Nach juristischem Streit

Tausende feiern CSD in Dresden – trotz Regen und Gegenprotest

06.06.2026 – 16:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Straßenumzug zum Christopher Street Day: Zahlreiche Teilnehmer zogen durch die Innenstadt.Vergrößern des Bildes

Der Straßenumzug zum Christopher Street Day: Zahlreiche Teilnehmer zogen durch die Innenstadt. (Quelle: Jürgen Lösel/dpa)

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Wochenlang war um die Einstufung des Christopher Street Day in Dresden gestritten worden. Nun zogen Tausende Menschen friedlich durch die Stadt – trotz Gegenwind.

Nach juristischen Auseinandersetzungen im Vorfeld haben Tausende Menschen in Dresden den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Die Veranstaltung verlief nach Angaben der Polizei störungsfrei.

Sowohl Veranstalter als auch Polizei sprachen von mehreren Tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das bunte und laute Treiben begann bei leichtem Regen, davon ließen sich die Menschen jedoch nicht stören, später wurde es sommerlich warm.

Der Christopher Street Day in Dresden: Die Besucher ließen sich vom Regen nichts anhaben.Vergrößern des BildesDer Christopher Street Day in Dresden: Die Besucher ließen sich vom Regen nichts anhaben. (Quelle: Jürgen Lösel/dpa)

Am Nachmittag war zudem eine Gegendemonstration aus dem rechten Spektrum angemeldet. Diese sollte jedoch abseits des CSD stattfinden. Eine direkte Konfrontation wurde nach Einschätzung der Polizei daher nicht erwartet.

CSD in Dresden: Wochenlanger Streit um Einstufung

Im Vorfeld hatte es einen wochenlangen Streit um die rechtliche Einstufung des CSD gegeben. Die Landesdirektion Sachsen hatte zunächst entschieden, dass lediglich der Umzug als Versammlung gelte, nicht aber das mehrtägige Straßenfest. Dieses war als kommerzielle Veranstaltung eingestuft worden. Die Organisatoren hätten damit unter anderem die Kosten für Sicherheit und Reinigung tragen müssen.

Nach einer Beschwerde der Veranstalter entschied jedoch das Sächsische Oberverwaltungsgericht, dass der gesamte CSD als Versammlung einzustufen sei. Zur Begründung verwies das Gericht auf die hohe Bedeutung der Versammlungsfreiheit. Zudem sei die Veranstaltung bereits in den vergangenen Jahren als Versammlung durchgeführt worden.

„Pride beginnt mit Protest, mit Sichtbarkeit und mit dem Einsatz für gleiche Rechte und gesellschaftliche Teilhabe“, hatte Ronald Zenker, Vorstandssprecher des CSD Dresden, im Vorfeld erklärt. Angesichts zunehmender Anfeindungen gegen queere Menschen bleibe der CSD ein Ort für Demokratie, Solidarität und eine offene Gesellschaft.