Die Gefahr durch die giftigen Raupen des Eichenprozessionsspinners nimmt in Karlsruhe zu. Im Südwesten ist das Larvenstadium des Schädlings bereits weiter fortgeschritten als in anderen Teilen Deutschlands. Dadurch sind auch die Brennhaare bereits ausgebildet, die bei Menschen und Haustieren allergische Reaktionen auslösen können.

Eichenprozessionsspinner: Larvenstadium in Karlsruhe stark vorangeschritten

Um die Entwicklungsstadien des Eichenprozessionsspinners in Deutschland zu verfolgen, gibt es vom Deutschen Wetterdienst das Frühwarnsystem Phentauproc. Auf einer Deutschlandkarte werden dort anhand von Echtzeitdaten die Larvenstadien farblich dargestellt. In die Berechnungen fließen sowohl die Entwicklung des Falters als auch der Austrieb der Stiel-Eiche, dem Wirtsbaum des Eichenprozessionsspinners, ein.

Das Larvenstadium des Eichenprozessionsspinners im DWD‑Frühwarnsystem Phentauproc am 1. Juni 2026 in Karlsruhe.

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Das Larvenstadium des Eichenprozessionsspinners im DWD‑Frühwarnsystem Phentauproc am 1. Juni 2026 in Karlsruhe.
Foto: Screenshot DWD Phentauproc

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Das Larvenstadium des Eichenprozessionsspinners im DWD‑Frühwarnsystem Phentauproc am 1. Juni 2026 in Karlsruhe.
Foto: Screenshot DWD Phentauproc

Für Karlsruhe (abgerufen am 1. Juni) zeigt die Karte, dass sich der Eichenprozessionsspinner bereits im fünften Larvenstadium befindet. Damit ist die Entwicklung des Insekts hier weiter fortgeschritten als in der übrigen Bundesrepublik. Ab dem dritten Stadium bildet die Raupe ihre giftigen Brennhaare aus.

So bekämpft die Stadt die Eichenprozessionsspinner

Die jährliche Prophylaxebehandlung wurde auch dieses Jahr Mitte April durchgeführt, wie die Stadt Karlsruhe der Redaktion bestätigt. Dafür setzte das Gartenbauamt das Biozid Foray ES gegen gemeldete Nester ein. Die möglichen Auswirkungen auf „Nicht-Zielorganismen wie Wildbienen oder andere Nützlinge“ sollen dabei möglichst gering gehalten werden.

Keine Einsätze erfolgen laut Stadt auf Naturschutzflächen oder an Bäumen mit bekannten Habitatstrukturen von Nützlingen.

Eichenprozessionsspinner: Betroffene Gebiete in Karlsruhe

Laut Stadt sind besonders Straßenzüge mit durchgehenden, homogenen Stiel-Eichen-Alleen betroffen – ebenso Bestände, die an Eichenwaldflächen angrenzen. Da solche Bereiche über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind, sei ein Befall nahezu überall möglich.

Die gute Nachricht ist: Die Stadt sieht bei der Bekämpfung der Nester inzwischen Fortschritte: „Die Prophylaxebehandlung scheint gut zu wirken, da weniger Befall gemeldet wird“, so ein Sprecher.

Eichenprozessionsspinner lieben Eichen-Alleen und Eichenwaldflächen. Die gibt es in Karlsruhe an vielen Stellen (Archivbild)

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Eichenprozessionsspinner lieben Eichen-Alleen und Eichenwaldflächen. Die gibt es in Karlsruhe an vielen Stellen (Archivbild)
Foto: Photo: Carmele/TMC-Fotografie

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Eichenprozessionsspinner lieben Eichen-Alleen und Eichenwaldflächen. Die gibt es in Karlsruhe an vielen Stellen (Archivbild)
Foto: Photo: Carmele/TMC-Fotografie

Eichenprozessionsspinner: Wie können sich Bürgerinnen und Bürger schützen?

Die Stadt Karlsruhe rät Bürgern, jeden Kontakt mit den Raupen sowie deren Gespinsten konsequent zu vermeiden. Gefährlich sind vor allem die sogenannten Brennhaare des Eichenprozessionsspinners: Diese können allergische Reaktionen wie Hautreizungen, Juckreiz, Augenreizungen und Atembeschwerden auslösen.

Die größte Gefahr besteht insbesondere zwischen Mai und August – also während der aktiven Fraßzeit und der Nestbildung. In diesem Zeitraum können sich die Brennhaare leicht verbreiten und auch über die Luft übertragen werden.

Achtung vor Eichenprozessionsspinner

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Achtung vor Eichenprozessionsspinner
Foto: Adobe Stock_Wild-Tarp

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Achtung vor Eichenprozessionsspinner
Foto: Adobe Stock_Wild-Tarp

Darauf ist bei Kontakt mit den Brennhaaren vom Eichenprozessionsspinner zu achten:

  • Betroffene Hautstelle gründlich mit Wasser reinigen beziehungsweise duschen.
  • Die Kleidung umgehend wechseln.
  • Bei stärkeren allergischen Reaktionen oder Atembeschwerden sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.