden beim Filmfest Emden unverfilmte Drehbücher ausgezeichnet. Am Freitag ging das Preisgeld von 10.000 Euro an die Autorinnen von „Dieterstan“.

Museumsschiffe liegen vor dem Emder Rathaus auf dem Ratsdelft.

Museumsschiffe am Rathaus, dicke Pötte im Industriehafen: Emden hat maritimes Flair. Die Kunsthalle zeigt Meisterwerke.