Standdatum: 7. Juni 2026.

Autorinnen und Autoren:
Lisa-Maria Röhling

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In Bremen ist vor allem in den Oberschulen der Druck besonders groß: Seit Jahren warnt die Schulleitervereinigung, dass der Platz dort immer knapper wird (Archivbild).

Bild: Radio Bremen

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Bremen braucht mehr Klassenzimmer, doch der Ausbau kommt nur langsam voran. Woran das liegt – und wie die Stadt das Problem lösen will.

Wo fehlen in Bremen die meisten Schulplätze?

Wegen der steigenden Schülerzahl ist der Platzmangel in vielen Schulen ein Problem. Schulleiterinnen und Schulleiter berichten immer wieder davon, dass sie Fachräume oder Aufenthaltsräume in Klassenräume umwandeln müssen, um so wirklich allen Kindern und Jugendlichen einen Schulplatz anzubieten. In den vergangenen Jahren sind mehrere Grundschulen gebaut worden, da hat sich die Lage etwas entspannt.

Besonders groß ist der Druck in den Oberschulen. Seit Jahren warnt die Schulleitervereinigung, dass der Platz immer knapper wird. Das hat sich im Frühjahr bewahrheitet, als die Anmeldephase für die weiterführenden Schulen abgeschlossen war: Besonders im Bremer Westen fehlten Plätze, für 40 Kinder gab es zunächst keine passende Schule. Inzwischen hat die Behörde für alle Kinder einen Schulplatz. Allerdings werden sie in Mobilbauten untergebracht.

Gibt es eine Lösung für den Bremer Westen?

Eine neue Oberschule ist schon lange in Planung, die Oberschule Überseestadt. Was fehlt, ist das Gebäude. Eigentlich sollte die Schule auf dem sogenannten Waller Wied gebaut werden, eine Grünfläche in Walle. Viele Anwohner waren dagegen, eine Bürgerinitiative versuchte, den Bau zu stoppen. Damit gerieten die Planungen ins Stocken.

Im vergangenen Jahr brachte sich dann der Investor Klaus Meier ins Spiel: Er könnte auf der Überseeinsel eine Oberschule bauen, Planung und Bau übernehme er. Genau diese Lösung wird jetzt geprüft. Allerdings zieht sich auch das in die Länge: Eigentlich sollte schon zum Jahresende feststehen, ob die Investorenlösung günstiger und damit besser ist. Diese Wirtschaftlichkeitsprüfung ist aber erst vor wenigen Wochen abgeschlossen worden. Nun warten weitere bürokratische Hürden.

Bildungssenator Mark Rackles (SPD) gibt aber zu verstehen, dass der Bau durch Meier aktuell die beste Lösung ist. „Die Option Waller Wied rückt in den Hintergrund“, betont Rackles.

Wir klären jetzt vergaberechtlich, ob wir ein bestimmtes Grundstück durch einen Investor entwickeln lassen. Bis Herbst können wir dann hoffentlich die Vergabe machen und dann innerhalb von zwei bis zweieinhalb Jahren die Schule aufziehen.

Mark Rackles, Bildungssenator Bremen

Investor Meier steht schon in den Startlöchern: Auf dem Gelände hat er auch schon einen genauen Plan, wo das Gebäude stehen wird und wie es gebaut wird.

Wer baut in der Stadt Bremen eigentlich Schulen?

Grundsätzlich gibt es drei große Player:

  • Die städtische Tochtergesellschaft Immobilien Bremen, die bisher den Schulbau größtenteils verantwortet hat und auch für die Instandhaltung der Gebäude zuständig ist. Meist vermietet Immobilien Bremen die Schulen an das Bildungsressort.
  • Investoren wie Klaus Meier, die Schulbauprojekte verantworten. Auch städtische Baugesellschaften oder andere investieren in den Schulbau – oft in Kooperation mit Immobilien Bremen.
  • 2024 ist mit der Bildungsbaugesellschaft der neuste Player dazugekommen.

Um was handelt es sich bei der Bildungsbaugesellschaft?

Sie wurde als eigenständige Tochtergesellschaft der Stadt gegründet und mit 300 Millionen Euro Eigenkapital versehen. Die Idee: Als eigenständiger Betrieb sollten bürokratische Hürden abgebaut werden. Denn bisher sind bei vielen Bauentscheidungen mehrere Senatsressorts und Gremien eingebunden – das verzögert die Prozesse.

Die Bildungsbaugesellschaft hat zunächst sechs Projekte übernommen, die schon in Planung waren. Die ersten beiden – die Grundschulen Fährer Flur und Am Alten Postweg – sind im August bezugsbereit. Ob die Gesellschaft wirklich mehr Tempo bringt, müssen allerdings die Folgeprojekte zeigen. Und davon hängt auch die Zukunft der Bildungsbaugesellschaft ab: Bis jetzt ist sie nur eine Pilotgesellschaft und muss entsprechend an ihrem Erfolg gemessen werden.

Wie steht es um den Schulbau in Bremerhaven?

Auch dort dauern Bauprojekte oft lange und sind teurer als gedacht, auch dort fehlen Schulen. Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft Stäwog hat jetzt einen Weg gefunden, den Schulbau zu beschleunigen: Drei Schulen werden von einem Team aus Architekten, Planern und Innenausbauern gebaut – und zwar gleichzeitig.

Genannt wird so eine Zusammenarbeit Integrierte Projektallianz. Kostenfaktor für alle drei Schulen: 190 Millionen Euro. Bezahlt wird das von der Stäwog, die Stadt mietet die Schulen am Ende an. Für alle Schulen werden außerdem die gleichen Bauteile genutzt, das erleichtert die Verarbeitung an allen drei Baustellen.

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Dieses Thema im Programm:
buten un binnen, 2. Juni 2026, 19:30 Uhr