Ein bedeutendes Verkehrsprojekt für Duisburg ist größtenteils abgeschlossen: Der neue OB-Karl-Lehr-Brückenzug ist am Samstag offiziell eröffnet und nach einer siebenwöchigen Sperrung wieder für den Verkehr freigegeben worden. Damit stehe eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen im Duisburger Stadtgebiet sowie eine zentrale Anbindung an den Duisburger Hafen wieder zur Verfügung, teilte die Stadt jetzt mit.
Der Neubau des OB-Karl-Lehr-Brückenzugs zählte „zu den größten und technisch anspruchsvollsten Infrastrukturprojekten der Stadt“, heißt es. Mit der neuen Ruhrbrücke und der neuen Hafenkanalbrücke sei eine leistungsfähige, zukunftssichere Verbindung geschaffen worden, die für den innerstädtischen Verkehr, die Hafenlogistik und die wirtschaftliche Entwicklung Duisburgs von großer Bedeutung sei. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 160 Millionen Euro brutto.
Oberbürgermeister Sören Link würdigte am Samstag die Bedeutung des Projekts für die Stadt: „Der OB-Karl-Lehr-Brückenzug ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Duisburgs und die zentrale Achse für Hafen, Wirtschaft und Verkehr. Jetzt gewinnen wir ein wichtiges Stück Mobilität und Lebensqualität zurück. Und die neue Brücke zeigt: Duisburg kann große Herausforderungen meistern.“
Mit der Freigabe ende für viele Verkehrsteilnehmende „eine herausfordernde Phase mit Umleitungen und Einschränkungen“, heißt es weiter. Die damit verbundenen Staus hatten oftmals die Geduld vieler Autofahrer strapaziert und die ohnehin schon stark befahrene A59 noch zusätzlich belastet. Die Sperrung war erforderlich, um den Querverschub der neuen Brückenbauwerke sowie weitere abschließende Arbeiten sicher durchführen zu können.
Ein besonderer Meilenstein des Projekts war im April 2026 der Querverschub der beiden Brückenbauwerke. Die rund 6200 Tonnen schwere Ruhrbrücke mit einer Stützweite von 182,20 Metern wurde dabei millimetergenau um 34,37 Meter von West nach Ost in ihre endgültige Lage verschoben. Auch die neue Hafenkanalbrücke mit einem Gewicht von rund 4250 Tonnen und einer Stützweite von 125 Metern wurde im Zuge der Arbeiten erfolgreich in Position gebracht.
Sebastian Beck, Vorstand der Wirtschaftsbetriebe Duisburg, betonte die technische und organisatorische Leistung: „Der neue OB-Karl-Lehr-Brückenzug zeigt eindrucksvoll, was durch präzise Planung, technisches Know-how und das gute Zusammenspiel vieler Beteiligter möglich ist. Besonders die Verschubarbeiten an den Brücken waren ein herausragender Schritt in diesem Projekt. Wir freuen uns, dass diese wichtige Verbindung nun wieder für Duisburg zur Verfügung steht.“
Die neue Verbindung verbessere nicht nur die Erreichbarkeit des Hafens und wichtiger Wirtschaftsstandorte, sondern erleichtere auch den Alltag vieler Pendlerinnen und Pendler. Sie trage dazu bei, Verkehrsströme wieder zu bündeln, Umleitungsverkehre zu reduzieren und die Mobilität auf dieser wichtigen Achse zu stärken, so die Stadt.
Auch für den öffentlichen Nahverkehr bringe das Projekt Verbesserungen mit sich. Durch die vorgesehenen Beschleunigungsmaßnahmen für die Straßenbahnlinie 901 soll künftig ein wichtiger Beitrag zu einem leistungsfähigeren und zuverlässigeren ÖPNV auf dieser Achse geleistet werden.
Im Projektverlauf waren die Beteiligten wiederholt mit außergewöhnlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Dazu zählten unter anderem die Auswirkungen der Corona-Pandemie, Folgen internationaler Krisen und Kriege auf Lieferketten und Bauabläufe sowie Hoch- und Niedrigwasserereignisse. Hinzu kamen Kampfmittelfunde, die zusätzliche Abstimmungen und Maßnahmen erforderlich machten.
Zur Eröffnung des neuen Brückenzugs rollten auch historische Fahrzeuge über die Brücke: Mitglieder des Vereins Stammtisch Käfer & Co. Rhein-Ruhr begleiteten die Freigabe mit einer Fahrt über das neue Bauwerk und setzten damit ein besonderes Zeichen für die Verbindung von Duisburger Verkehrsgeschichte und moderner Infrastruktur.