Borussia Mönchengladbach braucht einen neuen U23-Trainer. Der bisherige Coach Oliver Kirch tritt die auf die Nachfolge von Mitch Kniat bei Arminia Bielefeld. Der Zweitligist und sein Aufstiegstrainer haben vor wenigen Tagen die Trennung verkündet. Am Freitagvormittag gaben Arminia und Borussia Kirchs Wechsel bekannt.

Kirch ist in Bielefeld kein Unbekannter. Zum einen lebte der 43-Jährige, der in Soest geboren wurde, früher in der Nähe der Bielefelder Alm, zum anderen bestritt er 77 Pflichtspiele für den Klub, nachdem er 2007 von der niederrheinischen Borussia zur westfälischen Arminia gewechselt war. Zudem machte Kirch in Bielefeld seine ersten Erfahrungen als Jugendtrainer. Sein bisheriger Co-Trainer Maximilian Nadidai geht mit nach Ostwestfalen.

„Olli kam mit der Bitte um Freigabe für einen Wechsel nach Bielefeld auf uns zu“, erklärt Mirko Sandmöller, Borussias Direktor des Nachwuchsleistungszentrums. „Olli hat in den vergangenen Jahren sowohl im U19- als auch im U23-Bereich hervorragende Arbeit geleistet. Wir schätzen Olli nicht nur als Trainer, sondern auch menschlich. Umso mehr freuen wir uns für ihn, dass er nun die Chance erhält, seine erste Cheftrainerposition im Profifußball anzutreten. Nach konstruktiven Gesprächen haben wir mit Arminia Bielefeld eine Einigung erzielt und Oliver den Wechsel ermöglicht.“

„Nach den Gesprächen mit Arminias Sportgeschäftsführer Michael Mutzel war mir sofort klar, dass ich bei Arminia Bielefeld meinen nächsten Karriereschritt gehen möchte“, wird Oliver Kirch auf der Internetseite Arminias zitiert. „Wir denken Fußball sehr ähnlich und wollen unsere Mannschaft gemeinsam weiterentwickeln und in der 2. Bundesliga stabilisieren. Bei Arminia hat sich vieles positiv entwickelt. Daran möchte ich an meiner alten Wirkungsstätte anknüpfen. Ich werde alles dafür geben, um diese positive Entwicklung fortzusetzen.“

Kirch: Gelungenes Halbjahr mit Gladbachs U23

Nach einem Engagement beim Hamburger SV kehrte Kirch zur Borussia zurück, im vergangenen Januar übernahm er die U23, nachdem Sascha Eickel die Mannschaft interimsweise nach Polanskis Beförderung zu den Profis trainiert hatte.

Trotz einiger anfänglicher Schwierigkeiten spielte die Zweitvertretung unter Kirch eine gute Rückrunde und beendete die Regionalligasaison auf dem sechsten Platz. Zwischenzeitlich blieb das Team acht Spiele in Folge unbesiegt.

„Eine Serie, wie wir sie hingelegt haben, hat den Grundstein immer in der täglichen Arbeit – ich bin mit der Arbeit von uns allen sehr zufrieden“, sagte Kirch unserer Redaktion nach dem Saisonende.

Der Ex-Profi hatte damit im Erwachsenen-Bereich erstmals auf sich aufmerksam gemacht – der Ex-Verein Arminia greift nun zu. Kirch Vorgänger Polanski hatte auch anderweitige Anfragen, er blieb und bekam dann den Job bei den Profis.

Streichsbier ein Kandidat für die Kirch-Nachfolge?

Nun ist die Frage: Löst Gladbach die offene Personalie intern oder extern. Die Borussen könnten bei der Suche nach dem Nachfolger im eigenen Staff fündig werden. In Eugen Polanskis Trainerteam, das ist ein Ergebnis der Gladbacher Saisonanalyse, wird es Veränderungen geben. Ein Kandidat für die U23 könnte daher womöglich Guido Streichsbier sein, der als Wackelkandidat im aktuellen Trainerteam gilt und in den vergangenen Jahren schon für die Talente des Klubs verantwortlich war.

Letzteres gilt auch für Übergangstrainer Tony Jantschke, der aber nur die B-Lizenz hat und daher den Cheftrainer-Job noch nicht machen könnte. Denkbar wäre auch, so war bei Kirch, als Polanski hoch rückte, dass U19-Trainer Mihai Enache befördert wird. Ob eine interne Lösung tatsächlich eine Option wäre, ist offen. Borussia will sich Zeit für eine Entscheidung nehmen, die Kirch-Anfrage aus Bielefeld kam sehr kurzfristig.