„Das Interesse ist so groß, da kommen gute Ideen bei rum“, erklärte Lehrer Volker Hein. Gemeint ist das Interesse an den Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel, mit denen sich die Klasse 5b des Gymnasiums in letzter Zeit intensiv auseinandersetzte. Dabei, das erklärte Hein, sei im Lehrplan zunächst deutlich weniger Zeit für diese Themen angesetzt worden, die Initiative zu einer intensiveren Auseinandersetzung sei aus der Schülerschaft gekommen. Nach und nach entwickelten die Kinder kreative Ideen, wie es ihnen gelingen könnte, einen nachhaltigen Beitrag für Wegberg und das Maximilian-Kolbe-Gymnasium zu leisten.
Entstanden ist nun ein Projekt, das es bis ins Rathaus geschafft hat: das Mülltrennungsprojekt. Die Idee: Sowohl in den Klassenräumen als auch auf dem Schulhof des Gymnasiums sollen schon bald mehrere Mülleimer zur Verfügung stehen, an denen die Schülerinnen und Schüler ihren Müll trennen können. Das Nachhaltigkeitsprojekt, das unter dem Motto „Gemeinsam trennen!“ steht, wurde zu einem Bürgerantrag, der unter anderem auf Niklas Krämers Schreibtisch gelandet ist. Seit dem 1. Mai ist Krämer Nachhaltigkeitsmanager der Stadt, seit einiger Zeit beschäftigt er sich nun schon mit dem Antrag der Schülerinnen und Schüler.
Am Montagmorgen stattete der Nachhaltigkeitsmanager den Kindern der 5b einen Besuch ab, sprach mit den ihnen über Nachhaltigkeit und beantwortete neugierige Fragen. Auch er hatte welche dabei: Auf die Frage, was Nachhaltigkeit überhaupt bedeute, kamen aus der Schülerschaft Antworten wie „Energie aus nachhaltigen Energiequellen wie Sonnenlicht“, „kein Essen wegwerfen“, „Heizen mit geschlossenen Fenstern“ und „Müll in die Mülltonnen schmeißen“.
Bereits im Vorfeld, diese Beobachtung teilte Lehrer Volker Hein, beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit. Das Projekt „Gemeinsam trennen“ soll nun bald in allen Klassenräumen und auf dem Schulhof ankommen. Dazu, das erklärte Krämer den Kindern, müsse der Antrag erst viele Stationen im Rathaus durchlaufen: „Selbst einfache Aufgaben sind häufig komplizierter, als man denkt, deswegen kann so etwas schon mal dauern.“ Häufig scheitere es besonders an finanziellen Mitteln, die für solche Projekte von der Stadt aufgebracht werden müssen: Besonders die Mülleimer für den Schulhof seien aus Kostengründen für die Stadt gar nicht so leicht zu organisieren. Trotz allem, das versprach er den Schülerinnen und Schülern der 5b, wolle die Stadt alles dafür tun, um das Projekt so schnell wie möglich in die Tat umzusetzen: „Ich halte es für realistisch, dass wir das hinbekommen“, betonte er hinsichtlich der Entscheidung im Stadtrat.
Lehrer Volker Hein lobte Krämers Engagement und betonte, dass der Austausch mit Menschen aus der Verwaltung für die Kinder greifbar mache, was Teilhabe bedeutet: „Die Kinder merken so, dass sie etwas machen und auch bewegen können“, so der WiPo-Lehrer. Wie schnell das ganze Projekt in die Tat umgesetzt wird, ist noch unklar. Krämer allerdings betonte, dass die Mülleimer eventuell schon nach den Sommerferien in allen Klassenräumen des MKG stehen könnten, für die Mülleimer auf dem Schulhof hingegen brauche es noch etwas Geduld. Mit dem Projekt „Gemeinsam trennen“ beweisen die jungen Köpfe, wie wichtig ihre Ideen sein können. Die Initiative der Klasse 5b zeigt, wie aus Unterrichtsinhalten konkrete Ideen für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft entstehen können.