Gruppenbild der Gewinner des Diercke Geographiewetbewerbs mit Veranstaltern

AUDIO: Braunschweig: Wer kennt sich am besten in Erdkunde aus? (3 Min)

Stand: 05.06.2026 20:48 Uhr

In Braunschweig haben sich am Freitag die 17 besten von 300.000 Teilnehmenden im Bundesfinale um den Titel „Geographie-Champion“ gemessen. Laut der Veranstalter ist der Diercke Geographie Wettbewerb Deutschlands größter Schülerwettbewerb rund um Erdkunde.

„Ordnet den Städten die richtigen Koordinaten zu. 30 Sekunden. Die Zeit läuft“, tönt es durch die Lautsprecher in der Aula des Braunschweiger Wilhelm-Gymnasiums. Das Finale funktioniert wie eine Quizshow: Ein Moderator stellt Fragen und die Schülerinnen und Schüler tippen ihre Antworten in ein Tablet ein. Direkt danach folgt die nächste Aufgabe. „Benenne das Land, das auf dieser stummen, nicht geordneten Umrisskarte gezeigt wird“, heißt es dann.

Schüler: „Ich hatte sehr viel Spaß hier“

Viel Zeit zum Überlegen bleibt nicht. Nach zwei Runden liegt Karl Otto Krüger aus Mecklenburg-Vorpommern vorn. Der 16-jährige Schüler der CJD Christophorusschule Rügen nimmt bereits zum dritten Mal am Finale teil. „Geo ist eigentlich eine Stärke von mir und ich hatte auch die letzten beiden Jahre sehr viel Spaß hier“, sagt er. Der Wettbewerbscharakter gefalle ihm und er habe auch nette Leute kennengelernt.

Nur Hauptstädte reichen nicht

An langen Tischen mit Sichtschutz abgeteilt sitzen Schüler an Tablets

Die 17 besten von 300.000 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern treten gegeneinander an.

Gefragt ist mehr als Kartenwissen: Klimazonen, globale Wirtschaft, Migration. Die Finalisten müssen Klima- oder Bevölkerungsdiagramme auswerten und globale Zusammenhänge erfassen. „Es kommt vor allem auf breites Wissen an. Wenn man jetzt nur Hauptstädte weiß, dann bekommt man von 10 Punkten vielleicht drei. Man muss nicht in jedem Fachgebiet alles wissen, aber von allem ein bisschen, ist glaub ich am Wichtigsten“, sagt der Schüler.

Interesse für Geografie wecken

Den Wettbewerb gibt es seit 26 Jahren. Er richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 7. bis 10. Klassen. Ziel sei es, Interesse für Geographie zu wecken und ein Bewusstsein für globale Herausforderungen zu schaffen, sagt Catharina Vater vom Veranstalter Westermann Verlag. „Für uns ist es total wichtig, dieses Fach, das eine Nische belegt in der Stundentafel, einmal im Jahr so richtig in den Fokus zu rücken und zu zeigen, was das kann“, so Vater. Man sehe an den Finalfragen, wie breitgefächert die Geografie aufgestellt ist und auch wie relevant Themen sind, sagt sie. „Es ist wichtig für die Schüler, mit diesen Themen in Kontakt zu kommen und zu reflektieren.“

Nicht von Technologie abhängig werden

Gerade in Zeiten digitaler Karten bleibe dieses Wissen zentral, sagt Florian Ringel vom Verband Deutscher Schulgeographie. „Wir dürfen uns auch nicht zu abhängig machen von der Technologie“, sagt Ringel. „Sachen wie Google Maps sind eine tolle Unterstützung, aber die dürfen nicht das einzige sein, worauf man sich verlassen kann. Da gehört Wissen dazu und das sind Produkte von Geographen, die das erstellen.“

Der Gewinner kommt aus Thüringen

Der Gewinner des Diercke Geographiewetbewerbs Nic Möller hinter Glizterkonfetti.

Nic Möller aus Thüringen hat beim Finale des Geogrphiewettbewerbs gewonnen.

Mehr als 300.000 Schülerinnen und Schüler haben bundesweit an dem Wettbewerb teilgenommen, dazu Tausende an deutschen Schulen im Ausland. Nur 17 haben es ins Finale nach Braunschweig geschafft. Karl Otto Krüger hat sich gezielt vorbereitet: „Es gibt Vorbereitungsbögen bei Diercke online. Ich hatte mir nochmal das Brutto-Inlandsprodukt pro Kopf angeguckt.“ Für einen Platz auf dem Treppchen hat es am Ende auch im dritten Anlauf knapp nicht gereicht. Geographie-Champion 2026 ist Nic Möller aus Thüringen.

Ein Junge steht vor einem Gebäude und spricht mit dem Reporter hinter der Kamera.

Der Schüler Nicolas Dürrauer hat sich für Bundesfinale im Juni qualifiziert – bereits das dritte Jahr in Folge.

Drei Schülerinnen sitzen während einer Prüfung an Tischen und schreiben.

Zuerst wird das Fach Geschichte geprüft. 2025 wurden Zahlen vertauscht, 2024 Abitur-Unterlagen vorab gestohlen.