Tapinoma magnum bekämpfen

Hoffnungsschimmer im Kampf gegen invasive Ameise

  • T-Online

04.06.2026 – 07:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Ameisenplage in SchutterwaldVergrößern des Bildes

Die Ameisen der Art Tapinoma magnum dringen auch in Häuser ein. (Archivbild) (Quelle: Uli Deck/dpa/dpa-bilder)

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Invasive Ameisen bedrohen deutsche Städte – bisherige Bekämpfungsmethoden scheiterten meist kläglich. Nun gibt es erste Hoffnungsschimmer aus Baden-Württemberg.

In vielen deutschen Regionen breiten sich die invasiven Ameisenarten Tapinoma magnum und Lasius neglectus rasend schnell aus. Das Problem: Die Arten bilden riesige Superkolonien, die die Infrastruktur der betroffenen Kommunen lahmlegen können. Experten versuchen mit verschiedenen Mitteln, den Schädling zu bekämpfen. Oftmals vergebens. Denn durch die Superkolonien und die Vermehrungsfreudigkeit der Ameise wirken Köder und Gifte kaum. Einen Hoffnungsschimmer gibt es jetzt allerdings aus Karlsruhe.

Karlsruhe kämpft mit Heißwasserdampf

Die Stadt appelliert daher jetzt an Anwohner, sich beim Kampf gegen die Tapinoma magnum und Lasius neglectus mit mobilen Heißdampfgeräten zu beteiligen.

Die Fächerstadt bekämpft die invasiven Ameisenarten mit speziellen, mobilen Heißwasserdampfgeräten. Das berichtet der SWR. Kleinere Vorkommen konnten so bereits beseitigt werden. Probleme bereiten jedoch noch die großen Nester, die bis zu 70 Hektar messen. Hier ist laut des zuständigen Gartenbauamtes ein jahrelanger Einsatz der mobilen Spezialgeräte nötig. Der Grund: Die Stadt darf die Ameisen nur auf öffentlichen Flächen bekämpfen. Auf Privatgrundstücken müssen sich die Grundstückseigentümer um die Bekämpfung kümmern – zum Vorteil der Ameisen und ihrer Superkolonien.

So berichtet das Gartenbauamt, dass sich bereits einige Hausbesitzer zusammengeschlossen haben, um die notwendigen Geräte zu kaufen und einzusetzen.

Bevor Betroffene jedoch gesichtete Ameisen bekämpfen, sollte von einem Experten bestätigt werden, dass es sich dabei um eine invasive Art handelt. Denn Ameisen sind durchaus Nützlinge im Garten. Sie tragen etwa mit ihren Tunnels zur Auflockerung des Bodens bei.

Gelköder in Esslingen

Die Stadt Esslingen geht einen anderen Weg. Sie setzt bei der Bekämpfung auf Gelköder, die in der Schweiz entwickelt wurden. Der Ansatz ist vielversprechend: Die Ameisen tragen das Giftgel selbst in ihre Nester und geben es an die Brut weiter, wodurch die Kolonie von innen heraus bekämpft wird. Berichten zufolge sind bereits ganze Ameisenstraßen verschwunden. Das ist eine positive Nachricht, da bisherige Methoden wie Insektizide oder kochendes Wasser kaum Wirkung zeigten.

Experten warnen jedoch vor zu viel Optimismus. Denn auch hier sind wieder die Superkolonien das Problem. Dadurch gebe es zum einen zahlreiche Königinnen. Zum anderen können die Ameisen ihre Nester bei Gefahr schnell verlagern. Eine vollständige Ausrottung scheint daher unrealistisch.

Woran Sie die invasive Ameise erkennen

Die Tapinoma magnum ist oft nur aufgrund ihres massiven Auftretens erkennbar. Sie bildet etwa breite, mehrspurige Ameisenstraßen und kleine Aufschüttungen aus Sand oder Erde, die die Eingänge zu den unterirdischen Nestern markieren. Die Arbeiterinnen selbst sind durchgehend schwarz, nur zwei bis vier Millimeter groß, und es laufen charakteristischerweise unterschiedlich große Tiere nebeneinander her.

Das eindeutigste Merkmal ist jedoch der Geruch: Werden die Tiere gestört oder zerdrückt, sondern sie einen Sekret ab, das intensiv und unangenehm nach ranziger Butter riecht.