Newsblog zum Krieg in der Ukraine
„Wirtschaftszweig boomt“: Ukraine könnte bald Militärgüter exportieren
Aktualisiert am 06.06.2026 – 21:14 UhrLesedauer: 25 Min.
Soldat mit Aufklärungsdrohne (Symbolbild): Die Ukraine gilt im fünften Jahr des Kriegs als ein weltweit führendes Land im Drohnenkampf. (Quelle: IMAGO/Diego Herrera Carcedo/imago)
Jetzt neu bei t-online:
Schriftgröße anpassen!
Artikel teilen
Der ukrainische Finanzminister setzt auf die Rüstungsindustrie. Ukrainische Drohnen attackieren zum letzten Tag des Wirtschaftsforums erneut Sankt Petersburg. Alle Entwicklungen im Newsblog.
„Wirtschaftszweig boomt“: Ukraine könnte bald Militärgüter exportieren
Die Ukraine sieht ihre Rüstungsindustrie als eine dauerhafte Quelle wirtschaftlicher Stärke. „Die Nachfrage, die wir in der Ukraine geschaffen haben, hat einen Wirtschaftszweig hervorgebracht, der nun praktisch boomt. Daher ist er ein sehr wichtiger Teil unserer Zukunft“, sagte Finanzminister Serhij Martschenko auf dem Jahrestreffen der Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) in Riga. Entscheidend sei nun, die Industrie zu stärken, ihr Entwicklungskapazitäten zu verschaffen und das militärische Potenzial für einen breiteren Markt zu öffnen. Dazu stehe die Ukraine vor der Entscheidung, die Ausfuhr von Militärgütern zu ermöglichen.
Durch den Ausbau und die Nutzung des Potenzials könnten nach Angaben von Martschenko nicht nur weitere Fortschritte bei militärischer Ausrüstung und Waffen erzielt werden. „Ich glaube, diese Entwicklungen können dazu beitragen, ein natürliches ziviles Umfeld nach dem Krieg zu schaffen. Denn ein Teil der Produktion, die wir derzeit für militärische Zwecke verwenden, kann auch für zivile Zwecke genutzt werden“, sagte der ukrainische Finanzminister.
Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion – und gilt im fünften Jahr des Kriegs als ein weltweit führendes Land im Drohnenkampf. Gleichzeitig hofft die Regierung in Kiew noch im Juni auf den Erhalt erster Gelder aus einem Kredit der Europäischen Union über 90 Milliarden Euro, die auch für Rüstungszwecke verwendet werden sollen. Angesichts des andauernden Krieges sei es ziemlich problematisch und schwierig, Privatinvestoren zu gewinnen, sagte Martschenko.
Ukraine verkürzt Weg zum Drohnenschlag um 90 Prozent
Ukrainische Soldaten können russische Ziele inzwischen per Satellitenbild auf dem Smartphone ausfindig machen. Das verkürzt den Weg zum Drohnenangriff drastisch. Mehr dazu lesen Sie hier.
Selenskyj bestätigt neue Angriffe auf Sankt Petersburg
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die ukrainischen Drohnenangriffe aus der Nacht auf Sankt Petersburg bestätigt. Es sei Zeit, den Krieg zu beenden, schrieb Selenskyj auf X. „Doch Russlands Herrscher will weiterkämpfen.“ Damit bezog sich Selenskyj auf eine Absage des russischen Präsidenten Wladimir Putin für ein Treffen der beiden Staatschefs. Der Ukrainer hatte Putin dies zuvor in einem offenen Brief angeboten.
Wegen Putins Ablehnung gingen die Angriffe nun weiter, so Selenskyj. Die Drohnen, die in der vergangenen Nacht rund 1.000 Kilometer in Richtung Sankt Petersburg zurückgelegt hätten, nahmen seinen Angaben nach „Arsenale der feindlichen Marine“ sowie den Marinestützpunkt in Kronstadt ins Visier. Zudem sei in der Region Krasnodar ein Öldepot getroffen worden. Er dankte den Soldaten und Geheimdiensten für ihre Arbeit. Dazu teilte Selenskyj ein Video der Angriffe. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
