Eine Stunde von Frankfurt
Felsenmeer im Odenwald: Naturwunder vor der Haustür
Aktualisiert am 04.06.2026 – 07:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Felsenmeer bei Lautertal im Odenwald (Archivbild): Zwischen mächtigen Felsblöcken finden sich bis heute Spuren aus der Römerzeit. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Gerd Herrmann)
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Im Odenwald bei Lautertal türmen sich gewaltige Felsblöcke zu einem spektakulären Naturbild. Das Felsenmeer liegt nur rund eine Stunde von Frankfurt entfernt.
Wer von Frankfurt aus einen Ausflug in den Odenwald plant, wird in Lautertal-Reichenbach mit einem beeindruckenden Naturschauspiel belohnt: Das sogenannte Felsenmeer besteht aus einer gewaltigen Ansammlung riesiger Felsblöcke, die sich den Hang hinunter erstrecken – eine raue, fast unwirklich wirkende Landschaft. Das Besondere: Das Naturphänomen liegt nur etwa eine Stunde vom Rhein-Main-Gebiet entfernt.
Das Gestein ist rund 340 Millionen Jahre alt: Beim Zusammenstoß von Kontinentalplatten bildete sich tief im Erdinneren Quarzdiorit. Durch Erosion gelangte das Material später an die Oberfläche. Dort zerfiel es im Laufe der Zeit in große, rundliche Blöcke – ein Prozess, der als Wollsackverwitterung bezeichnet wird.
Lautertal im Odenwald lohnt sich als Ausflug
Mitten im Wald, umgeben von Moos und Geröll, erinnern noch heute zahlreiche Überreste an eine längst vergangene Epoche. Zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert betrieben die Römer an diesem Ort einen Steinbruch – das Gestein wurde abgebaut und direkt vor Ort weiterverarbeitet. Rund 300 Werkstücke haben die Jahrhunderte überdauert, darunter die beeindruckende „Riesensäule“ und ein sogenannter Altarstein.
Zum Ort gehören auch Sagen: Der Überlieferung nach gerieten zwei Riesen in einen heftigen Streit und warfen Felsen aufeinander – ein Bild, das sich beim Anblick der mächtigen Steinblöcke leicht vorstellen lässt.
Wege durch Fels und Wald
Das Gebiet rund um das Felsenmeer lässt sich auf unterschiedlichen Routen erkunden. Ein beliebter Rundweg führt über etwa neun Kilometer durch den Mischwald, hinauf zum Felsberg und weiter zum Ohlyturm.
Viele Besucher bleiben im Kernbereich und bewegen sich direkt über die Felsen. Alternativ bietet sich der Einstieg am Wanderparkplatz „Römersteine“ an, der etwas abseits liegt und an historischen Fundstellen vorbeiführt.
Von höheren Punkten öffnen sich bei klarem Wetter weite Blicke über die Region – laut Tourismusangaben und Besucherberichten reicht die Sicht teilweise bis in die Rhein-Main-Ebene.
Klettern, Pause, Einkehr
Das Gelände fordert Bewegung: Über die Felsen zu steigen gehört für viele zum Erlebnis dazu. Für Kinder wird der Ausflug schnell zur Klettertour, allerdings mit Vorsicht – bei Nässe werden die Steine rutschig.


