„Die Klimakrise ist kein Zukunftsthema, denn es gibt sie längst“, sagt Hauke Duckwitz, der Vorsitzende des Kinderschutzbundes. Die Folgen davon seien besonders für Menschen spürbar, die ohnehin schon benachteiligt seien, wie etwa Familien, die in beengten Wohnverhältnissen leben müssen – und hier besonders die Kinder, erklärt Duckwitz: „Hitzeperioden und Umweltbelastungen treffen die Kleinsten unserer Gesellschaft zuerst und am härtesten. Klimaschutz ist daher gelebter Kinderschutz.“

Ein harmloses Motiv mit einer wichtigen Botschaft

Genau darauf will der Kinderschutzbund Ortsverband Düsseldorf mit seiner neuen Kampagne „Gib mir Zukunft!“ aufmerksam machen und schickt dafür Plakate und Postkarten an etwa 400 Kinderarztpraxen, Grundschulen und Bürgerbüros in der Stadt. Darauf zu sehen ist eine Illustration von Vater und Kind beim Radfahren auf dem Weg ins Naturschutzgebiet – ein harmloses Motiv der Cartoonistin Renate Alf, für das man sich aber bewusst entschieden habe: „Wir wollten eine positive Botschaft senden, keine Ängste schüren oder mit erhobenem Zeigefinger belehren“, sagt Hayat Wiersch vom Kinderschutzbund. Das Plakat sei keine Mahnung, sondern eine Einladung an Familien, sich mit dem wichtigen Thema Klimaschutz zu beschäftigen. Dieser sei nämlich weit mehr als nur ein ökologisches Ziel, sondern biete auch Schutz vor Armut, Ungleichheit und Zukunftsangst, so die Verantwortlichen.

Den Blickwinkel von Kindern berücksichtigen

Jochen Reiter ist nicht nur Direktor des Aquazoos, sondern auch Schirmherr des Kinderschutzbundes und selbst Vater von 15 Jahre alten Zwillingen. „Wir legen Wert auf die Meinung der Kinder. Sie sehen, hören und reflektieren viel mehr, als sich Erwachsene eingestehen“, ist er sich sicher. Als Beispiel nennt er den Kinder- und Jugendarchitekturwettbewerb rund um das Neubauprojekt „Opernhaus der Zukunft“, zu dem die Oper, die Clara-Schumann-Musikschule und die Musikbibliothek der Stadtbüchereien Düsseldorf im vergangenen Jahr aufgerufen hatten.

Nur zwei der mehr als 200 Arbeiten hätten für die „Oper der Zukunft“ eine Tiefgarage vorgesehen – bei Erwachsenen wäre es vielleicht genau andersherum gewesen, sagt Reiter. „Aber die meisten Kinder gehen wie selbstverständlich davon aus, sich zu Fuß, mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad fortzubewegen.“ Kinder seien die Zukunft, das Ziel der Erwachsenen müsse deshalb sein, ihnen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Doch auf politischer Ebene seien manche Entscheidungen in dieser Hinsicht fragwürdig, räumt er ein.

Der Aquazoo sei der größte außerschulische Lernort, die Klientel die nächste Generation, sagt Reiter zu der Kooperation des meistbesuchten Museums der Landeshauptstadt mit dem Kinderschutzbund. Im Zuge der Kampagne „Gib mir Zukunft!“ werde man nach einigen Wochen auch Plakate und Postkarten mit einem weiteren Motiv verschicken, sagen die Verantwortlichen. Was das genau ist, das sei aber noch eine Überraschung.