Nach dem spontanen Ausspruch, dass ein echter Dettinger wahrscheinlich nur innerhalb von Dettingen umziehe, muss Julian Hamm (33) schmunzeln. „Aber ja, irgendwie stimmt es schon, auch ich bin hier aufgewachsen, im Ort umgezogen und wohne seit drei Jahren wieder hier“, überlegt er. „Man ist halt von Dettingen aus genauso schnell mit dem Fahrrad in Allensbach wie in Wallhausen am See, und einen herrlichen Sonnenuntergang gibt es noch dazu.“
Das Dettinger Dorfleben mochte er schon immer, zudem war er in seiner Kindheit und Jugend sportlich unterwegs. „Tischtennis spiele ich noch, wenn es sich ergibt“, erzählt er. In der Natur ist er auch gern und hat beim Wandern schon in jungen Jahren eine Kamera dabeigehabt. „Das Fotografieren hat mir beim Entschleunigen geholfen“, erklärt er.
Er stapft auch morgens um 4 durch die Landschaft
Dabei mochte er, nicht immer zur Freude seiner Begleiter, vor allem die Randzeiten. So könne es passieren, dass er morgens schon um 4 auf der Suche nach dem perfekten Landschaftsfoto unterwegs ist. „Ich reise gern, fange dabei Stimmungen auf und war stets interessiert an Sprachen. Letztlich ist das Fotografieren für mich auch eine Sprache, nur eben mit Bildern“, sagt Hamm.
Es fasziniere ihn, die richtige Brennweite und den richtigen Bildausschnitt, will heißen, die für ihn perfekte Bildkomposition zu finden. Dafür experimentiert er gern herum und hat zudem noch das Medium Video entdeckt. „Ich habe früher Klavier gespielt und wirklich auch große Freude daran, meine Videos mit Musik zu unterlegen.“
Seine Leidenschaft fürs Fotografieren teilt er jährlich gern mit Kindern, die im Rahmen der Allensbacher Kinderwochen einen Sommerworkshop bei ihm buchen. „Es ist schön zu sehen, wie sich Kinder darauf einlassen, das genaue Hinsehen üben und sich dafür auch Zeit nehmen“, so Hamm. So habe er meist ein Plüschtier dabei, das gezielt, zum Beispiel in einem Blumenbeet, platziert wird.
Fotografieren schärft den Blick für die Umgebung
An einen Ausspruch eines kleinen Jungen erinnert er sich besonders gern. Dieser setzte sich nämlich im Workshop entspannt auf den Boden, schaute ruhig um sich herum und kommentierte erstaunt, dass er viele Dinge bislang noch nie so genau wahrgenommen habe.
Auch für Hamm ist das Fotografieren, neben dem Spaß, bis heute ein kurzes Innehalten und Wahrnehmen. Seit Kurzem bietet er seine Fotografierkünste verstärkt unter anderem Vereinen an. So begleitete er etwa die Fasnachtsveranstaltungen in Dettingen, obwohl er selbst gar kein großer Fasnachter ist. „Hier in Dettingen hilft man einander, und es gilt das Motto: Einfach mal machen“, sagt er. Sobald man ein, zwei Menschen für ein Projekt zusammenhabe, komme der Rest an Helfern von allein.