„Das ist Wahnsinn“ – dieser Gedanke ließ Vincent Vermeij auch im Urlaub nicht los. Auf Kreta tankte der ehemalige Fortuna-Stürmer an der Seite seiner Familie zwar Sonne und neue Energie, doch zwischen all den ruhigen Momenten holte ihn die abgelaufene Saison immer wieder ein. In Düsseldorf setzte er sich nicht durch, wechselte daher zu Dynamo Dresden, erkrankte an Gürtelrose, die ihn fünf Wochen ausbremste, kam fit zurück und blühte dann in Sachsen auf. Doch die Freude darüber ist beim Niederländer leicht getrübt, weil seine Gedanken auch beim Ex-Klub sind, der in die Dritte Liga abgestiegen ist.
Ein dramatischer Umstand, der bei Vermeij für keinerlei Schadenfreude sorgt – im Gegenteil. „Es tut mir natürlich leid für den Verein und die Jungs. Im Endeffekt haben wir ihnen noch vor ein paar Wochen sogar ein bisschen geholfen“, sagt Vermeij den „Dresdner Neuesten Nachrichten“ und bezog sich auf die 1:3-Niederlage seiner Dresdner gegen die alten Kollegen in Düsseldorf am 31. Spieltag.
Dank dieses Resultats befanden sich die Düsseldorfer noch voll im Rennen um den Klassenerhalt. Genauso schätzte auch Vermeij zum damaligen Zeitpunkt Fortunas Lage ein. „Mit diesem Sieg und auch dem danach gegen Elversberg (3:1, Anm. d. Red.) habe ich eigentlich gedacht: Okay, die werden schon wieder. Aber dass es nun so ausgeht, konnte ich einfach zuerst gar nicht glauben. Dann habe ich selber nachgeschaut. Das ist Wahnsinn“, erläutert Vermeij, der zwei Jahre lang für die Düsseldorfer spielte.
Auf die Rheinländer wird er in der Zweiten Liga nicht treffen, was er trotz seines persönlichen Aufschwungs durch den Transfer nach Dresden sehr bedauert. „Ich bin natürlich froh – das war ich damals schon – über meinen Wechsel hierher. Aber ich fühle mich jetzt nicht gut, weil die abgestiegen sind“, betont Vermeij. Allerdings gibt er zu, mit Dresden die richtige Entscheidung für sich getroffen zu haben: „Ich bin froh, dass ich hier so eine große Rolle spielen konnte und hoffentlich in den nächsten Jahren auch noch spielen werde.“
Dass ihm das in Düsseldorf gelingen würde, daran glaubte er im vergangenen Sommer nicht mehr. „Deswegen habe ich den Wechsel auch gemacht, weil ich das Gefühl hatte, ich werde die Rolle dort auf gar keinen Fall spielen“, blickt er auf seinen Abschied von der Fortuna zurück. Ein Wahnsinn innerhalb eines Jahres, der ihn auch im Urlaub nicht loslässt.