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Keine Frage, Tofu ist Geschmackssache. Gerade sind die Fans des Sojaprodukts in heller Aufregung: Denn viele Regale im Supermarkt sind leer. Grund: Die Nachfrage ist explodiert, die Hersteller kommen nicht hinterher. Das heißt vor allem eines: Die Preise könnten mittelfristig dramatisch steigen, urteilen Marktkenner. Die Gründe: Vegane und proteinreiche Ernährung ist mega angesagt. Der Hype wird per Social Media massiv befeuert.

Die Warenverfügbarkeit sei eingeschränkt, sagt ein Sprecher des Handelskonzerns Rewe. „Ein Grund ist die rasant gestiegene und nach wie vor sehr hohe Nachfrage.“ Beim Konzern hat sich der Tofu-Absatz in den vergangenen drei bis vier Jahren verdoppelt. Hinzu kämen Kapazitätsengpässe bei einzelnen Herstellern. Eigenmarken und Markenprodukte sind betroffen. Eine rasche Entspannung ist laut Rewe nicht in Sicht. Eine vollständige Normalisierung dürfte sich frühestens Ende 2026 einstellen, so der Sprecher.

Auch andere Händler berichten von einer gestiegenen Nachfrage. Im Einzelfall könne es vorkommen, dass bestimmte Artikel vorübergehend nicht verfügbar seien, sagte eine Sprecherin von Kaufland. Aldi Nord teilte mit: Sollten Artikel kurzzeitig vergriffen sein, würden die Regale zügig wieder aufgefüllt. Doch so einfach ist das oft nicht.

Der große Tofu-Hersteller Taifun schreibt auf seiner Internetseite: „Leider konnten wir zuletzt nicht alle Produkte in der nachgefragten Menge zur Verfügung stellen.“ Vorübergehende Produktionsprobleme hätten eine stark reduzierte Menge an Naturtofu verursacht, der die Basis aller Produkte sei. In der Folge seien Lagerbestände deutlich zurückgegangen, im Einzelhandel seien Produkte deshalb teilweise „nicht so gut verfügbar“.

Steigen jetzt die Preise?

Gut möglich. Die Hersteller investieren in neue Anlagen, bauen die Produktion um und müssen Personal aufstocken. Die Hersteller haben jedoch Verträge mit den Marktketten, daher sind kurzfristige Preissteigerungen nicht möglich. „Aber beim nächsten Jahresgespräch kommt das sicher auf den Tisch“, unkt ein Insider.

Experten gehen auch davon aus, dass Preissteigerungen als Versuchsballon gestartet werden. Zieht die Konkurrenz mit, droht sogar ein Preisschock. Einzelne Marken- oder Spezialprodukte könnten dann deutlich teurer werden, wenn die Engpässe länger anhalten, so Insider.

Händler wiederum werden mit Eigenmarken versuchen, Preise stabil zu halten. Der Hebel hier: Sortimente zusammenstreichen oder Aktionsware reduzieren.