Wenn der Nebensitzer im Klassenzimmer plötzlich wegbleibt

Zahllose Zeichnerinnen und Zeichner beteiligen sich an der Aktion, deren einzige Vorgabe es ist, die Comics in eisblau zu verfassen. „Auf Instagram oder anderen Kanälen werden in den USA sehr viele Comics veröffentlicht“, sagt Lars von Törne. „Einige dieser Posts haben eine Million Klicks bekommen.“ Er steht bald vor der schwierigen Wahl, welche davon er für den Comic-Salon auswählen soll.

„Wir haben uns für 30 Comics von 20 Künstlerinnen und Künstlern entschieden. Es geht zum einen darum, wie es den Menschen vor Ort geht, die von den Polizeiaktionen betroffen sind.“ In einem anderen Kapitel zeigt die Ausstellung die Gegenwehr der Menschen in Minneapolis. Dazu kommen Comics, die sich mit den Hintergründen beschäftigen. „Jeder Comic ist in einem anderen Stil verfasst. Es sind Profi-Zeichner dabei, aber auch eine 13-jährige Schülerin.“ Die Jugendliche hat im Comic verarbeitet, dass Mitschülerinnen und -schüler plötzlich nicht mehr im Klassenzimmer sind, weil sie abgeschoben wurden.

Comics – ein etabliertes literarisches Genre

Der 22. Internationale Comic-Salon Erlangen ist ein vier Tage dauerndes Festival mit 30 Locations, die sich bis zum 7. Juni über das Erlanger Zentrum verteilen. Darunter eine gewaltige Comic- und Manga-Messe, Signierstunden, Workshops und Lesungen. Vor allem ist es aber auch ein Treffen einer Szene, die in Deutschland wächst. Der Comic steht längst nicht mehr in der Schmuddelecke, sondern ist ein Genre, das viel mehr kann als nur zu unterhalten – zum Beispiel mit eindrücklichen Bildern wirkungsvoll protestieren.