Der Regen am Dienstagnachmittag war heftig und verwandelte einige Ecken der Stadt in Wasserlandschaften. Aber die Schäden waren insgesamt gering. Nur am Gymnasium Vohwinkel hatte der Guss größere Folgen: Hier geriet Wasser in die Mensa. Weshalb am Mittwoch mehrere Hundert Kinder auch der benachbarten Grundschule auf ein warmes Essen in der Schule verzichten mussten.
Etwas mehr als 20 Liter Regen pro Quadratmeter fielen nach Angaben der Internetseite wetter.com am Dienstag an der Wetterstation Wuppertal-Buchenhofen – nicht so viel wie angekündigt: Es hätten bis zu 40 Liter pro Quadratmeter sein können, hatte die Vorhersage als Maximum angekündigt.
Bilder in den sozialen Medien zeigen Treppen, die sich in Wasserfälle verwandelt haben, kleine Fontänen an Gullys und Autos, die sich ihren Weg durch zentimetertiefes Wasser furchen. Die Feuerwehr hatte trotzdem „fast nichts“ zu tun, wie Feuerwehrsprecher Christian Spoo berichtet: Fünf Keller seien mit Wasser vollgelaufen, zwei größere Äste hätten entfernt werden müssen: an der Ohligser Straße in Vohwinkel und an der Barbarossastraße im Briller Viertel. „Es war spektakulär für den Moment, aber nicht so schlimm“, ist sein Fazit.
Von dem Schulkomplex an der Straße Nocken in Vohwinkel ging dann am nächsten Morgen gegen 7 Uhr ein Alarm an die Rufbereitschaft des städtischen Gebäudemanagements (GMW): Die Mensa stehe unter Wasser. GMW-Sprecher Marian Pelz kann am Mittwochnachmittag erste Erkenntnisse zum Schaden mitteilen. Demnach ist ein Regenabwasserrohr durch den hohen Wasserdruck beschädigt worden. „Das war der Starkregen.“ Das Wasser ist dann auf die abgehängte Decke gelaufen, bis dort einzelne Platten dem Druck nachgaben und herausfielen, sodass der Boden überschwemmt wurde.
Betroffen davon sind das Gymnasium und die Betreuung (OGS) der Grundschule, die die Mensa mit nutzt. Die Eltern der Grundschule wurden direkt am Morgen informiert, dass es an diesem Tag kein Mittagessen für die Kinder geben kann. Sie wurden aufgefordert, ihren Kindern „etwas mehr in die Brotdose“ zu geben. Sie könnten ihre Kinder auch – anders als in der Regel – früher abholen oder früher nach Hause kommen lassen.
„Viele haben das auch gemacht“, berichtet Mareike Biela, Leiterin der OGS an der Grundschule. Die meisten der knapp 200 OGS-Kinder, die ein Mittagessen einnehmen, hätten aber auch mehr Brote mitbekommen. Gehungert habe jedenfalls kein Kind, obwohl die besonderen Umstände die Kinder durchaus beschäftigten: „Allein das Wissen, dass die Mensa nicht funktioniert, führte dazu, dass der Hunger schon um 10 Uhr besonders groß war“, erzählt sie schmunzelnd.
Die Eltern wurden bereits vorbereitet, dass es auch in der kommenden Woche kein warmes Essen geben könnte, und gebeten, den Kindern ausreichend zu essen mitzugeben oder frühere Gehzeiten zu vereinbaren. Die ausgefallenen Essen könnten entsprechend im Folgemonat verrechnet werden. Das Gymnasium hat die WZ am Mittwoch nicht mehr erreicht.
Wie lange die Wiederherstellung der Mensa dauert, kann GMW-Sprecher Marian Pelz am Mittwoch noch nicht sagen, nur erste Ergebnisse vermelden: „Das Rohr ist repariert, das Wasser ist inzwischen abgesaugt“, erklärt er. Jetzt müsse der Raum weiter trocknen und es werde geprüft, welchen Schaden die abgehängte Decke genommen hat, ob auch sie repariert werden kann oder komplett erneuert werden muss. „Wir hoffen, dass es schnell geht“, sagt Mareike Biela.