Es ist Freitagmorgen, als die Polizei zum großen Schlag gegen einen überregional bekannten Clan aus Leverkusen ausholt. Mit starken Kräften sucht sie nach den Rädelsführern einer zwei Monate zurückliegenden Schlägerei, bei der Polizisten schwer verletzt worden waren. Nach Informationen unserer Redaktion aus Sicherheitskreisen sind nun mehrere Objekte im Kölner Stadtgebiet durchsucht worden.

Die besagte Schlägerei hatte sich am 5. April rund um eine Sisha-Bar ereignet. Dort fand eine private Feier mit rund 50 Gästen statt. Anwohner hatten sich über Lärm beschwert und die Polizei gerufen. Als Polizisten die Bar betraten, wurden sie unvermittelt körperlich attackiert und unter anderem mit Stühlen, Flaschen und Gläsern beworfen.

Die Staatsanwaltschaft Köln führt das Ermittlungsverfahren gegen 22 Beschuldigte, drei Personen konnten als Rädelsführer ausgemacht werden – unter anderem durch die Auswertung von Bodycam-Aufzeichnungen.

„In Leverkusen hat sich eine ganze Gruppe auf Polizistinnen und Polizisten gestürzt. Am Morgen stand die Polizei vor den Türen dieser Chaoten. Wir nehmen so einen Angriff nicht zu den Akten sondern zerlegen ihn in seine Einzelteile und schauen uns an, wer was getan hat“, sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) unserer Redaktion. „Jeder, der mitgemacht hat, bekommt seine Konsequenz. Wer sich an Einsatzkräften vergreift, soll verstehen: Die Polizei hat immer den längeren Atem. Der Rechtsstaat vergisst nicht, und er kommt. Heute ist er gekommen“, so Reul weiter.