Die Ersten sind längst unterwegs mit ihren Fahrrädern. Denn die alljährliche Sternfahrt ist zu ihrem 50. Jubiläum noch größer geworden und strahlt jetzt bis nach München und Stuttgart, wo ein paar Unentwegte schon am vergangenen Wochenende gestartet sind. Weitere Zubringer starten bei Osnabrück und Hannover, aber im Kern bleibt die vom Fahrradclub ADFC veranstaltete Sternfahrt eine Berliner Veranstaltung – und mit mehreren zehntausend Teilnehmern eine der größten Demonstrationen im Jahr.
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„Die Zukunft fährt Rad!“, lautet das Motto 2026. Da die verkehrspolitische Gegenwart in Berlin eher Auto fährt und die Wetteraussichten für den Sonntag – Sonne, Wolken und nur einzelne Schauer bei maximal 23 Grad – gut sind, dürfte die Resonanz besonders groß sein. Das bedeutet im Umkehrschluss massive Auswirkungen auf den Stadtverkehr.
Wichtig zu wissen – für Teilnehmer
Gefahren wird auf 20 Routen mit 68 Treffpunkten; die Zeiten sind der Grafik zu entnehmen, die detaillierten Streckenverläufe stehen online. Zehn Routen führen von der Spanischen Allee über die Avus in die Berliner City, acht verlaufen ab der Oberlandstraße über die A100. Nur die beiden Kinderrouten lassen die Autobahn aus.
Die Routen und Zeiten der Sternfahrt 2026
© ADFC I Tagesspiegel/Rita Boettcher
Das Tempo ist mit zehn bis 15 Kilometern pro Stunde auch für Grundschulkinder und untrainierte Erwachsene zu schaffen. Ausnahme ist die Expressroute ab Frankfurt (Oder), wo zunächst fast Tempo 30 gefahren wird. Ab Fürstenwalde geht es gemächlicher weiter. Die Kinderrouten sind selbst per Laufrad machbar – und wenn es doch zu viel wird, kann man jederzeit aussteigen.
Bei der Anreise nach Frankfurt (Oder) wird’s eng
Erfahrungsgemäß starten mindestens 100 Radfahrer auf der Expressroute ab Frankfurt (Oder). Dorthin fährt ein RE1, der z.B. in Berlin-Hauptbahnhof um 5.16 Uhr abfährt und um 6.35 Uhr in Frankfurt ankommt.
Nach Auskunft der Odeg ist für diese Fahrt ein sechsteiliger Zug vorgesehen, also nicht die neuerdings ebenfalls eingesetzte achtteilige Version. Es dürfte also eng werden in den Fahrradabteilen.
Abgesehen vom verkehrssicheren Fahrrad empfehlen sich genug Getränke und Proviant, zumal man in manchen Jahren vor den Autobahnzufahrten lange warten musste. Wichtig sind auch Sonnencreme und Helm; die schiere Masse der Radfahrer mit unterschiedlichem Können erhöht die Sturzgefahr.
Wichtig zu wissen – für Autofahrer
Die Routen verlaufen auf Hauptstraßen. Polizeibeamte und Ordner des ADFC begleiten die Demo. Autofahrern bleibt nur, den Tross vorbeizulassen – unabhängig von Ampelschaltungen und Gewohnheitsrechten. An den Stadträndern dauert die Passage oft nur einige Minuten, aber auf der Fahrt stadteinwärts schwillt der Zug so weit an, dass Kreuzungen eine halbe Stunde blockiert sein können. Vor den Autobahnzufahrten ist mit mehrstündigen Sperrungen zu rechnen. Auch die Autobahnen selbst werden – inklusive Gegenrichtung – mehrere Stunden lang gesperrt. Wer kann, hält sich als Autofahrer von den Demo-Routen fern.
Wichtig zu wissen – für Passanten
Auch Fußgänger sollten Geduld haben, denn wer zu Fuß zwischen in Sechserreihen rollenden Fahrrädern eine Hauptstraße quert, gefährdet sich und andere. Stattdessen lohnt es sich, tief durchzuatmen und dabei die ungewohnte Ruhe und die saubere Luft zu genießen – vielleicht vor einem Café, wo man sonst nie sitzen mag? An manchen Stellen erleichtern U-Bahnhöfe die Querung der Straßen.
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